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Lokalsport
Erfolgreiche Pionierarbeit in Belgien

Lokalsport: Erfolgreiche Pionierarbeit in Belgien
Eigentlich wollte der TuS Oberbruch bei der ersten Belgischen Faustball Meisterschaft nur organisatorische Unterstützung leisten, um aber auf eine gerade Zahl zu kommen, stellte der TuS kurzerhand noch ein Team und zeigte sein faustballerisches Können auch auf dem Feld. Und das in beeindruckender Manier: Als Team "Duitsland" gewann der TuS seine beiden Vorrundenspiele und erhielt dafür eine Erinnerungsmedaille und ein Gastgeschenk. FOTO: TUS OBERBRUCH
Oberbruch/Zandhoven. Fünf belgische Teams schreiben mit Hilfe des TuS Oberbruch bei den ersten nationalen Meisterschaften Faustball-Geschichte. Von Hendrike Gierth und Hans-Rudolf Ritzen

Die Ursprünge des Faustballs sind etwas nebulös: Wann genau das Faustballspiel erfunden wurde, ist nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass die Wurzeln im südlichen Teil Europas liegen, möglicherweise in Italien. Im Jahr 1870 führte Georg Weber den Faustballsport dann in Deutschland ein, anlässlich des Deutschen Turnfestes 1913 in Leipzig wurde die erste Deutsche Meisterschaft ausgetragen. Verglichen damit ist die Geschichte des Faustballs ins Belgien extrem kurz: Denn bis vor etwa einem halben Jahr gab es diesen Sport dort gar nicht. Mit Hilfe des TuS Oberbruch hat sich das geändert: Am 1. Mai machten sich Bert Stoelen und einige Freunde auf den Weg in den Kreis Heinsberg, um den belgischen Faustball salonfähig zu machen. Und der TuS Oberbruch leistete gerne Pionierarbeit, wie TuS-Spieler Jochen Jansen erzählt: "Es ist jetzt ein gutes halbes Jahr her, seit die kleine Schar auf unserem Rasen stand, um bei einer Trainingseinheit mitzumachen und die allerersten Schritte und Grundbegriffe des Faustballes zu lernen." Mit vielen Eindrücken, ein paar alten Bällen des TuS und zwei Stangen und einer Leine kehrten Stoelen und seine Mitstreiter in ihre Heimat zurück, mit dem festen Entschluss Faustball in Belgien zu etablieren. Neben dem Training gab es dafür aber eine Menge Papierkram zu erledigen: Verein und Verband mussten gegründet sowie die Europäische Faustballunion und der Weltverband angeschrieben werden.

Doch damit war nur der Grundstein gelegt, denn Stoelen und seine Mitstreiter wollten mehr, und schrieben nur ein halbes Jahr später das nächste Kapitel der belgischen Faustball-Geschichte: Im idyllischen Städtchen Zandhoven vor den Toren von Antwerpen fand am 15. Oktober die erste "Belgisch Kampioenshap vuistball" statt - die erste nationale Meisterschaft. Fünf Mannschaften, darunter ein Damenteam, hatten gemeldet. Mit einer zehnköpfigen Delegation machte sich der TuS Oberbruch auf dem Weg nach Belgien, um als Gast, dem Ausrichter Vrolijke Vuistbal Vrienden Zandhoven (VVV), organisatorisch unter die Arme zu greifen.

Da es mit fünf Teams aber ein ungerades Starterfeld gab, wurde der TuS als dritte Mannschaft unter "Duitsland" zusammen mit Fistivity aus Wuustwezel und Zandhoven II in die Gruppe B aufgenommen. Die Gruppe A bildeten VVV Zandhoven, Team Vuist Vooruit aus Leuven und eine Damenmannschaft. "Wir waren bass erstaunt, was die in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben", sagt Jansen, "vor allem auch sportlich. Da wurde schon richtig Faustball gespielt." Dennoch gewann der TuS Oberbruch seine beiden Gruppenspiele gegen Fistivity (11:8, 13:11) und VVV Zandhoven II (11:7, 11:7) jeweils mit 2:0 - an der Endrunde nahmen die Gäste aus Deutschland nicht mehr teil. So war der Weg freie für den VVV Zandhoven, der bei der Premiere mit Bert Stoelen durch einen 2:1-Erfolg (11:7, 5:11, 11:6) im Finale gegen Fistivity erster Belgischer Meister wurde. Im Spiel um Platz drei siegte Vuist Vooruit gegen VVV Zandhoven II mit 2:0 (11:7, 11:8). Zum Abschluss schlug der TuS in einem Einlagespiel den belgischen Meister Zandhoven über drei Sätze mit 3:0 (11:9, 11:6, 11:4). "Die Freundlichkeit der belgischen Faustballer ist einfach umwerfend. Wir haben hier echte Freunde gefunden", erklärte Oberbruchs Schlagmann Guido Wennmacher. Gastgeschenke und Freundschaftsmedaillen für seine Mannschaft rundeten den tollen Tag bei der Meisterschaft ab.

Die Pionierarbeit im belgischen Faustball ist damit aber noch nicht zu Ende: Hartmut Maus, Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft, war für die Europäische Faustballunion in Zandhoven. Neben der beratenden Funktion coachte Maus wechselweise die belgischen Teams und gab ihnen wichtige Tipps. "Es wird weiter voran gehen", ist sich Maus sicher.

Am 11. November wird es in Antwerpen eine große Promotion-Veranstaltung geben, bei der vor allem auch Lehrer angesprochen werden sollen, die Faustball dann in die Schulen transportieren sollen. Drüber hinaus werden die belgischen Faustballer in den Wintermonaten auch einige Male nach Solingen zum Hallentraining kommen, denn Hallenfaustball kennen Stoelen und seine Faustballer noch gar nicht. "Aber auch das werden wir hinbekommen", sagt Stoelen.

Quelle: RP
 
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