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Erkelenz
Putzmunterer Bärennachwuchs

Erkelenz: Putzmunterer Bärennachwuchs
Die Bärin hütet die beiden Jungtiere wie ihren Augapfel, Bärenvater Bruno hält Distanz. Das ist auch gut so, denn in freier Wildbahn töten Bären manchmal sogar ihren Nachwuchs. FOTO: N. peters
Erkelenz. Wohin zu Pfingsten? Ein heißer Tipp ist der Gangelter Wildpark. Bei den Braunbären tollen zwei Bärenkinder über das Gelände. In dem von den großen Tieren gegrabenen Naturbau kamen, zunächst unbemerkt, die Kleinen zur Welt. Von Nicole Peters

Beim jungen tierischen Nachwuchs sind die Hauptaktivitäten der ersten Monate ähnlich gelagert wie beim menschlichen: saugen, schlafen, "in die Windeln machen" und zunehmend das Spielen gehören dazu. Somit benötigen Parkbesucher auch ein wenig Glück, um die pelzigen Bärchen außerhalb ihrer Höhle anzutreffen.

"Die beiden spielen eine Stunde, sind dann wieder weg oder kommen eine Zeit lang gar nicht heraus", beschreibt Wildhüter und Falkner Erwin Janssen das Verhalten, während er sie von der Plattform aus beobachtet, "manchmal klettern sie schon auf die Bäume rauf." Sie in den Wipfeln sitzen zu sehen, ist eine große Attraktion für Jung und Alt.

Schon zum dritten Mal gibt es in Gangelt Nachwuchs im Bärengehege: Schon 2013 (li.) und 2010 (zweimal Zwillinge!) konnten Besucher diese entzückenden Familienszenen beobachten. Tara und Sava kamen vierjährig 2008 aus dem Schweizer Juraparc zu Bruno ins Gehege. Papa Bär ist jetzt 28 Jahre alt. FOTO: Wildpark/Gabi Laue

Erstmals haben sich die Braunbären - der imposante Bär Bruno lebt mit den Bärinnen Tara und Sava in einem weitläufigen Gehege - eine Naturhöhle vor der Winterruhe gegraben. Selten hatten sie sich während der Wintermonate blicken lassen. Aufgrund der relativ milden Temperaturen ruhen sie aber nicht durchgehend und fressen immerhin ein wenig. In der freien Natur ziehen sie sich ganz zurück und verbrauchen ihre Fettreserven.

Anfang April waren die beiden Bärenkinder erstmals ins Freie gekommen. Vermutlich im Januar geboren, wärmten die Muttertiere oder das Muttertier die Kleinen, die bei der Geburt etwa die Größe eines kleinen Kaninchens haben. "Beide Bärinnen haben Milch, und die Kleinen saugen bei ihnen", erzählt Janssen, "wir wissen nicht, ob beide Tiere Mutter geworden sind." Ebenfalls kennen sie nicht das Geschlecht des Nachwuchses. Erst wenn die beiden Kleinen sich zeitweise von den Muttertieren entfernt aufhalten, können die Mitarbeiter es feststellen. Beispielsweise ist dies in der Höhle unter der Aussichtsplattform, die sich durch eine Tür schließen lässt, möglich. Ein vorbildliches Verhalten legt Vater Bruno an den Tag. Die Bärinnen halten ihn auf Abstand, und er lässt sie mit den Kleinen letztlich in Ruhe. In der Natur töten Bärenväter oft den Nachwuchs, um die weiblichen Bären wieder belegen zu können.

"Drei, vier Jahre dauert die Kinderstube", erläutert Erwin Janssen, "dann werden die Jungen weggetrieben, da sie zu Nahrungskonkurrenten werden." Auch die jungen Vorgänger waren nach mehreren Jahren vom Gangelter Wildpark an Parks in Ostdeutschland und Österreich abgegeben worden. Typisch für Bärennachwuchs ist ihr schnelles Wachstum. Aufgrund des hohen Protein- und Fettgehalts der Muttermilch erreichen sie nach einem Geburtsgewicht von 340 bis 680 Gramm nach drei Monaten bereits ein Körpergewicht von 15 Kilogramm und nach insgesamt sechs Monaten von 25 Kilogramm.

Im Alter von fünf Monaten nehmen sie erstmals feste Nahrung zu sich und werden bis zum Alter von anderthalb bis zweieinhalb Jahren von der Mutter gesäugt. "Es ist zu vermuten, dass sie bereits jetzt ein bisschen am Futter der Alten knabbern", sagt Janssen, "bei diesen Allesfressern stehen Äpfel, Trauben oder Gemüse genauso auf dem Speiseplan wie Fleisch."

Quelle: RP
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