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Volleyball
Beim Schlusslicht bloß nicht blamieren

Volleyball: Beim Schlusslicht bloß nicht blamieren
René Steffens musste unter der Woche beim Training passen. Dennoch hoffen die Oberliga-Volleyballer des VC Ratheim darauf, dass er heute im Auswärtsspiel beim VV Humann Essen III wieder ein- und angreifen kann. FOTO: JÜRGEN LAASER (ARCHIV)
Erkelenzer Land. Volleyball: Der VC Ratheim ist im Auswärtsspiel beim Tabellenletzten VV Humann Essen III der klare Favorit, doch unterschätzen sollten sie den Gastgeber besser nicht. Der Erkelenzer VV ist beim MTV Köln nur in der Außenseiterrolle. Von Hendrike Gierth

"Wir punkten mit Jugendarbeit" - dieser Slogan ist beim VV Humann Essen nicht nur leeres Gerede. Der Volleyball-Zweitligist betreibt unter dem Namen "Humannschmiede" intensive Jugendarbeit in eigener Sache, bildet immer wieder Nachwuchs für seine vielen Herrenteams aus. Seit Jahren schon sind die Mannschaften der "Humänner" - wie sich die Spieler des Vereins selber nennen - nicht mehr von den Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften in den verschiedenen Jugendklassen wegzudenken, haben zahlreiche Titel eingefahren, darunter auch schon mehrfach den des Klubs mit der besten Jugendarbeit im Westdeutschen Volleyball-Verband. Bei so viel talentiertem Nachwuchs verwundert es auch nicht, dass Humann Essen gleich zehn Mannschaften im Erwachsenenbereich ins Rennen schicken kann. Im Herrenbereich sind die Essener von der Zweiten Bundesliga, über die Regional-, Ober- und Landesliga bis in die Bezirksliga in allen Ligen vertreten.

Von solchen paradiesischen Zuständen kann der VC Ratheim natürlich nur träumen. Er betreibt zwar ein wenig Jugendarbeit, hat aber abgesehen von den Oberliga-Herren kein Team im Spielbetrieb zu bieten. Aber das kann es durchaus mit den Essenern aufnehmen - vielmehr noch: In die heutige Partie beim Schlusslicht der Liga gehen die Ratheimer als klarer Favorit. "Angesichts der bisherigen Ergebnisse und der Tabellensituation sind die Rollen klar verteilt", sagt VC-Libero Markus Becker, "doch davon dürfen wir uns nicht blenden lassen." Denn das junge Team aus dem Ruhrpott hat unlängst gezeigt, dass man es besser nicht unterschätzen sollte. Zwar hat es noch keinen Sieg auf seinem Konto, doch gegen Bayer Wuppertal und die FS Duisburg schrammte die Drittvertretung des VV bei den 2:3-Niederlagen nur knapp am Erfolg vorbei. Zudem holte sie gegen die beiden Spitzenteams aus Köln und Düren jeweils einen Satz. "Unser oberstes Ziel muss es sein, selbst das Spiel zu machen und uns nicht einlullen zu lassen", sagt Becker, "denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir immer anfällig dafür sind, uns dem Niveau des Gegners anzupassen - und das ist nur gegen starke Teams wünschenswert." Deshalb ist sich Becker sicher, wird es darauf ankommen, wie bei der Galavorstellung in der Vorwoche gegen Köln, eine wache, konzentrierte und fehlerminimierte Vorstellung abzuliefern.

Allerdings verlief die Vorbereitung auf die Partie nicht optimal: Wegen der Erkrankung von Marcel Steffens musste das Team ohne Zuspieler trainieren, zudem fiel auch sein Bruder René aus. Fehlen werden heute auch die Außenangreifer Axel Borchwaldt, Marc Lowis und Dima Rogalski und auch hinter dem Einsatz von Mittelblocker Malte Kensy steht noch ein Fragezeichen.

Ganz viele Fragezeichen stehen auch Spieltag für Spieltag hinter den Auftritten der Volleyballerinnen des Erkelenzer VV in der Verbandsliga. Von Mal zu Mal wird es schwieriger, eine schlagkräftige Truppe aufs Feld zu schicken und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten nicht zu verlieren. Außenangreiferin Linda Mademann hat sich die Achillessehne gerissen und Zuspielerin Melanie Krohn muss sich am lädierten Knie operieren lassen, so liegt ein Großteil der Last bei Mannschaftskapitänin Kornelia Rambo, die allerdings wegen ihres Schichtdienstes auch nicht immer zur Verfügung steht. Die Voraussetzungen für die Auswärtspartie heute Abend ab 20 Uhr beim MTV Köln könnten also deutlich besser sein, aber vielleicht gelingt dem EVV ja eine Überraschung. Der MTV hofft auf jeden Fall auf drei weitere Punkte, kündigt aber auch an, den EVV nicht unterschätzen zu wollen.

Quelle: RP
 
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