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Kreis Heinsberg
Jugend aufklären über "Volksdroge Nr. 1"

Kreis Heinsberg. Zur bundesweiten Aktionswoche Alkohol starten am 15. Juni Projekte im Kreis Heinsberg unter dem Motto "Weniger ist besser". Erfahrungen mit Rauschbrille im Auto und beim Pkw-Überschlag dürften bleibenden Eindruck hinterlassen. Von Gabi Laue

Für einen maßvollen Umgang mit Alkohol werben soll die Aktionswoche unter dem Dach der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, die am kommenden Montag auch im Kreis Heinsberg beginnt. 9,5 Millionen Menschen trinken deutschlandweit zu viel, 1,3 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. "Das Problem ist und bleibt akut", sagte Landrat Stephan Pusch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ilona van Halbeek vom Arbeitskreis Suchtvorbeugung und Marlies Trapp von der Caritas-Beratungsstelle für Suchtfragen.

"Wir wollen präventiv arbeiten, nicht nachher Schäden reparieren", unterstrich der Landrat. Alkoholmissbrauch habe verheerende Auswirkungen - Probleme im Straßenverkehr, im sozialen und familiären Umfeld, für die Gesundheit. Und: "Es kann sein, das passiert gar nicht so selten im Kreis Heinsberg, dass man an einem Baum landet." Nach der jüngsten Plakataktion mit dem Fuß, der in der Pathologie unterm weißen Tuch hervorragt, wolle man "ins Bewusstsein bringen, dass ,Trinken wir noch ein Gläschen' immer noch verniedlicht wird".

Eine Aktion hob Stephan Pusch hervor: In Himmerich können junge Fahrer am eigenen Leib erfahren, wie es sich mit Tunnelblick (durch die Rauschbrille) fährt, wie sich ein Auto überschlägt, die Feuerwehr ein Unfallwrack öffnet, der Rettungsdienst Opfer versorgt. In der Nacht von Freitag, 19. Juni, 21 Uhr, auf Samstag, 2 Uhr, werden Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Kooperation mit Fahrlehrern interaktive Aktionen anbieten (die RP berichtete). Im Parcours neben dem Disco-Parkplatz wird sicher das eine oder andere Hindernis zur Seite fliegen - die Er-Fahrung, wie Alkohol die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit verändert. Das ist weit eindringlicher als Vorträge und Flyer, weiß Psychologin Marlies Trapp aus der Suchtberatung: "Wer sagt ,Mit drei Bier fahre ich besser als ohne', kann erleben, wie sich das anfühlt." Ilona van Halbeek bekräftigt den Effekt solcher Aktionen: "Wir wollen die Gefahr im Straßenverkehr für Jugendliche erlebbar machen, denn die denken: Ich krieg das hin, ich schaff das."

Präventionsarbeit gehört auch in die Schulen. Sucht-Vorbeugung ist jedes Jahr Thema an der Edith-Stein-Realschule Wegberg. Hier beschäftigen sich die Schüler wieder vom 23. bis 26. Juni mit den Themen Alkohol und Drogen (Cannabis). Beim Gesundheitstag der GHS Wegberg vom 15. bis 17. Juni werden neben Suchtfragen auch die Themen Sport, Gewalt, Fast Food, psychische Erkrankungen, gesund bleiben, Schwangerschaft und Sexualität mit Fachleuten beleuchtet.

Zum unverbindlichen Kennenlernen der Beratungsstelle für Suchtfragen - jetzt im Caritas-Haus Hückelhoven - lädt Marlies Trapp für den 18. Juni ein: "Alle Mitarbeiter sind mit Projekten und Informationen da, auch zu Nikotin und Cannabis, Selbsthilfegruppen sind dabei, die ambulante Reha wird vorgestellt." Und wie maßvoller Umgang mit Alkohol gelingt, zeigt das Angebot zum kontrollierten Trinken.

Quelle: RP
 
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