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Kreis Heinsberg
Newsticker macht türkischstämmigen Kunden wütend

Kreis Heinsberg. Anlass zur Sorge gibt Landrat Stephan Pusch ein Vorfall im Straßenverkehrsamt des Kreises in dieser Woche. Dort habe ein türkischstämmiger Kunde nachdrücklich die Abschaltung aller Monitore, mit denen die Kunden zu ihrem Schalter gerufen werden, gefordert, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung.

Grund dieser Forderung: "Auf diesen Bildschirmen läuft als Service für die Wartenden zusätzlich der News-Ticker der ARD-Tagesschau. Der türkischstämmige Kunde wertete diesen Newsticker als ,Propaganda für die Putschisten und Terroristen in der Türkei'." Die Kreisverwaltung sei dem Verlangen nach sofortigem Abschalten mit Hinweis auf die Informations- und Meinungsfreiheit nicht nachgekommen.

Reagiert hat Landrat Pusch darauf dennoch. Er sucht nun den Dialog mit den Vertretern türkischer Gemeinschaften im Kreisgebiet. "Mir schwebt vor, die offiziellen Vertreter aller türkischen Vereine und Glaubensgemeinschaften im Kreis zu einem gemeinsamen Gespräch einzuladen, an dem beispielsweise auch die gewählten Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus unserem Kreis teilnehmen", kündigte Pusch an. Mit dem Dialog wolle er verhindern, dass die politischen Vorgänge in der Türkei nachteilige Auswirkungen auf das Zusammenleben im Kreis Heinsberg haben werden. "Ich habe viele türkische Freunde in meiner Heimatstadt Hückelhoven und freue mich über das bislang gute Miteinander. Daher möchte ich nicht, dass eine politische Diskussion Keile zwischen unterschiedlich denkende türkische und deutsche Mitbürger treibt."

In einer Demokratie müsse man auch Nachrichtenmeldungen ertragen, die einem persönlich nicht gefielen, erklärte Landrat Pusch gestern in einer Pressemitteilung außerdem. Die Kreisverwaltung sei ein Ort politischer Neutralität.

Quelle: RP
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