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Kreis Heinsberg
"Rheydter Kurve" wird in Berlin politisch beraten

Kreis Heinsberg. Spinrath, Schmidt und Nietan haben SPD-Fachkollegen im Deutschen Bundestag um Unterstützung gebeten. Von Andreas Speen

Das von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen vorgeschlagene Maßnahmenbündel, um die von den belgischen Seehäfen nach Deutschland anrollende Güterverkehrswelle infrastrukturell zu bewältigen, ist in der politischen Diskussion in Berlin angekommen. Norbert Spinrath, SPD-Abgeordneter aus dem Kreis Heinsberg, berichtete auf Anfrage unserer Redaktion von Gesprächen, die dazu geführt worden seien.

Weil es aussichtslos scheint, dass die Bahnstrecke von Aachen nach Köln ein drittes Gleis bekommt, erwartet die IHK einen vermehrten Güterverkehr nach Mönchengladbach und damit durch den Kreis Heinsberg. Sie schlug in diesem Zusammenhang unter anderem vor, die "Rheydter Kurve" zu bauen, eine Gleisverbindung von Herrath nach Hochneukirch und Jüchen. Norbert Spinrath und Vertreter mehrerer Kommunen aus dem Kreis Heinsberg sagten ihre Unterstützung für dieses Vorhaben unter der Prämisse zu, dass von Beginn an mehr Lärmschutz und Bahnunterführungen finanziell eingeplant und dass für den schienengebundenen öffentlichen Personenverkehr gleichzeitig kapazitätserweiternde Maßnahmen ergriffen werden - denn: Idee der IHK ist es, das Vorhaben noch in den Bundesverkehrswegeplan 2030 zu bekommen, der in Berlin beraten wird.

Nachdem das Maßnahmenbündel zur Ertüchtigung der Schienenstrecken Aachen-Düren-Köln und Aachen-Kreis Heinsberg-Mönchengladbach um diese Aspekte erweitert worden war, hat sich Norbert Spinrath "gemeinsam mit meiner Kollegin Ulla Schmidt aus Aachen und meinem Kollegen Dietmar Nietan aus Düren an unsere NRW-Kollegen im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags gewandt sowie an die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion und den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses. Das von der IHK in diesem Zusammenhang vorgeschlagene Maßnahmenbündel müsste zügig in den BVWP 2030 eingefügt werden. Daher haben wir unsere Kollegen gebeten, das Maßnahmenbündel über den Verkehrsausschuss in den BVWP einzubringen. Darüber hinaus haben wir die Landesgruppe NRW im Deutschen Bundestag um Unterstützung gebeten."

Die IHK hatte alle Bundestagsabgeordneten der Region eingeladen, um ihren Maßnahmenkatalog vorzustellen, der auf einem noch nicht vollendeten Gutachten beruht, das zum Jahreswechsel präsentiert werden soll. Sie bat um Unterstützung bei der Beantragung der daraus resultierenden baulichen und technischen Maßnahmen als Projekt im Bundesverkehrswegeplan. "Alle anwesenden Bundestagsabgeordneten der Region Aachen sagten die erbetene Unterstützung zu", berichtete Spinrath, er aber nur unter Zugeständnissen für den Kreis.

Öffentlich Kritik geäußert haben an dem Vorstoß inzwischen Dr. Günter Krings, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Mönchengladbach, Dr. Gerd Hachen, CDU-Landtagsabgeordneter aus Erkelenz, und die Kreistagsfraktion der CDU.

Quelle: RP
 
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