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Erkelenz
Seit 33 Jahren in der Falknerei tätig

Erkelenz: Seit 33 Jahren in der Falknerei tätig
Seit 33 Jahren in der Falknerei tätig: Erwin Janssen hat den Arbeitsplatz in der Natur dem am Schreibtisch vorgezogen und seine Wahl nie bereut. Die Arbeit mit Greifvögeln - auf dem Handschuh spreizt ein Blaubussard die Schwingen - hat ihm immer schon Spaß gemacht. FOTO: Nicole Peters
Erkelenz. Erwin Janssen arbeitet im Wildpark Gangelt und hat den Arbeitsplatz in der Natur dem am Schreibtisch vorgezogen. Diese Wahl hat er nie bereut. Denn die Arbeit mit Greifvögeln hat ihm immer schon Spaß gemacht. Von Nicole Peters

Bis vor ein paar Minuten hatten 150 Schüler der Europaschule aus Erkelenz die Falknerei besucht - ein Andrang, der selbst für den sehr erfahrenen Falkner Erwin Janssen groß war. Als Abschluss des Rundgangs durch den Wildpark mit einer großen Auswahl an europäischen Wildtieren waren sie zu ihm sowie Helferin und Falknerin Jaqueline Baltes gekommen, um Wissenswertes über die Greifvögel zu erfahren und sie aus der Nähe zu bestaunen.

Erwin Janssen ist bestens mit den Eigenschaften der gefiederten Schützlinge vertraut. Vor 33 Jahren trat er seine Stelle als Falkner im Gangelter Wildpark an und hat es nie bereut, den Arbeitsplatz in der Natur dem am Schreibtisch vorgezogen zu haben. Falknerei bedeute die Pflege von und das Jagen mit Greifvögeln, erklärte er zu Beginn, wobei im Wildpark die Flugschauen und das näher Bringen der Tiere an die Menschen mit Ausführungen zu Gewohnheiten und Flugeigenschaften das Hauptbestreben seien. "Mein besonderer Bezug zu Greifvögeln kommt aus der Jagd heraus", erzählte der 69-Jährige, der sich seit drei Jahren im wohlverdienten Ruhestand befindet, aber weiterhin im Betrieb beschäftigt ist, solange die Gesundheit es zulässt, "mein Vater war Jäger und als ich 18 Jahre alt war, habe ich auch meinen Jagd- und Falknerschein gemacht." Zuvor begann er mit 16 Jahren eine Banklehre, nach deren Abschluss er die Chance erhielt, als Falkner im Wildpark anzufangen. Sein Entschluss stand schnell fest: "So etwas hat mir immer Spaß gemacht und so machte ich mein Hobby zum Beruf."

Zu diesem Zeitpunkt war er bereits oft mit Greifvögeln, die er zuhause hielt, auf die Jagd gegangen. "Für die Arbeit als Falkner muss man generell etwas für die Natur übrig haben. Man ist immer draußen und bei schlechtem Wetter zieht man einfach andere Klamotten an." Er könnte sich nicht vorstellen, am Schreibtisch zu sitzen. Auf die Frage nach seinen Hauptbeschäftigungen führt er füttern und tragen an, wobei die Flugvorführungen willkommene Nebenerscheinungen seien. "Ich muss mich in erster Linie viel mit den Tieren beschäftigen, damit deren Vertrauen zu mir optimal ist." "Abtragen" ist dabei wichtiger Bestandteil: Den Greifvogel auf die Faust mit Lederhandschuh setzen, füttern und mit ihm spazieren und an andere Menschen herangehen. "Sie müssen den menschlichen Umgang gewohnt sein", betonte der Falkner, "dann ist es unwahrscheinlich, dass sie wegfliegen, aber eine Sicherheit gibt es da nicht."

Das Fleischfutter müsse wie in der Natur angeboten werden, damit der Würgereflex für das Ausscheiden von Gewölle funktioniert. Ebenso dürften nicht die Krallen gestutzt werden. Falls sie doch wegfliegen, könnten sie nicht jagen und würden verhungern. Wichtig ist es Janssen darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Vögeln um Raubtiere handelt - entsprechend ruhen sie die meiste Zeit, um keine Energie zu verschwenden. "In der Natur bewegen sie sich auch wenig und bei unseren Tieren ist es genauso." Zwölf befinden sich zurzeit im Flugprogramm. Welchen davon Janssen fliegen lässt, entscheidet er je nach Wetter und Laune.

Quelle: RP
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