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Erkelenzer Land
Kaum Handhabe gegen Graffiti-Sprayer

Erkelenzer Land: Kaum Handhabe gegen Graffiti-Sprayer
Mutwillige Zerstörung am Kreuzweg zum Birgelener Pützchen: Unbekannte brachen Mitte Juli den Stahlbetonpfosten ab, auf dem Erklärungen angebracht sind. FOTO: Gregor Sanders
Erkelenzer Land. Dass die Zahl von Schmierereien in Erkelenz zugenommen hat, bestätigte Dieter Stumm, der Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes der Stadt Erkelenz. "Wir haben glücklicherweise zwar keine großstädtischen Verhältnisse, allerdings verzeichnen wir, dass es mehr Schmierereien gibt." Von Anke Backhaus, Angelika Hahn, Michael Heckers und Gabi Laue

Grundsätzlich, so Stumm, erstatte die Stadt Erkelenz dabei Anzeige gegen Unbekannt - auch wenn klar sei, dass dabei zumeist nichts herumkomme. "Wir wollen damit ein Zeichen setzen", sagte Stumm weiter. Festgestellt worden sind in Erkelenz unter anderem diverse Zeichen und Sprüche mit antiislamischem Inhalt. Sofern strafbare Inhalte erkannt werden würden, beginne man umgehend mit der Entfernung. Klar ist, dass ein umfangreicher Aufwand nötig ist, um die Schmierereien zu entfernen. Damit hofft die Stadt Erkelenz jedoch, den Nachahmereffekt möglichst niedrig zu halten.

Haltestellenschilder, Unterstände und Toiletten am Zentralen Omnibusbahnhof in Erkelenz wurden mit Farbe besprüht und beklebt. FOTO: Anke Backhaus

Auch für Wassenberg ist die Beseitigung von Vandalismusschäden - auch hier vor allem Schmierereien - gleichsam regelmäßiges unerfreuliches "Geschäft". Wie Ordnungsamtsleiter Michael Steckel berichtet, beseitigt eine auf Graffiti spezialisierte Firma im Auftrag der Stadt möglichst umgehend Schmierereien, denn die Stadt möchte den Tätern beweisen, dass ihre "Botschaft" nicht lange lebt. Attraktiv sei für die Täter offenbar jede gut sichtbare Fläche im Stadtgebiet. Arbeit machen der Stadt und den Bauhofmitarbeitern zunehmend auch Aufkleber auf Wegehinweisen und Verkehrsschildern. Warum Schmierereien hauptsächlich in Wassenberg, Birgelen und Ophoven auftauchen, weniger dagegen in Effeld, Orsbeck und Myhl, dafür hat der Ordnungsamtsleiter keine Erklärung. Immerhin sagt er, dass Vandalismusschäden wie die zerstörten Erklärungsschilder der Aktionsgemeinschaft "Birgelen hat Zukunft" kürzlich in Birgelen in jüngsten Zeit seltener vorkommen. Rechts- oder linksextreme Parolen und Zeichen gebe es auch hin und wieder, es dominieren laut Steckel aber die wilden pseudo-künstlerischen Sprühereien. "Wir erstatten stets Anzeige, aber in den seltensten Fällen kann die Polizei Täter ermitteln", sagt der Ordnungsamtsleiter. Er weist darauf hin, dass das Städtische Jugendzentrum mit offiziellen Graffiti-Aktionen, etwa auf der Skateranlage, der Lust junger Leute an Aktionen mit Farbe entgegenkommt - auf legale Weise.

Graffiti sind auch in Wegberg ein großes Thema. Sachbeschädigungen durch Schmierereien stellt die Stadt Wegberg vor allem im Bereich des Schul- und Sportzentrums an der Maaseiker Straße immer wieder fest. Der kommunale Ordnungsdienst ist angewiesen, diesen Bereich möglichst häufig anzusteuern, um weitere Straftaten möglichst zu verhindern. Auch die Stadt Wegberg hat Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet - ohne Erfolg.

FOTO: Anke Backhaus

Kommt es im Stadtgebiet Hückelhoven im öffentlichen Verkehrsraum und an kommunalen Gebäuden zu Graffiti "mit problematischem Hintergrund", wird sofort der Bauhof mit der Reinigung beauftragt und der Staatsschutz eingeschaltet, berichtet Stadtsprecher Holger Loogen. Schwerpunkte, wo regelmäßig Sprayer aktiv werden, sind nicht auszumachen. Großflächige "Kunstwerke" seien weniger geworden. Gemeldet werden Schmierereien durch Anwohner oder Hausmeister. Meist werden sie vom Gebäudemanagement im Rahmen der normalen Gebäudeunterhaltung entfernt. Was Vandalismus betrifft, habe die Stadt derzeit "großes Glück", dass es nicht zu vermehrten Schäden komme. Das war zeitweise anders - Weinreben auf der Millicher Halde oder die Weihnachtsbeleuchtung hatten unter Zerstörungswut zu leiden. Präventiv bietet das Jugendamt immer wieder Graffiti-Workshops an, in denen das Sprühen erlaubt ist.

Quelle: RP
 
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