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Kreis Heinsberg
Kreis Heinsberg setzt beim Tourismus auf E-Fahrräder

So wird aus einem Fahrrad ein E-Bike - in 60 Sekunden
So wird aus einem Fahrrad ein E-Bike - in 60 Sekunden FOTO: GeoOrbital
Kreis Heinsberg. Ab 2017 wird ein neuer touristischer Schwerpunkt gesetzt: Der Kreis Heinsberg bekommt eine fast 200 Kilometer lange E-Bike-Route mit zehn Rast- und Ladeplätzen sowie weiteren Angeboten. Von Andreas Speen

Ganz weit vorne war der Kreis Heinsberg in den Jahren 2003 und 2004, als für Fahrradfahrer - und damit vor allem für Tagestouristen - ein Knotenpunktsystem aufgebaut wurde, das sie durch die zehn Kommunen im Kreisgebiet leitet. Erschlossen werden damit inzwischen Radwege mit einer Gesamtlänge von 550 Kilometern. Andere Regionen in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus sind aber mittlerweile bei den Angeboten für Fahrradtouristen nachgezogen, und das hat die Bürgermeister und den Landrat angespornt zu überlegen, wie dieses touristische Angebot ausgebaut werden könnte: Ab 2017 soll es eine E-Bike-Route geben, die sogenannte West-Bike-Route.

Die Pläne stehen kurz vor der Vollendung. Am 21. Juni soll es letzte Absprachen zwischen den Beteiligten geben, zu denen die Kommunen, der Kreis Heinsberg, der Heinsberger Tourist Service (HTS) und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg (WFG) gehören. "Die Bürgermeister des Kreises hatten zu der Planung angeregt, um uns wieder einen touristischen Vorsprung herauszuarbeiten. Die Kreisverwaltung hat diese Planung begleitet", blickte Ulrich Wassen vom Amt für Umwelt- und Verkehrsplanung jetzt im Landschaftsbeirat zurück. Gemeinsam mit einem Aachener Planungsbüro für Raumplanung sei der neue E-Bike-Radweg entstanden, der 198 Kilometer lang ist, alle zehn kreisangehörigen Kommunen einschließt und an zwei bis vier Tagen abgefahren werden kann. "Auch an Radtouristen, die noch länger bei uns Ferien machen wollen, ist gedacht, indem ergänzende Tagestouren - zum Beispiel durchs Rurtal, ins Braunkohlenrevier oder tiefer in den Naturpark Schwalm-Nette hinein - entwickelt werden", berichtete Wassen. Ansonsten umfasse die eigentliche E-Bike-Route bereits Naturräume wie die Teverener Heide, das Rurtal im Kreis Heinsberg, den Effelder Waldsee, das Rodebachtal und die Schwalm-Region sowie kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die Mühlen in Wegberg und Selfkant.

Entlang der West-Bike-Route, die auf das bestehende Knotenpunktsystem aufbaut, werden zehn neue Rast- und Ladeplätze für E-Bikes und Pedelecs entstehen. "Dort sollen ein sicheres Aufladen der Fahrräder und Aufbewahren des Gepäcks gewährleistet sein, und dort werden Informationen über die Strecke und die jeweilige Kommune angebracht werden", sagte Wassen. Standorte sollen beispielsweise am Rathaus in Hückelhoven, Bahnhof in Erkelenz, Lago Laprello in Heinsberg, in Wegberg-Schwaam und in Wassenberg auf dem Roßtorplatz sein. "Die Plätze wurden so gewählt, dass es Spaß macht, dort auch einmal länger zu verweilen und von dort aus den jeweiligen Ort zu Fuß zu erkunden", ergänzte Wassen.

Ziel des neuen touristischen Angebots ist es, die Übernachtungszahlen im Kreis Heinsberg zu steigern, die Gastronomie zu stärken und die Region auf einem neuen Weg erfahrbar zu machen. Als Zielgruppe genannt werden sportive Familien und Singles sowie Best Ager, oder einfach: Menschen, die Landschaft und Kultur erleben wollen. Angestrebt wird, die West-Bike-Route vom ADFC zertifizieren zu lassen, um sie besser vermarkten zu können.

Noch steht davor aber viel Arbeit, erklärt Wassen: "Die Einrichtung der Rastplätze und das Ausweisen der Route ist ab Herbst vorgesehen." Außerdem seien noch die Medien zu gestalten, über welche die Route den Fahrradfahrern vermittelt werden soll. Mit der Beendigung des Projekts, das zu 80 Prozent über Fördergelder finanziert werden soll, sei zum Sommer des nächsten Jahres hin zu rechnen.

Quelle: RP
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