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Kreis Heinsberg
Rollt die Tour de France durch den Kreis?

Kreis Heinsberg. Wenn das bedeutendste Radsportereignis der Welt 2017 in Düsseldorf startet, könnten sich die Profis durch den Kreis Heinsberg auf den Weg nach Frankreich machen. WFG und HTS wurden gestern gebeten, die Kosten zu ermitteln. Von Andreas Speen

Gemütliches, die Natur in den Mittelpunkt rückendes Fahrradfahren erfreut sich im Kreis Heinsberg großer Beliebtheit. Aber auch das sportliche Rennradfahren und Radtouristikfahrten sind in der Region fest im Terminkalender verankert. Gestern nun haben die Bürgermeister und der Landrat aus dem Kreis Heinsberg die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und den Heinsberger Tourist Service (HTS) beauftragt, zu ermitteln, wie und zu welchen Kosten sich der Kreis bewerben kann, dass 2017 die Rennradfahrer auf der Tour de France durch die Region fahren.

Seit feststeht, dass das bedeutendste Radsportereignis der Welt 2017 am 1. Juli in Düsseldorf mit einem Einzelzeitfahren beginnt, machen sich viele Städte und Gemeinden Hoffnung, ein Stück vom Tour-Kuchen abzubekommen. Krefeld, Neuss, Mönchengladbach und der Kreis Viersen, um Beispiele aus der Nachbarschaft zu nennen, haben schon ihr Interesse daran bekundet, dass das Rennen auf dem Weg nach Frankreich durch ihr Stadt- oder Kreisgebiete führen sollte. "Deshalb habe ich dieses Thema am Dienstag in die Bürgermeisterrunde mit dem Landrat gebracht", erklärte WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski auf Nachfrage unserer Redaktion. Er habe daraufhin den Auftrag erhalten, das Thema positiv weiterzuverfolgen und zunächst die zu erwartenden Kosten zu ermitteln. "Wenn man sich anschließend zu einer Bewerbung entschließen sollte, bin ich mir sicher, werden wir dafür bestimmt Sponsoren gewinnen können", sagte Ulrich Schirowski. Sollte es so weit kommen, sei "eine gemeinsame Initiative besprochen worden und keine einzelnen Aktivitäten".

Touristisch vermarktet sich der Kreis Heinsberg immer stärker als Fahrradregion. Verschiedene Thementouren werden beworben, Arrangements können gebuht werden, Städte wie Erkelenz haben sich als fahrradfreundlich zertifizieren lassen. "In diesem Kontext wurde bei der Bürgermeisterrunde mit dem Landrat der Werbewert erkannt, den die Tour de France haben könnte, wenn sich durch das Kreisgebiet geführt werden sollte", berichtete Schirowski. Als Slogan, mit dem der Kreis Heinsberg anschließend werben könnte, könne er sich "Bei uns fahren sie Fahrrad wie die Profis" vorstellen.

Ob es zu einer Bewerbung kommen könnte, wird sich in den nächsten Wochen herauskristallisieren. Und erst am 18. Oktober 2016 fällt beim Veranstalter die Entscheidung über die endgültige Streckenführung ab der zweiten Etappe. So oder so sieht Schirowski den Kreis Heinsberg aber als einen Profiteur des Tourauftaktes in der Landeshauptstadt an: "Düsseldorf als Rennort wird sich im Kreisgebiet bei den Übernachtungszahlen sicherlich genauso positiv auswirken wie die Reit-Weltmeisterschaft in Aachen."

Auch wenn der Radsport den Dopingfluch immer noch nicht ganz besiegen konnte, hat die Tour de France immer noch eine große Anziehungskraft. Deutsche Fahrer mischen in jüngster Vergangenheit wieder ganz vorne mit. Der Sprinter André Greipel gewann im vergangenen Jahr vier Tour-Etappen. Auch Simon Geschke und Zeitfahrweltmeister Toni Martin feierten 2015 jeweils einen Etappensieg. Für die Zuschauer auch attraktiv: Bereits eine Stunde bevor die Fahrer kommen, sorgte eine große Werbekolonne, die einem Karnevalsumzug ähnelte, für Volksfeststimmung.

Foto: Imago (Archiv)

Quelle: RP
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