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Fußball
Beeck schlägt sich beim neuen Primus prima

Fußball: Beeck schlägt sich beim neuen Primus prima
Ein historischer Moment: Danny Richter (Mitte) lupft den Ball über Lottes Keeper Benedikt Fernandez (r.) und erzielt Beecks erstes Regionalliga-Auswärtstor der Vereinsgeschichte. Alexander Langlitz kommt zu spät. FOTO: osnapix/Michael Titgemeyer
Lotte. Regionalliga: Durch ein doppelt irreguläres Tor verliert der FC beim neuen Spitzenreiter Lotte 1:2. Richter erzielt erstes Auswärtstor. Von Mario Emonds

Mit einigen Pfiffen verabschiedete der Großteil der 539 Zuschauer im Sportpark am Lotter Kreuz den Gastgeber VfL Sportfreunde Lotte in die Halbzeitkabine. Das hatte auch seinen guten Grund: Zur Pause stand es gegen Schlusslicht FC Wegberg-Beeck völlig überraschend nur 1:1. Was für den krassen Außenseiter gar nicht einmal so unverdient war.

Für sein engagiertes Spiel gegen einen bis dahin sehr behäbig agierenden VfL belohnte sich der Gast in der 42. Minute mit dem ersten Regionalliga-Auswärtstor der Vereinsgeschichte. Es war ein etwas kurioser Treffer. Sahin Dagistan spielte den Ball mit Unterstützung von Lottes André Dej auf den so allein aufs Tor zueilenden Danny Richter. Keeper Benedikt Fernandez stürzte sich ihm entgegen, Kollege Alexander Langlitz eilte seinem Schlussmann von der anderen Seite zu Hilfe, Richter hob den Ball in höchster Bedrängnis so gerade am Keeper vorbei - der Ball kullerte ins Tor.

Der Ansicht, dass dies ein Eigentor von Langlitz gewesen sei, wie einige meinten, widersprach Richter nachher energisch: "Ich habe den Ball leicht angelupft - dann ist er ins Tor gegangen." Auch Beecks erste Chance hatte der Zugang vom VfJ Ratheim gehabt: Mit einem wuchtigen Schuss zwang er Fernandez zu einer nennenswerten Parade (17.).

Da führte Lotte freilich schon einige Minuten mit 1:0. Denn wie schon in der vorangegangenen Partie gegen Viktoria Köln kassierten die Schwarz-Roten wieder ein sehr frühes Gegentor: Moritz Heyer stocherte den Ball im Nachfassen über die Linie (4.).

Die frühe Führung beflügelte Lotte aber nicht. Der VfL drängte danach keineswegs auf eine frühe Entscheidung, sondern ließ es stattdessen recht gemächlich angehen. Was auch für das Umschaltspiel galt: Nach Beecker Ballverlusten bevorzugten die Gastgeber keineswegs das schnelle Spiel nach vorn, sondern wählten zumeist den Querpass - die Gäste, die berufsbedingt auf Thomas Lambertz verzichten mussten, konnten sich so immer wieder rechtzeitig formieren.

Für den größten Aufreger vor dem FC-Tor sorgte so ein Beecker Akteur: Simon Küppers zwang seinen Keeper Patrick Nettekoven mit einem Christoph-Kramer-Gedächtnis-Bogenlampen-Rückpass aus großer Entfernung dazu, den Ball mit den Händen aufzunehmen - Schiri Christian Bandurski (Essen) ahndete die kuriose Aktion (Küppers: "Den Ball habe ich so natürlich nicht spielen wollen") zur allgemeinen Überraschung aber nicht mit einem Freistoß für Lotte (11.).

Zur Pause muss VfL-Coach Ismail Atalan dann ein ordentliches Donnerwetter losgelassen haben. Denn mit Wiederanpfiff zeigten sich seine Schützlinge wesentlich aktiver und aggressiver, drängten mit Macht auf die erneute Führung. Torjäger Kevin Freiberger setzte das Fanal (46.). Eine Zeigerumdrehung später begann Nettekoven, bis dahin wenig geprüft, mit seiner Dauertätigkeit der zweiten Halbzeit: Er brachte mit tollen Paraden die Gastgeber zur Verzweiflung - zunächst gegen Tim Gorschlüter (47.). "Beecks Keeper hat einen super Tag erwischt", merkte anerkennend Atalan an. In der 72. Minute war Nettekoven dann aber doch geschlagen - es war freilich ein doppelt irreguläres Tor. Zunächst wertete Bandurski eine Allerwelts-Aktion des eingewechselten Patrick Ajani, der mit Ball einen Gegner sperrte, als Foul. Den Schuss von Dej im Anschluss an den Freistoß lenkte Nettekoven spektakulär zur Ecke. Die brachte Pascal Schmidt herein, Lottes Torjäger Kevin Freiberger köpfte ein - sein sechstes Saisontor. Den nötigen Freiraum dazu verschafften ihm seine Mitspieler indes mit einer wirkungsvollen "Bearbeitung" David Azins (72.). "Es ist sehr bitter für uns, dass der ansonsten gute Schiri das nicht gesehen hat", merkte Friedel Henßen zur spielentscheidenden Szene an. Mit der Leistung seiner Schützlinge zeigte sich Beecks Teamchef aber absolut einverstanden: "Bereitschaft und Wille stimmten über 93 Minuten." So lange dauerte das Spiel nämlich. Quasi mit dem Abpfiff hatten die Kleeblätter nach einem langen Freistoßschlag Stefan Thelens noch die Chance zum Ausgleich. "Uns fehlt einfach auch das Glück, dass so ein Ball mal durchrutscht", merkte Henßen an.

So konnte Lotte am Ende doppelt jubeln: zum einen über den (natürlich verdienten) Sieg, zum anderen über die Tabellenführung. Die bescherte RW Oberhausen dem VfL durch das 2:0 gegen Rödinghausen.

Beeck: Nettekoven - Ribeiro, Küppers, Walbaum, Jansen, Karamarko - Thelen, Wilms (75. Berkigt), Azin, Richter (71. Ajani) - Dagistan (60. Wirtz)

Quelle: RP
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