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Wegberg
Notfälle wieder nach Wegberg

Wegberg: Notfälle wieder nach Wegberg
Die Klinik in Wegberg ist gerettet FOTO: RPO
Wegberg. Kommando zurück: Rettungswagen mit Notfallpatienten steuern die Wegberger Klinik seit gestern wieder an. Die Krankenhausleitung hat dem Kreis Heinsberg einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. Von Michael Heckers

Seit gestern gibt es eine neue Anweisung für die Leitstelle des Kreises Heinsberg: Rettungswagen mit Notfallpatienten dürfen das Wegberger Krankenhaus wieder ansteuern. Erst am Freitag hatte Landrat Stephan Pusch verfügt, dass keine Notfallpatienten mehr in die Sankt Antonius Klinik gebracht werden.

Acht-Punkte-Plan

Warum plötzlich wieder Krankenwagen vor der Wegberger Notaufnahme vorfahren dürfen, erklärte gestern Kreispressesprecher Ulrich Hollwitz gegenüber der RP: "Klinikleiter Arnold Pier hat als Reaktion auf die Verfügung durch den Landrat dem Kreis Heinsberg einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgelegt." Nach fachlicher Beurteilung des Acht-Punkte-Plans sei das Kreisgesundheitsamt zu dem Ergebnis gekommen, dass zeitliche Verzögerungen bei der Aufnahme von Notfallpatienten ausgeschlossen seien. Daraufhin habe sich der Kreis entschlossen, mit sofortiger Wirkung eine so genannte "Überprüfungsphase" einzurichten, in der Notfallpatienten wieder in die Wegberger Klinik gebracht werden und das Kreisgesundheitsamt die Klinik "engmaschig und unangemeldet kontrolliert", wie Hollwitz sagte. Die Verfügung des Landrats sei damit jedoch nicht aufgehoben. "Wir wollen jetzt prüfen, ob bei der Aufnahme von Notfallpatienten in Wegberg tatsächlich alles reibungslos funktioniert", sagte Hollwitz.

Schon am Samstagabend war entgegen der Verfügung des Kreises Heinsberg ein Notfallpatient mit einem Rettungswagen in die Sankt Antonius Klinik eingeliefert worden. Laut Hollwitz habe es sich um eine "absolute Notfallsituation" gehandelt, die mit der Überprüfungsphase nichts zu tun habe. Der Patient habe dringend einen intensivmedizinischen Beatmungsplatz gebraucht. In den umliegenden Krankenhäusern seien keine Plätze mehr frei gewesen, "die Einsatzkräfte haben bis nach Düsseldorf telefoniert", sagte Hollwitz. Weil es keine Alternative gab, sei der Notfallpatient ins Wegberger Krankenhaus gebracht worden. Noch am selben Abend habe Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, eine Prüfung in der Klinik vorgenommen. Es habe keinerlei Beanstandungen gegeben.

Landrat Stephan Pusch hatte erst am Freitag angeordnet, dass keine Notfallpatienten mehr in das Wegberger Krankenhaus gebracht werden dürfen. In der Nacht zum 10. November war es bei der Aufnahme eines Notfallpatienten in der Sankt Antonius Klinik zu Verzögerungen gekommen.

Quelle: RP
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