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Vereinsjubiläum
Die Glut entfacht

Jubiläums-Festabend in der festlich-feierlich geschmückten Stadthalle. Günther Merkens hielt die Geburtstagsrede. Viele langjährige und verdiente Mitglieder geehrt – darunter vier neue Ehrenmitglieder. Von Hans Groob

"Traditon ist nicht das bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Glut."

Günther Merkens, Vorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, traf mit seiner Festrede zum 150. Vereinsgeburtstag des TV Erkelenz 1860, der eigentlich besser als ETV bekannt ist, die richtigen Worte. Ohne zu wissen, dass diese nur wenig später in der festlich-feierlich geschmückten Stadthalle eins zu eins umgesetzt würden.

Die Akrobengels, jüngste Gruppe des Traditionsvereins, entfachten auf den ausgerollten Turnmatten die Glut zu einem sportlichen Feuerwerk, dass es den vielen Vereinsmitgliedern und Gästen fast der Atem stockte. 34 Mädchen im Alter von "mini" bis "gestanden" zeigte ihre im vergangenen Jahr beim Deutschen Turnfest in Frankfurt mit dem Ehrentitel "Showgruppe" prämierte Kür derart begeisternd, dass Zugabeforderungen nicht ausbleiben konnten.

Auf eine Zugabe hatte Günther Merkens verzichtet, auch wenn der Einstieg in Geschichte des ETV, der am 8. Juli 1860 aus der Taufe gehoben wurde, mit fundiertem Wissen und auch Humor gespickt war. Im Kaiserreich ist die inzwischen 1500 Mitglieder zählende größte Erkelenzer Gemeinschaft "erwachsen geworden", nach dem II. Weltkrieg "aufgeblüht" – und heute "einer der bedeutenden Vereine im Kreis".

Ein Meilenstein in den bewegten ETV-Jahren war sicherlich der Bau der vereinseigenen Turnhalle, wozu der Beschluss im Oktober 1949 gefasst wurde. Die damalige sportliche Heimat für viele Erkelenzer stand an der Südpromenade. Eine Giebelwand der Halle, das hatte Merkens herausgefunden, war aus Steinen des im Krieg zerstörten Gymnasiums errichtet worden – aus Steinen, die von Frauen aus den Trümmern geborgen und geputzt worden waren. Viel der ETV-Senioren, die den Weg zum Festabend gefunden hatten, konnten sich als Zeitzeugen an das Geschehen vor 60 Jahren erinnern.

Aushängeschild

Gerne teilen diese die Meinung von Peter Peidl, des 22. ETV-Vorsitzenden, in dessen Begrüßung: "Wir sind stolz auf unsere historischen Wurzeln, sind froh, ein moderner und innovativer Verein zu sein, der ein hohes Maß an gesellschaftlicher Verpflichtung in unserer Stadt hat."

Bürgermeister Peter Jansen stellte das große Engagement des ETV heraus, darüberhinaus aber auch die Wichtigkeit aller Vereine für die Stadt, "die unser Erkelenz auch liebenswerter machen". Stadtsportverbandsvorsitzender Heinz Musch wünschte dem Aushängeschild der Stadt "einen mutigen Vorstand". Ronnie Görtz vom Kreissportbund sieht im ETV "einen zuverlässiger Partner", wie übrigens auch der Handballkreis und auch der Schwimmbezirk. Der Gladbacher Turngau überreichte die Christian-Friedrich-Schloer-Plakette, der Rheinische Turnerbund die Jahn-Plakette zum 150.

Und dann sorgten getreu dem Motto "Turner auf zum Streite" zwölf Damen aus der Seniorenriege um Angeli Blank für etwas Nostalgie: Die vorgetragenen Übungselemente aus der Zeit vor vielleicht 100 oder 150 Jahren forderten auch eine gewisse Kondition. Und natürlich wurde auch hier eine Zugabe erklatscht – und auch erfüllt.

ETV-Rose

Aus der großen Zahl der Ehrungen hoben sich die Würdigungen zur Ehrenmitgliedschaft heraus: Aus der Tischtennisabteilung wurden Helmuth Weidenhaupt und Josef Sommer geehrt, die die TT-Sportler über Jahrzehnte zusammengehalten haben. Seit 33 Jahren leitet Angeli Blank eine Frauengymnastikgruppe. Sie ist wie Erika Dickert 60 Jahre ETV-Mitglied, Erika Dickert seit 1988 im Vorstand aktiv.

Gold-Verdienstnadel erhielten Manfred Printzen, Sabine Esser und Ulla Eßer. – Und alle, aber auch wirkliche alle Geehrten, bekamen eine ETV-Rose überreicht.

Quelle: RP
 
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