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Fußball
FC geht voller Vorfreude ins Highlight-Spiel

Fußball: FC geht voller Vorfreude ins Highlight-Spiel
Ein absolut verlässlicher Rückhalt ist auch in dieser Saison bislang Beecks Keeper Stefan Zabel. Auch hier schnappt er sich den Ball sicher - Innenverteidiger Simon Küppers kann beruhigt das Weite suchen. FOTO: MICHAEL SCHNIEDERS
Wegberg. Regionalliga: Beeck spielt morgen bei Zuschauerkrösus RW Essen. Bei den Gastgebern knirscht es bereits mächtig im Gebälk. Von Mario Emonds

Da konnte man vor der Saison beim FC Wegberg-Beeck fragen, wen man wollte - auf zwei Spiele freuten sich fast alle ganz besonders: die Partien auf dem Aachener Tivoli gegen die Alemannia und bei Rot-Weiss Essen. Morgen (Anstoß 14 Uhr) steht eines dieser Spiele auf dem Programm. Dann treten die Kleeblätter im Essener Stadtteil Bergeborbeck an - der Heimat des Deutschen Meisters von 1955 und DFB-Pokalsiegers von 1953.

"Das ist ganz klar eines der Highlight-Spiele. Für solche Spiele sind wir aufgestiegen", erklärt Teamchef Friedel Henßen, der sich wie alle Beecker mächtig auf morgen freut. Als ehrfurchtsvolle Fußballtouristen reisen die Kleeblätter nach zuletzt überzeugenden Leistungen und vier Punkten aus den vergangenen beiden Spielen aber nicht an: "Wir sind zwar der absolute Underdog, treten da aber trotzdem mit breiter Brust an", bekräftigt Henßen, der sich um die Einstellung seiner Schützlinge keine Sorgen zu machen braucht: "Wenn ich für dieses Spiel noch großartig einen motivieren müsste, müsste ich den auch aus dem Kader schmeißen." Das ganze Drumherum im Essener Stadion sei schließlich wie Bundesliga. "Diese Atmosphäre sollte bei jedem Akteur bei uns noch ein paar Prozent rauskitzeln", sagt Henßen

Morgen hat Henßen zudem ein paar personelle Alternativen mehr: So ist Marius Müller nach seiner in Köln zugezogenen Gehirnerschütterung gestern wieder voll ins Training eingestiegen, beschwerdefrei ist auch wieder Nico Czichi. Im Kader wird erstmals auch der kurz vor Transferschluss verpflichtete Sascha Tobor stehen. Der Hückelhovener kam vom KFC Uerdingen, bei dem er die vergangenen Wochen vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt war. "Vier Wochen hat Sascha nicht trainiert. Das macht sich natürlich bemerkbar, auch wenn er versucht hat, sich selbst fitzuhalten", erläutert Henßen.

Und auch wenn Beecks Teamchef die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen beim morgigen Duell betont ("da treffen zwei Welten aufeinander"), sieht er sein Team nicht so ganz chancenlos: "Obwohl eigentlich jeder Spieler bei RWE überragende Qualität hat: Vielleicht kommt dieses Spiel für uns zum genau richtigen Zeitpunkt."

Denn der Traditionsklub hat einen - gemessen an den eigenen hohen Ambitionen - sehr mäßigen Saisonstart hingelegt: Nach sechs Spielen stehen auch nur ebenso viele Punkte zu Buche. Während die Rot-Weissen auswärts bei den starken Gegnern Dortmund, Bonn und Uerdingen aber jeweils ein Remis holten und damit im Soll lagen, patzten sie bereits zweimal daheim: 1:3 im prestigeträchtigen Derby gegen Wuppertal, vergangenen Freitag dann ein empfindliches 2:4 gegen Wiedenbrück - an der Hafenstraße brennt nun schon der Baum.

Erst recht, weil der Rückstand auf Tabellenführer Uerdingen bereits sieben Punkte beträgt - und umgekehrt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz (Beeck) nur zwei Zähler. Sollten die Schwarz-Roten morgen also die faustdicke Überraschung schaffen und einen Dreier landen, würden sie sogar an dem Großstadtklub vorbeiziehen.

Und in einer Kategorie sind die Rot-Weissen zurzeit sogar Schlusslicht der Liga: Mit 14 haben sie die bislang meisten Gegentore kassiert - und das, nachdem in den 17 Spielen der abgelaufenen Rückrunde das nahezu gleiche Abwehrpersonal insgesamt nur 15 Tore zugelassen hatte. "Wir verteidigen im Moment einfach zu schlecht", räumt Coach Sven Demandt ein, der RWE im April 2016 übernommen hatte. Bekannt ist der 52 Jahre alte Ex-Profi (längere Stationen bei Fortuna Düsseldorf und 1. FSV Mainz 05) hierzulande vor allem aus seiner Tätigkeit bei Borussia Mönchengladbach - von 2008 bis 2010 coachte er die A-Junioren des VfL, die folgenden fünf Jahre die U 23.

Noch in der Vorbereitung war es für RWE im Sommer aber sehr gut gelaufen. Aufhorchen ließ zunächst vor allem der 3:2-Sieg im Test gegen Bundesligist Borussia Dortmund. Noch weit mehr Beachtung fand im August dann Essens großer Kampf im DFB-Pokal. Gegen Borussia Mönchengladbach führten die Rot-Weissen lange Zeit 1:0, erst in der Schlussphase drehte der Erstligist die Partie per Doppelschlag in ein mühevolles 2:1.

Da war das 2012 offiziell für rund 43 Millionen Euro errichtete Stadion (nach neueren Berechnungen waren es sogar deutlich mehr) mit knapp 20.000 Zuschauern ausverkauft. So viele werden es morgen mit Sicherheit nicht - zumindest 6000 wie gegen Wiedenbrück dürften es aber werden. Vor zwei Jahren verlor Beeck dort erst durch ein Last-Minute-Tor 0:1. Im alten Essener Georg-Melches-Stadion blieb der FC dafür ungeschlagen: 1999 gab's im Spitzenspiel der Oberliga Nordrhein ein 1:1, und 2011 in der NRW-Liga siegte Beeck gar 3:1.

Quelle: RP
 
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