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Kreis Heinsberg
Leichensuche: Bagger graben in Richtung Grenze

Kreis Heinsberg. Am Montag ließ die niederländische Polizei die ausgedehnten Grabungsarbeiten in der Teverener Heide fortsetzen.

Die Suche nach einer angeblich in einer Kiesgrube in der Teverener Heide vergrabenen Leiche wurde am Montag fortgesetzt. "Die Grabungen sind weiter im Gange", bestätigte ein Sprecher der Polizei Limburg. Wie lange die Bagger noch im Einsatz sein werden, hänge unter anderem von der Wetterlage ab. Man müsse nun abwarten, ob nach Entdeckung eines schwarzen Müllsacks und anderer Gegenstände noch weitere Spuren zu finden sind.

Vor 17 Jahren soll ein Mann aus Landgraaf/NL ermordet und in der Ton- und Kiesgrube in einer Mülltonne ("Kliko") in der Grube abgekippt worden sein, kurz bevor sie verfüllt wurde. Die im August begonnene ausgedehnte Suchaktion der niederländischen Polizei, unterstützt von deutschen Beamten, ist Mitte Oktober ausgeweitet worden. Da war ein schwarzer Müllsack zu Tage getreten, der unter anderem Etiketten mit den Angaben "Länge, Breite, Gewicht" auf Niederländisch enthielt.

Zum weiteren Inhalt des Müllsacks, den die Spurensicherung mittlerweile unter die Lupe genommen hat, will sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Die Limburger Ermittler machen auch keine Angaben dazu, vor welchem Hintergrund und auf welche Weise die Polizei Kenntnis von einem möglicherweise vor 17 Jahren geschehenen Mord erhalten hat. Die eigene Familie, so heißt es, hat die Person nicht als vermisst gemeldet, den Verbleib konnte die Polizei nicht ermitteln.

Ein beachtliches Stück Arbeit bedeutete die Vorbereitung der Grabung für das Technische Hilfswerk. Seit August unterstützen zahlreiche Fachgruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen, angefordert durch die Kreispolizeibehörde Heinsberg, die Ermittlungen. Bis heute haben sie mehrere Millionen Liter Wasser abgepumpt, denn nach Stilllegung der Kiesgrube hatten sich aus Niederschlagswasser ein See und ein weiteres Biotop gebildet. "Die Aufgaben des THW bestehen darin, den See, der sich im Laufe der Zeit in der ehemaligen Grube gebildet hatte, trockenzulegen, diese Trockenlegung abzusichern sowie für die nötige Beleuchtung an der Einsatzstelle zu sorgen", berichtete Stephan Frambach vom THW-Ortsverband Übach-Palenberg. So abgesichert, konnten sich die Bagger bis in 20 Meter Tiefe vorarbeiten. Das gigantische Loch wächst nun in Richtung Grenze.

(gala)
 
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