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Tanzsport
Auf vielen Parketts der Welt zu Hause

Tanzsport: Auf vielen Parketts der Welt zu Hause
Ludwig Pelzer mit Erkelenzerin Silke Tischtau bei der Gebietsmeisterschaft NRW im A-Latein bei der Jugend. FOTO: Waldschmidt (ARCHIV)
Erkelenz. Tanzen: Die Geschwister Karen und Ludwig Pelzer aus Wegberg zog es erst durchs Tanzen, dann beruflich in die weite Welt hinaus. Von Klaus Waldschmidt

Karen und Ludwig Pelzer haben viele Jahre ihrer Jugend dem Tanzsport auf höchstem Niveau gewidmet und dabei DM-, EM- und WM-Titel eingeheimst, dennoch kam bei den Geschwistern aus Wegberg die Schul- und auch die Berufsausbildung nie zu kurz. Inzwischen hat das Duo die Tanzschuhe längst an den Nagel gehängt, beide stehen als gestandene Erwachsene voll im Berufsleben. Die 41-jährige ist seit 2008 als Anwältin in einer Financial Institutions Group für Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht in New York tätig. Der 38 Jahre alte Ludwig ist, nach Stationen in Los Angeles, Singapur und Schanghai, nun bei BMW in der Logistik und Transportplanung gelandet. Beide sind verheiratet und haben Kinder.

Mit dem Tanzsport angefangen hatte zuerst Karen Pelzer in der C-Lateinformation bei der Tanzsportgemeinschaft Erkelenz im Jahr 1990. Mit reichlich Talent ausgestattet tanzte sie ein Jahr später schon im B-Team. 1992 startete Karen Pelzer mit ihrem Partner dazu noch als Einzelpaar auf Turnieren in den lateinamerikanischen Tänzen. Schnell folgten die Aufstiege in die B-Klasse, dann in die zweithöchste Startklasse, bei A-Latein.

Mit dem Erwerb des Führerscheins wechselte Karen Pelzer zum TSC Schwarz-Gelb Aachen, dessen B-Team in der Bundesliga für Lateinamerikanische Formationen tanzte. Und so startete Karen Pelzer in der B-Mannschaft bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft mit der Joseph-Choreografie in der Stadthalle von Bremerhaven. Mit dem Aachener Jens Reisser stieg Karen Pelzer zudem in die Sonderklasse Latein auf und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft der S-Klasse. In den Standard-Tänzen reichte es auch noch zur Landesmeisterschaft von Nordrhein-Westfalen.

Ab 1994 tanzte Pelzer im Aachener A-Team. Mit der "Kiss"-Choreografie verbuchte sie ihre erste Deutsche Meisterschaft in der neuen Köln-Arena. Ein Jahr später wurde der DM-Titel mit der "Magic"-Choreografie in Sindelfingen verteidigt. Mit dieser legendären Choreo gewannen die Aachener 1996 in Vilnius die Weltmeisterschaft und die Europameisterschaft 1997 in Warschau. Dazu noch mit "Second Element" in München erneut den WM-Titel. Belohnt wurden diese Erfolge mit dem "Silbernen Lorbeerblatt" des Bundespräsidenten.

Etwas anders, aber gleichwohl erfolgreich, verlief die Tanzsport-Jugend bei Ludwig Pelzer bei der TSG Erkelenz. Mit der Erkelenzerin Silke Tischtau waren es die Einzelpaar-Aufstiege in den Lateinamerikanischen Tänzen von 1993 bis zur DM-Teilnahme bei der A-Jugend 1996, dazu verschönten beide mit den jährlichen Landesmeistertiteln sehr erfolgreich ihren Tanzsport. Die TSG Erkelenz startete 1994 mit der "Horrorladen"-Choreografie die beeindruckende Aufstiegsserie bis in die Bundesliga. Doch 1996 folgte Ludwig Pelzer seiner Schwester nach Aachen. Im Aachener B-Team war es zunächst der Einsatz in der "Kiss"-Choreografie, ehe die Geschwister mit dem Schwarz-Gelben A-Team und der "Second Element"-Choreo ein Jahr später in München den WM-Titel verteidigten. Wegen seiner Bundeswehrzeit machte er dann eine Tanzpause, danach folgte der Beginn des Studiums in Oldenburg im Fach Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, so dass der Vereinswechsel zur TSG Bremerhaven 1999 erfolgte. Unter dem heutigen Bundestrainer Horst Beer erkämpfte die TSG Bremerhaven mit Ludwig Pelzer 1999 den DM-Titel in Karlsruhe, die Vize-WM in Vilnius/Litauen und die EM 2000 in Ostrava/Tschechien. Für all diese Erfolge gab es auch für Ludwig Pelzer das "Silberne Lorbeerblatt" des Bundespräsidenten.

Das Leben nach dem Tanzsport begann bei Karen Pelzer ernsthaft mit den Examensvorbereitungen des Jura-Studiums ab 1998. Dazu kam BWL mit Handels- und Gesellschaftsrecht. Die Promotion erfolgte in Bonn. Zu Studienaufenthalten ging es an die Sorbonne in Paris, an die School of Economics in London und an die Autónoma in Barcelona. An der Columbia University in den USA erhielt Karen Pelzer den wohl letzten Schliff, so dass sie die Zulassungshürde für New York als Anwältin bestand und sich 2008 niederlassen konnte. In Amerika fand Karen Pelzer ihren Mann, mit dem sie zwei Kinder (3 und 1 Jahr) hat.

Für Ludwig Pelzer war das Psychologie-Diplom 2004 geschafft. Bei der Lufthansa Cargo begann seine unruhige Berufszeit. Von 2004 bis 2008 war er in Singapur, zwischendurch, 2007, ging es zur MBA-Ausbildung an die UCLA Anderson School of Management in Los Angeles und dazu mit einer sechsmonatigen Zeit in Schanghai/China. Jetzt ist die Logistik und Transportplanung bei BMW sein Arbeitsgebiet. Ludwig ist verheiratet und hat einen fast anderthalbjährigen Sohn. Die Familie lebt in der Nähe von München. Als Hobby pflegt er den "Halbmarathon-Tourismus", etwa in Göteborg, Madrid, demnächst in Verona. Viel Wind um die Nasen, schon in ihrer Tanzsportzeit und in den beruflichen Zeiten erlebten Karen und Ludwig Pelzer bisher.

Quelle: RP
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