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Radsport
Als Streckenposten mitten im Geschehen

Radsport: Als Streckenposten mitten im Geschehen
Auf der L 277 zwischen Holzweiler und Immerath (alt) hatte Anastasia Scharov gestern ihren Posten. Von 10 bis 16 Uhr sorgte die 18-Jährige aus Erkelenz dafür, dass niemand über die Straße lief, sich und die Fahrer der Tour de France in Gefahr brachte. FOTO: HENDRIKE GIERTH
Erkelenz. Radsport: Die 18 Jahre alte Anastasia Scharov aus Erkelenz war gestern bei der Tour de France als Streckenposten im Einsatz. Von Hendrike Gierth

Eine kleine schwarz-weiße Gummi-Kuh als Schlüsselanhänger und einen kleinen durchsichtigen Plastikbecher mit roter Aufschrift - die Ausbeute für knapp sechs Stunden Arbeit ist eher mau, doch Anastasia Scharov strahlt über das ganze Gesicht. "Das war sehr beeindruckend", sagt die 18-Jährige aus Erkelenz, "verrückt, wie schnell die hier vorbei waren." Weniger als 30 Sekunden dauerte es gestern Nachmittag und schon war der Spuk beziehungsweise das Fahrerfeld der Tour de France auch schon wieder vorüber. Auf der L 277 rauschte zuerst eine vierköpfige Ausreißer-Gruppe und dann wenige Minuten später das große Fahrerfeld an Anastasia Scharov vorbei, die dick eingemummelt mit Decke und Regenschirm ihren Job als Streckenposten an einer Kreuzung in der Nähe von Immerath (alt) versah.

Um 9.30 Uhr hieß es für die zahlreichen Streckenposten rund um Keyenberg, Holzweiler und Immerath (alt) antreten, um 10 Uhr gab es eine kurze Einführung und die wichtigsten Infos für den Tag. "Das Wichtigste, was uns mit auf den Weg gegeben wurde, war, dass wir darauf achten sollen, dass niemand über die Straße läuft, sich oder die Fahrer in Gefahr bringt", sagt die Abiturientin. Dazu gab es ein paar Zettel mit den notwendigsten Informationen und einem ungefähren Zeitplan, wann die Werbekarawane und das Fahrerfeld erwartet werden. Nach einem kleinen Frühstück mit belegten Brötchen und bestückt mit einem Lunchpaket für den restlichen Tag - mit Müsliriegel, Traubenzucker, Capri-Sonne und einem Apfel - ging es dann zum Posten an der L 277. "Es gab für alle Streckenposten eine neongelbe Warnweste mit Tour-Logo und der Aufschrift ,Tour Maker' sowie ein blaues T-Shirt als Erinnerung, zudem wurde uns im Vorfeld geraten, einen Campingstuhl mitzubringen", sagt Anastasia Scharov. Und der ist auch dringend nötig, um sich nicht die Beine in den Bauch zu stehen, denn insgesamt dauerte Scharovs Einsatz gestern sechs Stunden. Gegen 13 Uhr kamen die ersten Fahrzeuge der Werbekarawane - "das ist ein bisschen wie Karneval", fand Scharov -, gegen 14.45 Uhr die Ausreißer und ein paar Minuten später das große Fahrerfeld - und der Regen. Und während die vielen Zuschauer nach der Durchfahrt der Radprofis fluchtartig die Straßenränder verließen, musste Anastasia Scharov noch etwa eine Stunde ausharren. "Wir dürfen erst gehen, wenn wir ein Zeichen von der Polizei bekommen, dass wir die Strecke wieder freigeben dürfen", erklärt die 18-Jährige, die gestern das Tour-Fieber gepackt hat: "Eigentlich bin ich kein großer Radsportfan, aber in diesem Jahr werde ich die Tour de France sicherlich noch ein wenig am Fernseher verfolgen. Es ist wirklich sehr beeindrucken, wie schnell die Fahrer gefahren sind, und es war echt cool, das hautnah an der Strecke mitzuerleben."

Quelle: RP
 
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