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Kreis Heinsberg
Sirenennetz ausgebaut: Probealarm am 9. Juli

Kreis Heinsberg: Sirenennetz ausgebaut: Probealarm am 9. Juli
Im Kreis Heinsberg wurden, anders als in Großstädten, noch keine funktionierenden Sirenen abgebaut, trotzdem gibt es Nachrüstungsbedarf. FOTO: bsen (Archiv)
Kreis Heinsberg. Die Bevölkerung soll bei Notfällen möglichst schnell gewarnt werden. Deshalb wurde das Sirenennetz im Kreis technisch umgerüstet und ergänzt. Regelmäßige Probealarme sollen Schwachstellen aufdecken. Von Angelika Hahn

Keiner wünscht sie sich, die im Behördendeutsch so genannten "Großschadenslagen". Dazu zählen etwa Großbrände mit extremer Rauchentwicklung und möglichem Austritt von Giftstoffen, Explosionen in Firmen, Bombenentschärfungen mit nötigen Evakuierungsmaßnahmen, Störfälle in Atomkraftwerken (Stichwort Tihange) oder auch die in einer Zeit allgegenwärtiger Terrorgefahr möglichen Sabotageakte. Umso wichtiger, dass die Bevölkerung breitflächig rechtzeitig gewarnt wird und vor allem diese Warnsignale auch versteht.

Sirnen, die vor allem in vielen Großstädten schon als Auslaufmodell betrachtet wurden und in den letzten Jahren vielerorts sogar abmontiert wurden, bekommen im Konzept von Bund und Land für eine bessere und gezieltere Warnung der Bevölkerung nun neues Gewicht, bestätigt Kreisbrandmeister Klaus Bodden.

Am 9. Juli findet im Kreis Heinsberg wie in vielen anderen Städten und Kreisen in NRW ab 12 Uhr ein einheitlicher Probelauf für alle Sirenen statt. Wie das Ganze abläuft, beschreibt eine Mitteilung des Kreises: Der Probealarm beginnt mit einem eine Minute anhaltenden Dauerton, der im Ernstfall "Entwarnung" bedeutet. Danach folgt eine fünfminütige Pause. Anschließend ist ab 12.06 Uhr ein ebenfalls eine Minute andauernder auf- und abschwellender Heulton zu hören. Dabei handelt es sich um das eigentliche Warnsignal, das bei einem echten Notfall auf eine Gefahrenlage hinweist. Nach einer weiteren fünfminütigen Pause schließt um 12.12 Uhr der nochmalige Entwarnungsdauerton den Probealarm ab. Doch wie sollen Bürgerinnen und Bürger mit dem Sirenenton im Ernstfall umgehen? Dazu Thomas Kähler von Leitstelle des Kreises Heinsberg in Erkelenz: "Sie sollten im Ernstfall bei Auslösung der Sirenen geschlossene Räume aufsuchen, Passantinnen und Passanten bei sich aufnehmen, Türen und Fenster geschlossen halten und umgehend das Radio einschalten."

Aktuelle Informationen gehen in solchen Fällen umgehend an das Programm des Westdeutschen Rundfunks (WDR 2), an den in der Region ebenfalls häufig gehörten Sender "100,5 das Hitradio", an die Internetredaktionen und die Leitstellen der zuständigen Verkehrsbetriebe im Kreis Heinsberg.

Kreisbrandmeister Klaus Bodden erläutert den Sinn des kreisweiten Probelaufs. Grundlage sei ein neues erweitertes Feuerschutzgesetz, abgekürzt BHKG (Brandschutz-Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetz). "Im vergangenen Jahr haben alle Kommunen vom Land, variierend je nach Größe, Gelder für die digitale Um- und Aufrüstung ihres Sirenennetzes bekommen." Für Wegberg waren es beispielsweise rund 20.000 Euro, nach Erkelenz flossen hierfür 22.000 Euro. Sirenenalarm kann vom Feuerschutzzentrum in Erkelenz aus nun besser zentral gesteuert und koordiniert werden.

Manche Kommunen haben schon Schwachstellen erkundet und Umrüstungen vorgenommen. Der Erkelenzer Verwaltungsmitarbeiter (und frühere Feuerwehrchef) Wolfgang Linkens dazu: "In Erkelenz werden wir die eine oder andere Sirene ersetzen oder zusätzlich installieren, zum Beispiel auf der alten Schule in Matzerath."

"Ob alle umgerüsteten Sirenen auch funktionieren und wo Lücken bestehen, darüber soll der flächendeckende Sirenentest nächste Woche Aufschluss geben", sagt Bodden. "Wehrleute werden jede einzelne Sirene dabei im Auge halten und den Betrieb dokumentieren." Aber der Kreisbrandmeister weiß auch, dass noch nicht alle Außenlagen in den großflächigen Landkommunen von Sirenen erfasst werden. Er spricht von einer Abdeckung von 75 Prozent des Kreisfläche. Gedacht wird daran, mit mobilen Sirenen, wie sie die Wassenberger Feuerwehr schon nutzt, Abhilfe zu schaffen. Ohnehin würden im Ernstfall auch Lautsprecher die Bevölkerung warnen.

Der Kreis hat den überregionalen Sirenentest zum Anlass genommen, die Bürger in einem Faltblatt "Unser Sirenen-Warnsystem - für Ihre Sicherheit" über die Bedeutung der Sirenentöne und all das, was Bürger im Notfall beachten müssen, zu informieren. In einer Checkliste werden Handlungsschritte, Informationsmöglichkeiten und Service-Telefonnummern aufgelistet. Ein wichtiger Hinweis betrifft auch die neue landesweite Warn-App NINA, über die Bürger auch regional kostenlos benachrichtigt werden.

Quelle: RP
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