| 00.00 Uhr

Handball
Ein Urgestein dankt ab

Handball: Ein Urgestein dankt ab
1999: Die Abwehr des Gegners hatte oftmals großen Respekt vor der Wurfgewalt des Rurtalers Yves Nolte (r.). FOTO: Kohlen August
Hückelhoven. Handball: 28 Jahre lang auf Torejagd für den ASV Rurtal Hückelhoven - Yves Nolte verabschiedet sich heute von der aktiven Laufbahn. Von Anke Backhaus

Das Trikot mit der Nummer 76 beim ASV Rurtal Hückelhoven - der Inhaber dieses Shirts wird es heute ein letztes Mal offiziell tragen. Yves Nolte, so etwas wie ein Urgestein des ASV Rurtal, beendet seine aktive Laufbahn.

Der Zufall war es, der den jungen Yves, Jahrgang 1976, damals zum Handball brachte. Geboren in Hannover, spielte er als Kind zunächst mit Begeisterung Rugby. "Nach dem Training ging es für uns hin und wieder zum Handball, weil man damals in Hannover auf dem Feld Handball trainierte. Irgendwann sagte unser Trainer dann, dass wir jetzt eine Handball-Mannschaft sind", erinnert er sich. Früh zeigte sich Noltes ausgeprägtes Talent für den Handball-Sport.

Dezember 2015: ASV Rurtal Hückelhoven spielt zu Hause gegen den TV Beckrath. Völlig unbedrängt kommt Yves Nolte in dieser Spielszene zum Wurf auf das Beckrather Tor. FOTO: NIPKO (ARCHIV)

Als er zwölf Jahre jung war, erfolgte der Umzug von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen. Heimisch geworden in Hückelhoven, schloss sich Yves Nolte dem ASV Rurtal Hückelhoven an. Schon mit 17 dann kam er in die Erste Mannschaft. "Das aber auch nur, weil es damals keine A-Jugend gab", sagt er. Die Rurtaler waren damals im Oberhaus des Handballkreises Mönchengladbach beheimatet, in der Bezirksliga also. Doch irgendwie war Noltes Talent in der Bezirksliga verschenkt - der wurfgewaltige Rückraumspieler war immer eine sichere Bank, wenn es darum ging, Tore zu erzielen und die Gegner in Ehrfurcht erstarren zu lassen. Mit 23 entschied sich Nolte für den Wechsel zum VfR Übach-Palenberg. Die erste Zeit in der Verbandsliga ging zwar schief, denn der VfR stieg in die Landesliga ab. "Allerdings gelang uns damals der Durchmarsch bis in die Oberliga. Das war ein Kracher und ist mir bis heute gut in Erinnerung geblieben", sagt Nolte.

Während seine sportliche Entwicklung hervorragend verlief, nahm auch Noltes Privatleben seinen Lauf: Einerseits baute er seine berufliche Selbstständigkeit auf, andererseits gründete er seine eigene Familie, zu der heute zwei Kinder gehören. Dass es da schwierig wurde, das Pensum beim VfR Übach-Palenberg mitzuhalten, war klar. Nach zehn VfR-Jahren entschied sich Nolte zur Rückkehr zum ASV Rurtal. Und die Hückelhovener konnten ihren Altmeister auch sehr gut gebrauchen. Nicht nur als Spieler, auch als Trainer engagierte er sich, bis er dieses Amt an Norbert Borgmann weitergab. Aus sportlicher Sicht war das nicht die schlechteste Entscheidung, denn Borgmann hat die Rurtaler auf links gedreht und mit ihnen den jahrelang ersehnten Aufstieg in die Landesliga realisiert. "Dieser Aufstieg war superschön. Vor allem, dass wir uns früh etabliert haben, hatten nicht viele auf dem Zettel." Nolte hat seinen Beitrag dazu definitiv geleistet.

November 2013: Nolte im Lokalderby gegen TV Erkelenz. FOTO: JL (ARCHIV)

"Körperlich bin ich noch fit. Aber es ist an der Zeit, für die Jungen Platz zu machen. Ich werde sicherlich bei den Altherren mitspielen, jedoch nicht mehr in der ,Ersten', solange es dort zehn fitte Spieler gibt." Yves Nolte will demnächst einen neuen Sport ausprobieren: Bei Blau-Weiß Hückelhoven will er Tennis spielen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Handball: Ein Urgestein dankt ab


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.