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Kreis Heinsberg
"Ludwig hat sich sehr gut geführt"

Kreis Heinsberg: "Ludwig hat sich sehr gut geführt"
Als Zeichen der Wertschätzung überreichte Landrat Stephan Pusch (rechts) ein Weinpräsent an den scheidenden Kämmerer Ludwig Schöpgens. "Im eigenen Haus hat das Wort ,Haushalt' eh eine ganz andere Bedeutung, die dir bald geläufiger sein wird", sagte Stephan Pusch. FOTO: Jennifer Grünter / Kreis Heinsberg
Kreis Heinsberg. Landrat Stephan Pusch verabschiedete nach der Haushaltsberatung Kämmerer Ludwig Schöpgens in den Ruhestand. Von Michael Heckers

Für Kreiskämmerer Ludwig Schöpgens (61) endet in wenigen Tagen ein Weg, der sich am 1. August 1970 mit Antritt eines Verwaltungspraktikums andeutete und den er mit Dienstantritt als Kreisinspektoranwärter am 1. August 1972 endgültig einschlug. Die am Donnerstagabend mit nur einer Gegenstimme verabschiedete Haushaltssatzung 2016 stellt 43 Jahre später den Schlusspunkt dieses Wegs dar. "Wahrscheinlich einen, den sich der damals 18-Jährige aus Hetzerath bei Ausbildungsbeginn nicht hat träumen lassen", sagte Landrat Stephan Pusch. Dass der Kreisinspektoranwärter Schöpgens ein fleißiger und guter Schüler war, hat schon sein Abschlusszeugnis der Volksschule Doveren mit sieben Mal "Sehr gut" und acht Mal "Gut" ausgewiesen. Sein Klassenlehrer vermerkte im Abschlusszeugnis: "Ludwig hat sich sehr gut geführt. Er war immer sehr aufmerksam und sehr fleißig. Seine Leistungen sind lobenswert." Landrat Pusch merkte am Donnerstag dazu an: "Gäbe es ein Abschlusszeugnis zur Beendigung des aktiven Dienstes in der Kreisverwaltung, wir könnten den Satz ohne Einschränkungen so übernehmen."

Erste Erfahrungen in der Verwaltung sammelte Ludwig Schöpgens im Kulturamt des Kreises Heinsberg. Schon damals habe er seine Vorgesetzten durch gute Arbeit überzeugt, berichtete Pusch. "Klar im Handeln, entscheidungsfreudig, zielgerichtet und uneigennützig, das waren nur einige der Beurteilungen der Vorgesetzten."

Am 27. Mai 1981 wurde Schöpgens in die Kämmerei versetzt. Anfang 1985 ging es dann zurück ins Kulturamt, dessen Leitung er übernahm. "Mit gerade einmal 30 Lebensjahren eine beachtliche Leistung", sagte Pusch. 1990 wechselte Ludwig Schöpgens ins Hauptamt, wo er stellvertretender Leiter wurde. 1997 wurde er zum Leiter des Amtes für Finanz-, Wohnungs-, Energie- und Verkehrswirtschaft ernannt und gleichzeitig zum Kämmerer bestellt. Zum 1. Januar 1998 stieg er zum Dezernenten auf. Pusch lobte seine pflichtbewusste Arbeitsweise: "Mit deiner ruhigen, aber auch kenntnisreichen und zielstrebigen Art hast du vieles erreicht, für den Kreis Heinsberg, für die Kreisverwaltung und auch für dich persönlich." Es sei schließlich eine Mammutaufgabe, jedes Jahr das große, nicht jedem auf Anhieb verständliche Zahlenwerk zu erstellen. "Dann kommt noch hinzu, dass man es uns Politikern im Kreistag plausibel zu erklären hat", sagte Pusch. Letztlich müsse das Zahlenwerk so stabil konstruiert sein, dass es den Stürmen standhält, die aus unterschiedlichen politischen Richtungen blasen. "All das hast du alljährlich in vorbildlicher Weise geleistet, ganz nach dem Motto des Wilhelm Busch: ,Stets äußert sich der Weise leise, vorsichtig und bedingungsweise.'" Geprägt durch Behördenleiter wie Dr. Theo Esser und Dr. Leo Thönnissen habe Ludwig Schöpgens schnell verinnerlicht, dass beim Kreis Heinsberg neben der effektiven Arbeit auch die Sparsamkeit hoch im Kurs stand und steht. "Dass wir den Kreis Heinsberg bislang in diesen schwierigen Zeiten der Finanzierung kommunaler Aufgaben auf Kurs halten konnten, ist zu einem großen Teil auch dein Verdienst", sagte Pusch. Für die Zukunft wünschte der Landrat dem scheidenden Kämmerer alles Gute und viel Zeit für die Familie: "Im eigenen Haus hat das Wort ,Haushalt' eh eine ganz andere Bedeutung, die dir bald geläufiger sein wird."

Nachfolger von Ludwig Schöpgens im Amt des Kämmerers des Kreises Heinsberg wird Michael Schmitz.

Quelle: RP
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