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Marathon
Erlebnislauf im „Big Apple“

Marathon: Erlebnislauf im „Big Apple“
Ein glücklicher Zieleinläufer beim Berlin-Marathion 2006: Sonntag läuft Dr. Heribert Brück aus Erkelenz in New York FOTO: RPO
Heute fliegt Dr. Heribert Brück nach New York. Am Sonntag wird der Erkelenzer Kardiologe dort seinen achten Marathon absolvieren. Eine Bestzeit strebt der 52-Jährige aber nicht an. Die aktuelle Marke steht bei 3:16 Stunden. Von Mario Emonds

Vor gut sechs Jahren kam der Kardiologe Dr. Heribert Brück zu einer folgenreichen Einsicht: "Ich kann nicht meinen Patienten sagen, die sollen was tun, und ich selbst mache nichts. Ab jetzt gibt's keine Ausreden mehr."

Den Worten folgten umgehend Taten: Der Erkelenzer begann regelmäßig zu joggen – so wie er es in seiner Studienzeit in Bonn auch schon getan hatte. An die Königsdisziplin, den Marathon, dachte er dabei jedoch erst einmal nicht. 2003 in Köln war's dann aber doch soweit. "Da bin ich so ein bisschen reingedrängt worden nach dem Motto: Du läufst doch, dann mache doch auch mal einen Marathon."

Die Premiere absolvierte der heute 52-Jährige, der einige Jahre jünger aussieht, in 4:06 Stunden. Es folgten sechs weitere Marathonläufe, wobei sich die Zeiten kontinuierlich verbesserten. Die Bestzeit stellte er vor ziemlich genau einem halben Jahr in Hamburg auf – in sehr beachtlichen 3:16 Stunden absolvierte er die 42,195 Kilometer.

Am Sonntag steht nun sein achter Marathon an, und der wird ein ganz besonderer: New York. Heute fliegt er mit seiner Frau Marlene ("die hat sehr viel Verständnis für dieses zeitintensive Hobby") in den "Big Apple". Einen neuen persönlichen Rekord strebt Brück dort aber nicht an: "Dafür habe ich auch nicht genug trainiert. Ich möchte den einfach genießen."

Aber auch diesmal bereitete er sich wieder strikt nach einem – freilich relativ moderaten – Zwölfwochenplan vor: 550 Kilometer hat er da insgesamt absolviert – in der Spitze 70 Kilometer in der Woche. "Meine Umgebung wundert sich, wie konsequent ich in der Vorbereitung immer bin", schmunzelt er.

Dazu gehören auch Stretching und Kräftigungsübungen – Dinge, die viele Marathonis scheuen. "Ich hab's früher auch nicht gemacht, doch es bringt wirklich was", versichert er. Spricht aus diesen Worten vielleicht mehr der Sportler Brück oder der Mediziner Dr. Brück? Der Erkelenzer lächelt: "Von medizinischer Seite aus habe ich noch nie bei mir selbst intervenieren müssen."

Bei anderen aber schon. Und weil das so ist, hat er sich auch der Leistungsdiagnostik verschrieben – aufgeteilt in die Bereiche Laktatmessung und die sogenannte Spiroergometrie, mit der die maximale Leistungsfähigkeit festgestellt werden kann – überwiegend sind es Läufer, die davon Gebrauch machen.

"Nach dem Umzug auf die Tenholter Straße werden wir dieses Angebot deutlich ausbauen", kündigt Brück an. Und passend dazu arbeitet er auch mit an einem Sportlerpass, den Deutschlands Kardiologen zurzeit erstellen. Sehr viel hält er auch davon, dass sich jeder Marathonläufer vor einem Wettkampf durchchecken lässt: "In Italien ist das Pflicht; die Todesrate ist dort so drastisch reduziert worden."

Quelle: RP
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