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Kreis Heinsberg
Mehr Verkehrsunfälle, weniger Verletzte

Kreis Heinsberg: Mehr Verkehrsunfälle, weniger Verletzte
Weißes Kreuz als Mahnmal für Verkehrstote: "An jedem Unfalltoten hängen etwa 100 Opfer - Familie, Freunde, Kollegen und weitere Menschen, die um diesen Toten trauern", sagt Michael Okuhn von der Polizei. FOTO: Gerhard Seybert (Archiv)
Kreis Heinsberg. Die Verkehrsunfallstatistik 2015 der Kreispolizeibehörde Heinsberg weist eine positive Bilanz auf. Hauptursache bleibt Geschwindigkeit. Von Anke Backhaus

Schlechter konnte das Jahr 2016 aus Sicht der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Heinsberg nicht beginnen: In nur sechs Wochen starben auf Kreis Heinsberger Straßen fünf Menschen bei Verkehrsunfällen. "Wir leben in einem ländlichen Gebiet mit gut ausgebauten Landstraßen. Auf diesen Landstraßen fühlt sich der Verkehrsteilnehmer am sichersten. Das ist allerdings trügerisch", sagt Polizeihauptkommissar Michael Okuhn. Der stellvertretende Leiter der Direktion Verkehr legte zusammen mit Andreas Bollenbach, Leiter der Abteilung Polizei, Günter Reischert und Josef Neiß (beide Direktion Verkehr) die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2015 vor - und diese zeigt im Gegensatz zum negativen Jahresbeginn 2016 eine positive Bilanz auf.

Michael Okuhn steht seit einigen Jahren für die enormen Maßnahmen, die für die gute Entwicklung gesorgt haben. Er hatte sich die Verkehrsunfälle mit Personenschaden (VUP), wie es im Fachjargon heißt, besonders vorgenommen und mit seiner Behörde ein Sicherheitsprogramm entwickelt. Ereigneten sich im Kreis Heinsberg im Jahr 2005 983 Unfälle mit Personenschaden, so lag die Zahl 2015 bei 853 (2014: 891). Die Zahl aller Verkehrsunfälle stieg jedoch von 6788 (2014) auf 6805 (2015/plus 0,25 Prozent), insgesamt blieb der Kreis Heinsberg damit weit unter dem Landesdurchschnitt (plus 4,65 Prozent).

Der sich seit 2012 abzeichnende Abwärtstrend bei den Verkehrstoten (Tiefststand 2014 mit sechs Toten) setzte sich hingegen nicht fort, denn 2015 starben auf den Kreisstraßen zehn Menschen. Michael Okuhn: "Jeder Tote ist einer zu viel. An jedem Unfalltoten hängen etwa 100 Opfer - das sind dann die Familie, Freunde, Kollegen und weitere Menschen, die um diesen Toten trauern." Die Zahl der Verunglückten sank 2015 um 48 auf 1108.

Unfallursache Nummer eins bleibt die Geschwindigkeit. Okuhn: "Gleichwohl haben bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen in der Fläche mit schwerpunktmäßiger Ausrichtung auf die am meisten unfallbelasteten Kommunen offensichtlich Wirkung gezeigt. Die Zahl der VUP mit der Ursache Geschwindigkeit sank um 25 Prozent." In absoluten Zahlen ausgedrückt: 2014 ereigneten sich 290 Unfälle, 2015 219. Das Land NRW verzeichnete hier nur einen Rückgang um ein Prozent. Weitere Hauptunfallursachen sind Vorfahrts-/Vorrangverletzungen (2014: 204, 2015: 164) und unzureichender Sicherheitsabstand (2014: 144, 2015: 119).

Ein Problem stellen die Verkehrsunfälle mit Flucht dar. Andreas Bollenbach, der Leiter der Abteilung Polizei, sagte dazu kurz und prägnant: "Fluchten sind Straftaten." Die Zahl stieg 2015 um 37 auf 1579. Der steigende Trend setzt sich somit fort. Gut ist: Die Aufklärungsquote - hier im Bereich VUP-Flucht - steigt rasant und lag 2015 bei 78,8 Prozent (2014: 70,1).

Die Kreispolizeibehörde wird auch in Zukunft auf die intensiven Maßnahmen zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen setzen. Ausgeweitet werden sollen besonders die polizeilichen Kontrollen mit Blick auf Handys am Steuer. Mehrere Kampagnen mit Blick auf Prävention werden fortgesetzt, unter anderem die Projekte "Abgelenkt", "Crash Kurs NRW" und "Mobil im Alter - Aber sicher!". Weiterhin werden an Orten, wo Menschen bei Unfällen gestorben sind, weiße Kreuze aufgestellt.

Quelle: RP
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