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Das große Ziel: Lokalderbys in der Landesliga

Handball: Das große Ziel: Lokalderbys in der Landesliga
In diesem Spiel rettete sich der TV Erkelenz (blaue Trikots): Der Landesligist musste gegen den HCTV Rhede in die Relegation. In einem spannenden Kampf setzte sich die Erkelenzer im Mai durch und buchten so ein weiteres Jahr in der Landesliga. FOTO: NIPKO (ARCHIV)
Erkelenzer Land. Heute wird die Handball-Saison 2015/2016 angepfiffen. Und die wird es wohl in sich haben. Das größte Ziel setzt sich Bezirksligist ASV Rurtal Hückelhoven: Mit Trainer Norbert Borgmann soll es in die Landesliga gehen. Von Anke Backhaus

Oberliga, Landesliga - allein aus sportlicher Sicht hat sich die heimische Handball-Region selbst deutlich aufgewertet. Und wenn es nach dem ASV Rurtal Hückelhoven geht, soll sich dieser Trend fortsetzen. "Wir sind der Hauptfavorit auf den Aufstieg", sagt Norbert Borgmann, Rurtals Trainer. Die Rurtaler, die ohnehin seit Jahren, vor allem zu den Zeiten, als man mit dem TuS Hertha Hetzerath als SG Rurtal-Hetzerath angetreten war, die Landesliga anpeilen, wollen nun endgültig die Tür vom Handballkreis Mönchengladbach zum Handballverband Niederrhein aufstoßen.

Um das Ziel Meisterschaft und Aufstieg zu realisieren, haben die Rurtaler personell ordentlich aufgerüstet. Borgmanns Glanzstück im Team: Torwart Henrik Bürger. Allerdings ist er nicht irgendein Keeper, "sondern der wird die Kiste zunageln", ist sich Borgmann sicher. Der Zugang von Borussia Mönchengladbach bringt Erfahrung aus der Oberliga mit, darum ist er für den Trainer ein Schlüsselspieler. Die Spielqualität verbessern sollen auch Mike Borgmann (zurück von der Turnerschaft Lürrip) sowie ein weiterer Spieler, den man bei den Rurtalern bestens kennt: Yves Nolte, bislang Premium-Aushilfsspieler, wird wieder fester ins Team integriert. Trotz seines mittlerweile doch fortgeschrittenen Alters ist Nolte ein Typ Spieler, der die Mannschaft mitreißt und vor allem sehr wurfstark ist. Hinzugekommen sind auch A-Junioren. 19 Feldspieler hat Norbert Borgmann um sich versammelt - davon träumt manch ein Handball-Trainer. "Damit schaffen wir natürlich auch eine Konkurrenzsituation im eigenen Team", sagt Borgmann, "doch das ist auch so gewollt." Entscheidend für ihn sind die ersten drei Spiele. "Gehen davon zwei verloren, können wir danach Murmeln spielen", sagt er klar. Was er damit zum Ausdruck bringen will: Rurtal wird nicht die einzige Mannschaft sein, die gerne in die Landesliga will, darum werden sich alle Spieler vom ersten Spieltag an den Allerwertesten tüchtig aufreißen müssen, um das große Saisonziel zu erreichen.

Spielt dann auch noch der TV Erkelenz mit, winken in der übernächsten Saison auch interessante Lokalderbys in der Landesliga. Noch ist all' das Wunschdenken - doch wer in der Handball-Chronik blättert, der weiß, dass gerade die Spiele zwischen Rurtal und dem ETV nie bloße Spiele, sondern stets hart umkämpfte Derbys waren.

Nach dem direkten Wiederaufstieg haben die Erkelenzer eine Saison hingelegt, die an Spannung kaum zu überbieten war. Das Ganze führte zu akuten Abstiegsnöten, erst in der Relegation retteten sich die Erkelenzer. Dieser Erfolg hat zwei "Väter": Der mittlerweile verstorbene ETV-Trainer Edi Bungartz, der die Mannschaft konsequent landesligatauglich geformt hat, hat den Grundstein gelegt. Als er dann wegen seiner schweren Erkrankung das Traineramt niederlegen musste, war es Stefan Dohr, der Ur-ETVer, der die Spieler zum Klassenerhalt geführt hat. Dohr hatte jedoch von Anfang an betont, nicht langfristig auf der Trainerbank sitzen zu wollen. In Gerd Werth fand ETV-Abteilungsleiter Jürgen Sorgalla einen Trainer, der beim ETV schon vor neun Jahren in der sportlichen Verantwortung der ersten Mannschaft war. Fakt ist: "Ich brauche diese Spannung aus der letzten Saison sicherlich nicht", findet Werth. Findet auch Sorgalla.

Traditionell werden die Erkelenzer hoch gehandelt, wenn es um den ersten Abstiegskandidaten geht. Werth kann damit leben, "weil die anderen nicht wissen, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden". In der Vorbereitung hat das Team gut gearbeitet, vor allem am Angriff. Werth: "Die Jungs sind athletisch top drauf, sie bringen viel Talent mit. Mein Job ist es, die Konstante zu sein." Bis zu drei Trainingseinheiten pro Woche hatte Werth in der Vorbereitung angesetzt. Im Training arbeitet er meist mit einer "Teilmenge der Mannschaft" zusammen, was in erster Linie mit Studium und Beruf der Spieler zu tun hat. Doch für Werth stellt diese Tatsache kein wesentliches Problem dar, denn er sieht sich als Puzzlespieler: "In diesem Spiel setze ich dann die Teile richtig zusammen." Werths Sohn Lukas hat übrigens in der vergangenen Saison beim ETV enorme Akzente gesetzt, vor allem in der Relegation, als es eben ums nackte Überleben in der Landesliga ging.

Einen Wechsel auf der Trainerbank hat es auch bei den ETV-Frauen in der Bezirksliga gegeben. Steffi Ritz, die sich auch im Nachwuchsbereich der Erkelenzer Handballer stark engagiert, hat ihren Job an Walter Kamphausen weitergegeben. Zuletzt war der Beckrather in der Frauen-Landesliga mit dem ATV Biesel beschäftigt. Die ETV-Mannschaft ist weitgehend zusammengeblieben. Größtes Manko ist die Tatsache, dass Eva Levoz, eine der stärksten Spielerinnen in Reihen des ETV, künftig nur noch in der Reserve spielen will. Dennoch: "Der Aufstieg in die Landesliga ist ein interessantes Ziel - mal sehen, was sich daraus entwickelt. Wichtig ist, dass die Mannschaft von Beginn an Präsenz zeigt", sagt Kamphausen.

Quelle: RP
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