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Kreis Heinsberg
Neues Konzept für den Tourismus

Kreis Heinsberg. Das neue Tourismuskonzept soll dabei helfen, den Kreis Heinsberg als Freizeit- und Tourismusdestination zu stärken und weiter auszubauen. Das 92-seitige Konzept dient den touristischen Leistungsträgern als Handlungsempfehlung. Von Michael Heckers

Nach rund anderthalb Jahren Vorbereitungszeit wurde am Montag während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Heinsberger Tourist Service (HTS) das neue Tourismuskonzept für den Kreis Heinsberg vorgestellt. "Nachdem die letzte touristische Konzeption für den Kreis Heinsberg vor mehr als 20 Jahren verabschiedet wurde, war es längst an der Zeit, die aktuelle Entwicklung im Kreis Heinsberg kritisch zu prüfen und zukunftsorientierte Entwicklungsansätze zu entwickeln", sagte Landrat Stephan Pusch im Heinsberger Haus Lennartz vor rund 50 HTS-Mitgliedern, darunter die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Kreis Heinsberg.

Vor diesem Hintergrund hatte der HTS bereits Anfang 2015 die dwif-Consulting GmbH aus München beauftragt, eine neue Konzeption für die Freizeit-Region Heinsberg zu entwickeln. Die Inhalte der Konzeption wurden unter intensiver Einbindung der Tourismusakteure der Region erarbeitet. "Aufbauend auf zahlreichen Expertengesprächen, zwei grundlegenden Strategieworkshops und fünf Maßnahmenworkshops wurden die Ziele für die zukünftige Entwicklung, das Selbstbild, die wichtigsten Themen und die Zielgruppen definiert", erklärt Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Heinsberg, der sich künftig verstärkt um das Thema Tourismus im Kreis Heinsberg kümmern wird.

Vorgestellt wurde das neue Tourismuskonzept von Markus Seibold (dwif consulting), Ulrich Schirowski (WFG) und Landrat Stephan Pusch. "Sie werden feststellen: Das Rad wird nicht neu erfunden - und das ist auch richtig so. Denn wir haben in den letzten Jahrzehnten viele gute Ansätze entwickelt. Noch allerdings machen wir zu wenig daraus. Im Wettbewerb der Regionen bedarf es eines überzeugenden Marketings - und zwar sowohl nach innen und außen", sagte Landrat Pusch. Markus Seibold erklärte, dass der Kreis Heinsberg in Zukunft durch die gezielte Hervorhebung der eigenen Stärken und Qualitäten gegenüber anderen Destinationen im Wettbewerb positioniert werde. Das Angebot im Kreis Heinsberg werde grundlegen in zwei Säulen eingeteilt: "Natur- und Aktiverlebnis" sowie "Kultur und Tradition". Die ergänzende Sparte "Städte und Dörfer" stelle die Information über die Siedlungen des Kreises Heinsberg sicher und ermögliche dem Gast einen Zugang zum Freizeit- und Tourismusangebot über die Ortsebene. Der "grenzenlose Radurlaub" ist das Hauptthema des Kreises Heinsberg, das sowohl regional (Tagestourismus) als auch überregional (Übernachtungstourismus) als das Aushängeschild des Kreises weiter gepflegt und noch besser in Szene gesetzt werden soll. Schirowski nannte die Umsetzung der kreisweiten E-Bike-Route, die Schaffung einer neuen Stelle des "Produktmanagers Radfahren/Fahrradbeauftragter", die Umsetzung des Förderprojekts "Raderlebnis RUR" und die Ausweisung eines Wurmufer-Radwegs beispielhaft für das umfangreiche Maßnahmenpaket. Für den Tagestourismus eigne sich zudem das Naturerlebnis als Hauptthema dank der vielen attraktiven Naturräume. Ulrich Schirowski nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Naturparkregion De Meinweg, den Naturpark Schwalm-Nette mit dem Premiumwanderweg "Birgeler Urwald" und die Teverener Heide. Als Entwicklungsthemen werden die Bereiche "Naturerlebnis beim Übernachtungstourismus" mit verheißungsvollen Entwicklungsaktivitäten im Naturpark Schwalm-Nette sowie die Bereiche "Wandern" und "Familienerlebnis" mit Fokus auf den Tagestourismus angesehen. Die Mühlen im Kreis Heinsberg, das Begas Haus, die Selfkantbahn und der Erlebnisraum Westzipfel seien wichtige Elemente des regionalen Angebotes, die eine besondere Qualität aufweisen, in dieser Form nirgendwo sonst zu finden sind, und dem Kreis Heinsberg dadurch Glaubwürdigkeit und Profil verleihen. Diese Bereiche erfüllen laut Seibold ebenso wie das Themenfeld "Spargel, Obst und Kulinarik" die Funktion der wichtigen Ergänzungsthemen. Wichtigste Zielgruppen seien Familien (Durchschnittsalter 35 Jahre) und aktive Best Ager (Durchschnittsalter 67 Jahre), die an Reisen, Städtereisen und Kulturerlebnissen interessiert seien.

Das 92-seitige Tourismuskonzept benennt die Grundsätze für das Marketing: 1. Fokus auf die Hauptthemen Radfahren und Natur, 2. Von den Zielgruppenbedürfnissen ausgehen, 3. "Leuchttürme" als Aushängeschilder für die Region nutzen, 4. Kein Vollständigkeitsanspruch, 5. Mehr Authentizität schaffen, 6. Emotionalität und Storytelling ausbauen, 7. Überregionale Wahrnehmbarkeit stärken. Der bislang bestrittene Wachstumspfad soll weiter verfolgt werden. "Wie dies in Zukunft gewährleistet werden soll, beschreibt dieses Konzept", sagte Markus Seibold. Für das Gelingen dieses Plans sei es von großer Bedeutung, dass nicht nur der Kreis Heinsberg und die Mitarbeiter des HTS und der WFG das neue Tourismuskonzept als roten Faden für ihre Arbeit ansehen und entsprechend behandeln. Auch die Kommunen, die touristischen Betriebe und alle weiteren Akteure müssten sich hinter die Ziele, die Grundphilosophie des Konzeptes und dessen Maßnahmenkatalog stellen und dessen Umsetzung unterstützen. Zu den Schlüsselmaßnahmen, die in den kommenden Monaten Priorität haben müssen, gehört laut Seibold die Prüfung der Zukunftsfähigkeit des HTS und die Vertiefung der Partnerschaft mit der Niederrhein Tourismus GmbH.

Quelle: RP
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