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Erkelenz
Löschmeister Josef Jackels schaut auf das neue Jahr

Erkelenz. Ich bin mir ganz sicher, dass 2018 für den Kreis Heinsberg, die Freiwillige Feuerwehr und uns alle ein sehr gutes Jahr wird. Der Kreis ist weiterhin auf einem guten Weg. Die allermeisten Ortschaften haben den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft.

Handyempfang, Glasfaser und funktionsfähige Straßenlaternen sind vielerorts zu Selbstverständlichkeiten geworden. Überall werden neue Straßen gebaut. Ratheim und Wassenberg erhalten aufwändige Umgehungsstraßen, um den Auswärtigen die Fahrt durch den historischen Ortskern zu ersparen. Wobei mir nicht klar ist, was daran so schlimm sein soll.

Vielleicht handelt es sich bei diesen ganzen Projekten um eine Art Konjunkturpaket, mit dem der ohnehin starken Wirtschafts- und Handwerker-Standort HS noch weiter gestärkt werden soll. Der Ausbau der B 56 n hinein ins holländische Straßennetz hat ja die Richtung vorgegeben. Das ist übrigens eine ganz wunderbare Errungenschaft: Vom Autobahnkreuz Wanlo bis zur Imbissbude am Sittarder Marktplatz in nur 12,5 Minuten - bei Vollgas in einem tiefergelegten VW-Golf! Da kommt selbst die neue ICE Verbindung Berlin-München nicht mit. Ein großer Gewinn für alle Freunde von Bami und Frikandel.

Wo wir gerade beim Straßenverkehr sind: Nicht ganz so ideal ist es, dass im Laufe des Jahres 2018 die A 61 zwischen Wanlo und Jackerath unterbrochen wird. Der Braunkohlentagebau bringt das mit sich. Aber was tut man nicht alles für eine moderne Brückentechnologie. Für viele Jahre fährt der überregionale Nord-Süd-Verkehr dann einen Umweg über neue Autobahnteilstücke, oder aber die Leute suchen sich Schleichwege durch Holzweiler und im Feld hinter Kückhoven.

Widmen wir uns der Kultur. Hückelhoven macht erstaunliche Schlagzeilen mit geplanten Konzerten großer nationaler und internationaler Acts. Wer hätte das gedacht? Nicht der Männergesangsverein Altmyhl oder die Hobby-Rockband "Top Sound" geben sich die Ehre, sondern James Blunt und Johannes Oerding. Nachdem Hückelhoven schon als Einkaufsstandort die Nachbarkommunen das Fürchten gelehrt hat, möchte man nun auch "Las Vegas des Kreises Heinsberg" werden. Man darf also gespannt sein. Wenn die auch noch Helene Fischer dorthin bekommen, spendiere ich der Feuerwehr ein Gruppenticket.

Privat erwarte ich nur das Beste von 2018. Das fängt schon damit an, dass für die zweite Januarwoche trockenes Wetter im Selfkant gemeldet ist. Ich und meine Frau haben schon überlegt, uns einfach mal auf die Räder zu setzen. Allerdings nur, wenn es draußen nicht zu frisch ist. Außerdem müssen wir vorsichtig sein, denn wir haben unsere neuen E-Bikes noch nicht richtig im Griff. Die Beschleunigung beim Start ist enorm. Wir beide sind schon mehrmals abgeworfen worden. Die E-Bikes hat uns übrigens das Christkind gebracht (6999 Euro incl. Vollkasko).

Im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr wird es 2018 bei uns im Ort auch allerhand Neuigkeiten geben. So erhält unser Löschzug bald ein neues Löschfahrzeug. Das alte war bei Alarmierungen mehrmals nicht angesprungen. Für eine professionell agierende Feuerwehr ein Ding der Unmöglichkeit. Ich sollte das eigentlich gar nicht öffentlich zugeben, aber der Feuerwehrauto war so unzuverlässig, dass wir bei mehreren Bränden erst am Einsatzort eintreffen konnten, nachdem der ADAC da gewesen war. Da gab es wirklich Optimierungsbedarf.

Der neue Feuerwehrauto ist auch schon bestellt. Jetzt muss man sehen, was eBay für Lieferzeiten hat. Es wird ein gebrauchter MAN Zwölftonner sein. Ein ganz wunderbares und modernes High-Tech-Fahrzeug. Ein Meilenstein der Technik mit Sitzheizung, Zigarettenanzünder und GPS-gestützen Christopherus. Im Radio lassen sich sogar vorab die Sender einprogrammieren, damit wir beim Ausrücken nicht suchen müssen. Wir haben in diesen Momenten ohnehin immer schon viel damit zu tun, wenn wir jedes Mal diskutieren müssen, wer eigentlich dieses Mal die Drehleiter hochklettern muss. Der eine pocht darauf, dass er schon beim letzten Mal dran war. Der andere traut sich nicht. Ein dritter berichtet von einer kurzfristig aufgetretenen Erkältung. Aber ich bleibe da immer knallhart und sage: "Da geht jetzt einer rauf. Klärt das unter Euch!"

Nachdem das vergangene Dienstjahr bei unserer Dorffeuerwehr mit 0,5 Alarmierungen relativ ruhig verlaufen ist, rechnen wir für 2018 wieder mit etwas mehr Einsätzen. Das sagt einem schon die Erfahrung, wie auch der Aberglaube. Für den Juli 2018 ist außerdem wieder unsere berühmte Mehrzweckhallenparty geplant. Sie erfreut sich regen Zulaufs von Einheimischen wie Auswärtigen. Hauptattraktion ist die neue Wand-Deko, bei der uns die Katholischen Strickfrauen wieder nach Kräften unterstützt haben. Darüber hinaus locken attraktive Getränkepreise: Großes Pils: 55 Cent. Cola, Limo, Wasser: 7 Euro.

Unsere Feuerwehr-Vorweihnachtskollekte hat auch wieder einen schönen Betrag erbracht. Diese ist im Ort sehr bekannt und auch gefürchtet, da wir mit mehreren Feuerwehrleuten immer an den Türen vorbeigehen, um zu sammeln und bis zu zwölf Mal zurückkommen, wenn jemand nicht aufgemacht hat. Vom Erlös möchten wir 2018 eine mehrtägige Ausflugsfahrt mit der Jungfeuerwehr unternehmen.

Im Frühjahr feiern wir zudem ein rundes Jubiläum. 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr. Das ist auch in unserer schnelllebigen Zeit ein langer Zeitraum. Ganz am Anfang hatte unsere Feuerwehr nur einen einfachen Holzkarren, der von zwei altersschwachen Pferden gezogen wurde. Aber immerhin gab es schon eine Feuerwehr. Der erste Alarm ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1965 erschallten die eigentlich für totgeglaubten Alarmglocken. Ein Brand in der örtlichen Bäckerei, den wir erfolgreich vereiteln konnten. Dann ging es weiter Schlag auf Schlag. 1998 wurden wir sogar zu einer Alarmierung ins zehn Kilometer entfernte Heinsberg gerufen. Wir sind regelrecht dorthin gerast. Als wir eintrafen waren die Pferde wirklich fix und fertig, aber wir konnten helfen. In diesem Sommer wurde unser Ort heimgesucht von einem mittelschweren Gewitter, bei dem erfreulicherweise nur ein einziger Keller vollgelaufen war. Nämlich der vom Feuerwehrhaus. Nachdem wir die Bedienungsanleitung der Hochwasserpumpe wiedergefunden hatten, ließ sich das Wasser ohne weiteres abpumpen. Ich glaube, wir haben die Sache bei uns im Ort im Großen und Ganzen im Griff. 2018 kann kommen!

Quelle: RP
 
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