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Hückelhoven
Im Museum macht Opel Plus

Hückelhoven: Im Museum macht Opel Plus
Das Opelmuseum Hückelhoven zieht immer wieder die Oldtimer-Freunde an. Im September 2008 waren es Fans des Opel-Admiral, die sich bei Liesel und Helmut Zurkaulen (r.) trafen. FOTO: RPO
Hückelhoven. Opel steht auf der Kippe, aber das Hückelhovener Oldtimer-Museum der Traditionsmarke wächst. Ein Opel-Blitz-Bus zeigt sich strahlend im typischen Blau-Beige. Ein Dreitonner-Blitz wird derzeit umgebaut.

Kind Opel wankt, weil Mutter General Motors schwankt – gibt es Opel-Fahrzeuge bald nur noch im Museum? Das Hückelhovener Opel-Museum Zurkaulen immerhin hat ungeachtet der akuten Krise einige Neuerungen zu vermelden. Echte Oldtimer sind hinzugekommen. Großfahrzeuge, mit denen das Museum von Liesel und Helmut Zurkaulen fast "voll" ist.

Jede Menge neuer "Schätzchen"

"Opel faahn is wie wennze fliechs" – mit diesem Spruch im Ru(h)rpottdeutsch auf der Heckscheibe fuhren in den 80-er Jahren in Bochum und auch Hückelhoven Enthusiasten durch die Lande. Mit einem der alten Neufahrzeuge der Zurkaulens können das "Flugzeug-Gefühl" acht Fans gleichzeitig erleben: Es ist ein Opel-Blitz-Bus, der vermutlich aus dem Jahr 1936 stammt und acht Sitze aufweist, wobei es 13 sein könnten, aber dafür ist ein Personenbeförderungsschein nötig. Den Anderthalbtonner kauften die Zurkaulens in Magdeburg, wie alle Oldtimer im renovierungsbedürftigen Zustand. Jetzt strahlt er wieder im schönen und typischen Blau-Beige.

Weniger strahlend ist die Geschichte des Fahrzeugs, von dem die Vorbesitzer vermuteten, dass es als Gefangenen-Transporter für die Nazi-SS gebaut und mit fünf Zellen ausgestattet worden war. Belegen lässt sich das nicht mehr, da der Blitz-Bus in der DDR 1949 umgebaut worden ist. Dazu gehört ein kleiner Anhänger, der 1950 bei Westfalia speziell für die Blitz-Busse und die Aufnahme des Gepäcks der Passagiere gebaut wurde.

Inzwischen wächst im Hückelhovener Opel-Museum ein weiterer Blitz seiner Fertigstellung entgegen: ein Dreitonner, der 1949 für die Feuerwehr Rauhenzell (bei Kempten/Allgäu) von Mercedes gebaut wurde, aber für Opel. Er trägt das Opel-Auge und den Mercedes-Stern auf den Gussteilen wie Motoren und Achsen. Zurkaulens erwarben ihn, um einen Motor für ihren Admiral von 1939 in Reserve zu haben, der aus vier Litern Hubraum satte 86 PS entwickelt. Und die kriegen ordentlich zu schleppen, denn derzeit wird das Fahrzeug zum Wohnmobil ausgebaut, dem ein Trailer angehängt wird, der die verschiedenen Opel-Oldtimer der Zurkaulens zu den diversen Treffen der Alt-Opel-Interessengemeinschaft transportieren wird. Der Bus selbst wird für vermehrten Komfort nach hinten und oben etwas verlängert.

Den schönen Rundungen und dem stilvollen Bug des Fahrzeugs tut das natürlich keinen Abbruch, davon zeugen auch die bisherigen Fahrzeuge des Museumsbestands.

Quelle: RP
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