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Kreis Heinsberg
Schülerschwund - streikbedingt

Kreis Heinsberg. Warnstreik der Busfahrer: Notfahrtplan führte in der Frühe zu Problemen.

Gestern kurz nach 10 Uhr: Busse steuern den Erkelenzer Bahnhofsvorplatz an, fast so wie an anderen Tagen. Und doch: Merklich weniger Fahrgäste steigen aus und zu. "Es ist heute deutlich ruhiger als sonst, man merkt, dass sich viele auf den Warnstreik eingestellt haben", sagt ein Busfahrer des Unternehmens Höninger - eines von 15 privaten Vertragsunternehmen der West, die gestern den Notfahrplan im Kreis Heinsberg umsetzen halfen - mit teils veränderten Routen und zusätzlichen Schulbusfahrten, wie zu erfahren ist.

Denn der Schulbusverkehr für die Grundschulen soll möglichst normal fließen - das sei auch gestern beim Warnstreik im Rahmen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst der Fall gewesen, sagte Udo Winkens, Geschäftsführer und Betriebsleiter der WestVerkehr GmbH . Anderes Bild bei den weiterführenden Schulen: Im Erkelenzer Cusanus Gymnasium standen vor Unterrichtsbeginn die Telefone nicht still, berichtete stellvertretender Schulleiter Willi Gronenthal. Eltern entschuldigten ihre Kinder, die keinen Bus bekommen hatten oder in die wenigen überfüllten Busse in Myhl oder Gerderath nicht mehr reinpassten. Das sei man bei Busfahrerstreiks mittlerweile gewohnt, sagte Gronenthal. Zahlen der aufgrund des Streiks fehlenden Schüler konnte er jedoch (noch) nicht nennen.

Zwölf Buslinien wurden mit Hilfe der Vertragsunternehmen komplett bedient, 14 nur vereinzelt, und auf neun Linien lief nichts, resümierte Udo Winkens für WestVerkehr. Dennoch: Der seit etlichen Jahren bei den Streiks laufenden Notfahrplan habe sich alles in allem bewährt.

Die meisten West-eigenen Busfahrer - deren Organisationsgrad hoch ist - hatten sich gestern vor Sieben in den Bus-Depots eingefunden, um zur zentralen Großkundgebung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach Düsseldorf zu fahren. Profitierten die Taxiunternehmen vom ausgedünnten Personennahverkehr? Eher wenig, lautete das Fazit bei einer Nachfrage unter Taxifahrern am Erkelenzer Bahnhof.

Nicht nur im öffentlichen Nahverkehr finden Warnstreiks statt: Auch andere Staatsbedienstete - etwa in Kindergärten - treten in den Ausstand. Aus dem Kreisgebiet jedoch wurden bislang keine weiteren Streikmaßnahmen bekannt.

(aha)
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