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Erkelenz
Mit Kunst Geschichten erzählen

Erkelenz. Katia Inkiova-Kersten ist eine vielseitige Künstlerin: (Ikonen-)Malerei, Installationen und Objekte zu sozialen und gesellschaftspolitischen Themen gehören ebenso zum Spektrum wie Naturdarstellungen und abstrakte Arbeiten. Von Nicole Peters

Gedanklicher Austausch und gemeinsame Ausstellungstätigkeit mit anderen Kunstschaffenden ist der in Bulgarien geborenen Katia Inkiova-Kersten sehr wichtig: So ist sie seit zwei Jahren zusammen mit Ute Henkens beim Künstlerstammtisch Wassenberg für Organisation und Durchführung von Treffen und Schauen zuständig, sie ist Mitglied im Forum "Kunstlabor" Erkelenz sowie in der Gruppe "4 im Kreis". Als Künstlerin zeichnet sie dabei große Vielseitigkeit aus: (Ikonen)Malerei, Installationen und Objekte fertigt sie zu zwischenmenschlichen und gesellschafts-politischen Themen an. Oder sie widmet sich Naturdarstellungen und Abstraktem. "Ich versuche, in meinen Bildern Geschichten zu erzählen", beschreibt sie im Gespräch mit unserer Redaktion ihre Motivation, "in der Ikonenmalerei etwa suche ich dafür seltene Motive von Heiligen aus."

Mit Temperafarben-Malerei auf Holz besitzt sie ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. In ihrer Heimat hatte sie die nationale bulgarische Kunstform fasziniert, und sie hatte sie sich durch Studien selbst beigebracht. Mehrere Monate brauche sie für eine mehrszenische Darstellung, erzählt sie. Dagegen arbeite sie in der Acryl-Malerei schneller und könne sich quasi austoben. Mit Pinsel und Spachtel trägt sie dabei die Farben auf, wobei sie gerne Elemente wie Spiegelchen integriert, um den Betrachter unmittelbar mit einzubeziehen. Beim Motiv der Vollverschleierung entwickelte sie aus der Ausführung mit Spiegelelementen hinter dem Gesichtsnetz eine ganze Reihe "Experimentelle Spiegel-Fotografie". Die Malerin hatte sich im Bild selbst wahrgenommen und diese Ansicht mit der Kamera festgehalten. Spiegelungen auf Oberflächen oder in Schaufenstern bildete sie im Weiteren ab.

Ebenso provoziert sie den Betrachter gerne mit Installationen, sich selbst in die Thematik einzubringen. Unter das Gemälde einer Magersüchtigen platzierte sie eine funktionstüchtige Waage. Oder die Besucher konnten durch ein überdimensioniertes Auge Teile einer Ausstellung betrachten und so ihren eigenen Standpunkt intensiver wahrnehmen. Die gelernte Bühnen- und Kostümbildnerin mag es, sonst unsichtbare zwischenmenschliche Verbindungen wie Gefühle und Beziehungen sichtbar zu machen: Etwa zum Thema "Generation Facebook", wozu sie Einzelbilder mit Schnüren verband. Ebenfalls verknüpfte sie auf diese Weise menschliche Porträts, deren Verhältnisse sie so symbolisch darstellte. Politische Arbeiten prägen zudem ihr Schaffen. Exemplarisch hat sie an diesem Tag eine mit einem radioaktiven Zeichen beklebte Tasse zum Teller auf den Tisch gestellt - Teil eines kompletten Gedeckes, mit dem sie auf die unsichtbaren schädlichen Strahlen verweist. Krieg und Flucht beispielsweise stellen für sie auch Themen dar, zu denen sie sich in ihrer Kunst äußert.

Quelle: RP
 
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