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Heinsberg
Historische "Spurensuche" in Heinsberg

Heinsberg. Das Motto des 40. Internationalen Museumstages morgen nimmt die neue Ausstellung im Begas Haus auf - mit Fotos von Pit Siebigs. Von Angelika Hahn

Seit 1977 findet jährlich der Internationale Museumstag statt, am kommenden Sonntag lautet das Motto des Mueumstags "Spurensuche. Mut zur Verantwortung!" Das Begas Haus - Museum für Kunst und Regionalgeschichte in Heinsberg, Hochstraße 21, eröffnet an diesem Tag um 12 Uhr die Wechselausstellung "Ansichtssache - Heinsberg früher und heute" mit Fotografien von Pit Siebigs.

Die spannende Gegenüberstellung von historischen Ansichten aus dem inneren Stadtgebiet Heinsbergs mit aktuellen Aufnahmen des Fotografen Pit Siebigs bildet den Reiz der Schau, die noch bis zum 23. Juli zu sehen ist.

Um 14.30 Uhr führt Siebigs morgen selbst durch die Schau. Für die Vorbereitungen zu dieser Ausstellung mussten eine Fülle von alten Fotos gesichtet und gefiltert werden. Hier fanden der Fotograf und die Museumsmitarbeiter große Unterstützung durch das Kreisarchiv Heinsberg und durch den Vorsitzenden des Heimatvereins der Heinsberger Lande, Helmut Coenen.

Aus hunderten Fotos wurden schließlich 25 Ansichten von Heinsberg ausgewählt, die alle vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Dann bestand die Aufgabe des Fotografen darin, diese Aufnahmen aus ähnlicher Perspektive zu wiederholen. Das klingt für einen Laien leicht, ist es aber nicht, da sich das Stadtbild von Heinsberg in den letzten sieben Jahrzehnten extrem verändert hat. Die größte Zäsur war die Vernichtung durch die Bombardierung im Jahr 1944. So galt es für Siebigs, den heutigen Charakter der Bildmotive einzufangen. Mit Kamera und Stativ unterwegs, suchte er sich die vorgegebenen Standpunkte, die jedoch durch die großen Veränderungen im Stadtbild nicht immer einzuhalten waren. Mit dem geschulten Auge des Fotografen tastete er die Aufnahmeorte ab, um die Bildmotive formatfüllend einzufangen.

In der paarweisen Gegenüberstellung der insgesamt 50 historischen und zeitgenössischen Aufnahmen entsteht ein Spannungsbogen, der beim Betrachter Emotionen weckt. Ein für viele Menschen sentimentales "anno dazumal" trifft auf eine individuelle, charakteristische und bisweilen nüchtern-dokumentarische Art der Vergegenwärtigung. So geben die Bildpaare Raum für Interpretationen, sowohl seitens des Fotografen als auch seitens des Betrachters.

Pit Siebigs ist gebürtiger Grebbener, seit vielen Jahren lebt und arbeitet er in Aachen. Als Schüler von Wilhelm Schürmann an der Fachhochschule Aachen erlernte er noch die klassische filmbasierte Fotografie. Auch wenn er heute seine Aufnahmen mit einer Vollformat-Digitalkamera macht, so erliegt er nicht den Verlockungen der schnellen Bilder. "Ich mache nicht zehn Bilder, um ein gutes zu bekommen", betont Pit Siebigs.

Der Eintritt in das Begas Haus und die Führung am Internationalen Museumstag sind kostenlos.

Quelle: RP
 
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