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Hückelhoven
Kundenvolumen steigt auf neue Höchstmarke

Hückelhoven: Kundenvolumen steigt auf neue Höchstmarke
Bruno Kasper (v.l.), Dr. Veit Luxem und Klaus-Dieter Kroll sind als Lenker der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg auf die Steigerung der Mitgliederzahlen um 1500 auf fast 35.000 im Vorjahr stolz. FOTO: Ruth Klapproth
Hückelhoven. Die fünf Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg sind mit 2015 sehr zufrieden. Der Jahresüberschuss wurde auf 19,4 Millionen Euro festgestellt, der Bilanzgewinn auf gut sieben Millionen Euro. Von Willi Spichartz

"Erfolgreich für die Region, Gegenwind durch Politik." Unter diesem Schlagwort stand die Jahresbilanz-Pressekonferenz der fünf Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg, für die deren Sprecher, Volksbank-Erkelenz-Chef Dr. Veit Luxem, Bruno Kasper von der Raiffeisenbank Erkelenz sowie Klaus-Dieter Kroll von der (neuen) Volksbank Heinsberg Fakten vorlegten, die 2015 als ein Erfolgsjahr auswiesen - das Kundenvolumen stieg erstmals auf mehr als fünf Milliarden Euro. Eine Steigerung um 5,8 Prozent. Der Jahresüberschuss wurde auf 19,4 Millionen Euro festgestellt, der Bilanzgewinn auf gut sieben Millionen Euro.

Als Banken für die Kleinkunden, den Mittelstand und Mitglieder im Genossenschaftswesen sind deren Anbieter im Kreis Heinsberg besonders stolz auf die Steigerung der Mitgliederzahlen um netto 1500 auf fast 35.000 im vergangenen Jahr. Im hart umkämpften Marktsegment der Kreditvergabe mit einem "Anstieg des Volumens um 5,8 Prozent auf mehr als 1,9 Milliarden Euro bedeutet das, dass wir Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg weiterhin am Markt erfolgreich sind und unseren Förderauftrag erfüllen", erklärte Luxem.

Die "Kunden- und Mitgliederorientierung ist bei uns als Alleinstellungsmerkmal wesentlich wichtiger als das reine Kapital", stellte Klaus-Dieter Kroll eine Tatsache heraus, die seit längerem fast nur noch für Österreich und Deutschland Bedeutung hat. Das genossenschaftliche Bankwesen ist nur noch in diesen beiden EU-Mitgliedsländern vorhanden, in allen anderen Staaten existieren lediglich noch die großen Geschäftsbanken. Und das ist und wird, so die Kreis-Genossenschaftler, immer mehr ein Problem (das auch für die Sparkassen gilt), da bürokratische Anforderungen zur Dokumentation von Anlage-Beratungsgesprächen etcetera heute bereits riesige Dimensionen aufweisen, die in Zukunft, so Kroll, auf Immobilienkreditvergaben erweitert werden. "Darüber hinaus müssen in Zukunft alle telefonischen Beratungsgespräche aufgezeichnet werden", stellte Kasper weiteren Aufwand fest. Beratungsdokumentationen nehmen bis 30 Seiten in Anspruch, eine Dimension, die kleine Banken kaum noch leisten können.

Die politischen Vorgaben der Niedrigzinsen und die Umlage zur Anlagensicherung als Folge der Finanzkrise rufen den Ärger der Genossenschaftsbanken im besonderen Maß hervor. Die Zinsen vereitelten unter anderem höhere Spareinlagen, die Umlage zur Anlagensicherung müssen von den Genossenschaften mitbezahlt werden, obwohl diese gerade in der Krise die Stabilitätsfaktoren überhaupt waren und aufgrund ihrer Struktur gar nicht in die Schieflage wie die Investitions- und Geschäftsbanken kommen könnten. Luxem: "In den vergangenen 80 Jahren ist keine einzige Genossenschafts- oder Öffentlich-Rechtliche Bank in Konkurs gegangen!"

Quelle: RP
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