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Radsport
Die Tour du Mont Blanc wird zur großen Herausforderung

Radsport: Die Tour du Mont Blanc wird zur großen Herausforderung
Ein Lächeln trotz Quälerei: Dirk Gütte erreichte nach 330 Kilometern, 8000 Höhenmetern und 18:49 Stunden das Ziel in den Alpen. FOTO: DIRK GÜTTE
Erkelenz. Radsport: Dirk Gütte aus Kückhoven meistert schweres Radrennen mit sieben Alpenpässen. Von Hendrike Gierth

Dirk Gütte sucht immer neue Herausforderungen. Nachdem er im Mai des vergangenen Jahres gleich viermal an einem Tag den Mont Ventoux mit seinem Rennrad erklommen hat und er im September ebenfalls mit dem Rennrad in 37 Stunden nonstop von Wassenbergs Partnerstadt Pontorson in der Normandie nach Wassenberg fuhr, stand nun die nächste Herausforderung an. "Mich hat schon immer das Extreme gereizt", sagt der 41 Jahre alte Hobby-Rennradfahrer. Und so bestritt er jetzt das härteste Radrennen, welches man als Breitensportler in Europa an einem Tag fahren kann: die Tour du Mont Blanc in den Alpen.

Das Rennen startet und endet im französischen Skiort Hauteluce-Les Saisies nahe Chamonix und hat eine Länge von 330 Kilometern. Dabei werden sieben Alpenpässe überquert und über 8000 Höhenmeter erklommen. Die Strecke führt nach dem Start morgens um 5 Uhr vom auf über 1600 Meter gelegenen Les Saisies überwiegend bergab nach Chamonix am Fuß des höchstens Berges Europas, dem Mont Blanc. Von dort aus ging es über die kleineren Pässe Col des Montets (1419 m) und Col de la Forclaz (1526 m) in die Schweiz. "Dort wartet das erste Brett", sagt Gütte, "die Auffahrt nach Champex-Lac. 900 Höhenmeter auf zwölf Kilometer bei mittlerweile 28 Grad Celsius waren hart." Als nächstes folgte der Große Sankt Bernhard Pass (2469 m) mit einer 28 Kilometer langen Passstraße mit 1500 Höhenmetern. Auf dem Gipfel erreichten die Fahrer nicht nur die Grenze nach Italien, sondern hatten auch die Hälfte des Rennens geschafft. Nach 30 Kilometern Abfahrt und einer längeren, leicht aufsteigenden Passage durchs Aostatal wartete mit dem Kleinen Sankt Bernhard Pass (2188 m) ein weiterer Prüfstein. Mit mittlerweile über 200 Kilometern und 4300 Höhenmetern in den Beinen gestaltete sich die 22 Kilometer lange Auffahrt in der Sonne mit 1400 Höhenmetern als extrem anstrengend. Nach einer 30 Kilometer langen Abfahrt wartete im Tal direkt der Cormet de Roselend (1967 m). Zuvor musste aber im Talort ein Zeitlimit gemeistert werden. Wer dort nach 20 Uhr eintraf, wurde aus dem Rennen genommen. "Die 19 Kilometer lange Auffahrt habe ich teilweise nur in Trance wahrgenommen", erinnert sich Gütte, "der Körper schmerzte und schrie nach Aufgabe, aber der Kopf sagte: weiterradeln." Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichte der Kückhovener die Passhöhe und meisterte im Dunkeln die steile Abfahrt. Am 16 Kilometer langen Schlussanstieg zum Zielort witterte Gütte Zielluft und spurtete förmlich die steile Straße hinauf. Kurz vor Mitternacht erreichte der Kückhovener das Ziel in einer Zeit von 18:49 Stunden.

Quelle: RP
 
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