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Kreis Heinsberg
Notfallschutzpläne für Reaktorunfall erarbeitet

Kreis Heinsberg. Für die Region Aachen, Heinsberg, Euskirchen und Düren sind Notfallkonzepte in der Endabstimmung.

Die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg haben aufgrund diverser Zwischenfälle und Pannenserien in den belgischen Atomkraftwerken Tihange 2 und Doel 3 gemeinsam Konzepte zur Information der Bevölkerung sowie zur Vorverteilung und Verteilung von Jodtabletten im Schadensfall ausgearbeitet. Diese liegen jetzt vor, teilte gestern der Kreis Heinsberg mit. In den nächsten Wochen sollen sie dem Land Nordrhein-Westfalen zur Genehmigung vorgestellt werden.

Das Erstellen solcher Konzepte war im Mai in einem Gespräch der Kommunen und Landkreise aus der Region Aachen mit NRW-Innenminister Ralf Jäger vereinbart worden. Auf Initiative von Aachen gründeten die Beteiligten daraufhin eine regionale Koordinierungsgruppe, die in den vergangenen Monaten die Katastrophenschutzplanung aufbereitet hat. Ein zentraler Bestandteil ist darin eine Informationsbroschüre, die zeitnah mit dem Land NRW abgestimmt wird und danach als Online-Broschüre erscheinen soll (nach Bedarf auch in gedruckter Form), hieß es gestern in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. In der Broschüre sind neben allgemeinen Informationen zu Kernkraftwerken und Radioaktivität sowie deren Wirkung auch Informationen zum Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen, zum Verfahren der Strahlenmessung, zur Warnung und Information der Bevölkerung, zu Verhaltensregeln, Schutzmaßnahmen und Evakuierung enthalten. Zudem liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Informationen zur Einnahme und Verteilung von Jodtabletten. Ergänzend zur Online-Broschüre werden in Teilen der Region Aachen Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung geplant. Alle Konzepte sind von den beteiligten Behörden aus der Region Aachen, soweit dies auf kommunaler Ebene möglich ist, ausgearbeitet worden. Noch offene Fragen sind aktuell dem Land Nordrhein-Westfalen zur Beantwortung zugeleitet.

Eine Vorverteilung von Jodtabletten erwartet der Kreis Heinsberg in den nächsten Wochen, wurde gestern ebenfalls mitgeteilt. NRW hatte sich bereiterklärt, dafür auf eigene Kosten Jodtabletten in der erforderlichen Anzahl zu beschaffen. Mit der Lieferung werde nun gerechnet. Die Vorverteilung habe NRW über die Apotheken angedacht. Erste Gespräche mit der Apothekerkammer Nordrhein seien dazu schon geführt worden.

Quelle: RP
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