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Wegberg
Sorge um Samtpfoten

Wegberg: Sorge um Samtpfoten
Kater Tom wurde in Oberbruch gefunden, sieben weitere Katzen aus einem Dalheimer Wohngebiet sind spurlos verschwunden. Eva Hohn (v.l.), Tochter Luna, Arno Eickhoff-Brocker und Jutta Brocker schlagen Alarm. FOTO: Laaser
Wegberg. In Dalheim sind zuletzt mehrere Katzen verschwunden. Zwei von ihnen tauchten plötzlich in Brüggen und Oberbruch wieder auf. Die betroffenen Familien befinden sich wegen der unerklärlichen Vorfälle in großer Sorge. Von Nicole Peters

Mehrere Katzen sind in den vergangenen Wochen auf den Straßen zwischen Philosophenweg und Roermonder Bahn in Dalheim verschwunden. Tom ist eine der zwei glücklichen Katzen, die nach längerer Abwesenheit wiedergefunden worden sind. Ein Anwohner in Oberbruch hatte eine Tierschützerin über dessen Anwesenheit benachrichtigt. Und diese hatte ihn aufgrund seiner Tätowierung im Ohr den Besitzern mit Hilfe einer Organisation zuordnen können. Alle Tiere sind gekennzeichnet und könnten über den Tierschutzverein "Tasso" identifiziert werden.

Katzen spurlos verschwunden

Er stammt von einer Norwegischen Waldkatze mütterlicherseits und einer Hauskatze väterlicherseits ab. Da er recht groß gewachsen ist und ein schönes dichtes Fell hat, war er wohl inmitten anderer Katzen aufgefallen. So glimpflich wie bei Tom ist die Sache beim anderen Fundtier nicht ausgegangen – in Brüggen gefunden und zurück gebracht, ist es kurz danach erneut nicht mehr nach Hause gekommen.

Mehrere Katzen verschwanden im Laufe der vergangenen anderthalb Monate in der Dalheimer Nachbarschaft – zwischen Philosophenweg und Roermonder Bahn, an die Königsberger Straße angrenzend – und die Besitzer sind in großer Sorge. Dabei beunruhige vor allen die Häufung der Fälle innerhalb kurzer Zeit, berichten Eva Hohn und Jutta Brocker.

Familie Hohn sucht inzwischen ihren langhaarigen Kater Bruce, der nach Toms Rückkehr verschwand. Und Familie Brocker vermisst seit mehreren Wochen ihre schwarz-getigerte Luise. Von insgesamt sechs Katzen – alle kastriert und tätowiert oder gechipt – hätten sie inzwischen Kenntnis, die verschwunden seien. Eine Vermutung der Frauen ist, dass jemand, der etwas gegen die Tiere hat, sie wegschafft. "Die 22 Kilometer bis Oberbruch sind keine Entfernung, die unser Tom so eben bewältigen könnte", sagt Eva Hohn.

Tom sei ein sehr zutrauliches Tier, das täglich auf Zuruf nach Hause kommt. Verdächtig habe sie auch die Geschichte mit Toms Bruder Puschel gefunden, sagt Jutta Brocker. "Vor einigen Tagen kam er von seinem Freigang zurück und roch stark nach Fischöl, das an Pfoten und Brust klebte." Das Öl wird gerne benutzt, um Tiere anzulocken. Die Familien, die zuvor ausführlich in der näheren Umgebung nach den Tieren gesucht hatten, Flyer aufhängten und Anwohner ohne Erfolg befragten, wollen nun Anzeige gegen Unbekannt stellen.

Grundsätzlich verbessern ließe sich die Situation für entlaufene oder verschwundene Katzen, wenn mehr Halter die Freigänger vom Tierarzt tätowieren oder mit einem Mikrochip versehen ließen, sagen die Frauen. "Die darauf enthaltenen Kenndaten können Tierschutzorganisationen übermittelt werden. So ist die Zuordnung eines Tieres problemlos möglich", sagt Eva Hohn. Sie beide hielten eine verbindliche Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen, wie sie vor kurzem im Haupt- und Finanzausschuss in Wassenberg diskutiert aber nicht eingeführt wurde, für sinnvoll.

(RP/rl)
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