| 00.00 Uhr

Motorsport
"Ausbildungsfahrt" endet auf Podestplatz zwei

Hückelhoven. Motorsport: Jörg Müller zeigt in seinem 20. Jahr als BMW-Werkspilot Nachwuchsmann Nico Menzel, wie auf dem Nürburgring Siegen geht. Von Hans Groob

Auch zum zehnten Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft waren wieder fast 150 Starter zum Nürburgring gekommen - "zum letzten Ritt durch die Grüne Hölle in der Saison, wie die VLN-News wieder viele Tausend Zuschauer lockten. Und auf der 24,358 Kilometer langen Kombination aus Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurses und Nordschleife präsentierte sich erneut berüchtigtes Eifelwetter: Nebel, nasskalt, Regen. Auf den bekannten Streckenabschnitten Adenauer Forst, Schwedenkreuz, Karussell, Brünnchen, Pflanzgarten oder Döttinger Höhe also große Herausforderungen für alle Fahrer. Ganz besonders aber für den in der Schweiz lebenden Hückelhovener Jörg Müller (47), der einmal mehr tief in die Erfahrungskiste griff und den vom belgischen RBM-Team gemeldeten BMW M6 GT3 , den er sich am Steuer mit dem erst 18-jährigen Nico Menzel (Kelberg) teilte, dank einer verwegenen sechsten Trainingsrunde mit über vier Sekunden Vorsprung auf Platz eins stellte.

Müller fuhr dann auch den ersten Rennstint, wobei er sich bei fliegendem Start auf regennasser Piste sogar schnell absetzen konnte. Doch die zehn Sekunden Vorsprung waren ebenso schnell verflogen, da sich der Haribo-Mercedes AMG GT3 in der Hand des Duisburgers Lance-David Arnold bis Runde drei wieder herangezogen hatte. Fortan entbrannte ein spannender Dreikampf, an dem auch noch der Audi R8 LMS von Land-Motorsport mit Connor de Phillippi (USA) und Christopher Mies (Heiligenhaus) beteiligt war. Die sahen nach 4:06 Stunden/27 Runden die Zielflagge als Erste vor Jörg Müller und Nico Menzel sowie dem Walkenhorst-BMW M6 GT3 mit Christian Krognes (Norwegen), Victor Bouveng (Schweden) und Jesse Krohn (Finnland), übrigens Freunde von Jörg Müller, mit denen er auch schon die VLN gefahren ist. Der zu Beginn so starke Mercedes AMG mit der Startnummer 8 hatte sich nach zweidreiviertel Stunden rausgespielt: Dreher auf dem GP-Kurs und Einschlag an der Ex-Mühle.

Der zweite Rang für Jörg Müller und Nico Menzel konnte nicht unbedingt erwartet werden, war der Start doch mehr oder weniger als Ausbildungsfahrt für Nico Menzel unter Anleitung von Jörg Müller, der den BMW-Junioren seinen großen Wissenschatz vermitteln soll. Doch die Schnelligkeit bei Nico Menzel kommt nicht von ungefähr, er ist der Sohn des Nordschleifen-Routiniers Christian Menzel. "Das ist Wahnsinn", jubelte der 18-Jährige, und bedankte sich artig bei BMW "für die Chance auf das Cockpit" und bei Jörg Müller "für die tolle Partnerschaft".

Jörg Müller legte im 20. Jahr als BMW-Werkfahrer in der weltbekannten Langstreckenserie mit dem neuen M6 GT3 eine eindrucksvollen Bilanz hin: 3. Lauf Gesamtsieg (Fahrerkollegen DTM-Meister Marco Wittmann und Jesse Krohn), 4. Lauf Platz fünf, 5. Lauf dritter Rang, 6. Lauf Platz zwei, 7. Lauf wieder Dritter und im 10. Lauf mit Platz zwei zum fünften Mal auf dem Siegerpodest.

Am zweiten November-Wochenende schließt Jörg Müller die Super-GT-Serie in Japan mit zwei Rennen in Motegi an der Seite von Seiji Ara ab, um dann rechtzeitig am 19. November zur Siegerehrung der VLN Langstreckenmeisterschaft im Bitburger Event Center am Nürburgring dabei sein zu können. Ein Ziel könnte vom 26. November bis zum 4. Dezember auch die Essener Motor Show sein, wo die VLN auch dabei ist und für die Serie im Jahr 2017 wirbt.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Motorsport: "Ausbildungsfahrt" endet auf Podestplatz zwei


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.