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FC peilt gegen "Kobra-Elf" zweiten Heimsieg an

Lokalsport: FC peilt gegen "Kobra-Elf" zweiten Heimsieg an
Danny Richter (Mitte) setzt sich hier einmal gegen Dortmunds Kapitän David Solga (l.) durch, beobachtet von Arian Berkigt. Morgen gegen Wiedenbrück will auch dieses Beecker Duo nicht nur Nadelstiche setzen. FOTO: THOMAS BIELEFELD
Wegberg. Regionalliga: Beeck trifft morgen auf den SC Wiedenbrück. Trainer Dirk Ruhrig hat seit Mittwoch den Trainer-A-Schein in der Tasche. Von Mario Emonds

Auf eine persönlich erfolgreiche Woche blickt Dirk Ruhrig, Trainer des FC Wegberg-Beeck, zurück. Am Dienstag stand für ihn in der Sportschule Hennef die 15-minütige Lehrprobe für den Trainer-A-Schein an. Die Aufgabe lautete: "Verbesserung des Angriffs durchs Zentrum". Die Lehrprobe meisterte der 44-Jährige, beim FC die rechte Hand von Teamchef Friedel Henßen, ebenso wie die Klausur zur Mannschaftstaktik und die mündliche Prüfung, bei der er an der Magnettafel das Fehlverhalten der Hoffenheimer Abwehr in einer vorher gezeigten Szene in einem Spiel gegen den HSV aufzeigen musste.

Am Mittwoch dann die erlösende Nachricht: Er hat bestanden - ebenso die 25 weiteren Lehrgangsteilnehmer, die aus der gesamten Bundesrepublik dafür zwei Wochen nach Hennef gekommen waren. Denn den Trainer-A-Schein hat der DFB mittlerweile weitgehend zentralisiert - Ruhrigs Zimmergenosse zum Beispiel war Steven Cherundolo, bis zu seinem Karriereende im Sommer 2014 geschlagene 15 Jahre lang Profi bei Hannover 96. Zu den Teilnehmern zählte aber auch Holger Louis - und der hatte einst Ruhrig als Trainer bei Union Schafhausen beerbt.

Ob er die neu erworbenen Kenntnisse nun auch in Beeck mit Gewinn einbringen könne? Da ist Ruhrig vorsichtig: "Aber mit Sicherheit schaue ich jetzt noch genauer aufs individuelle Verhalten auf dem Platz - zum Beispiel bei den Laufwegen. Die Ausbildung hat mir persönlich schon eine Menge gebracht."

Morgen wird er auf alle Fälle erstmals als A-Lizenz-Inhaber auf der Bank Platz nehmen. Dann kommt der SC Wiedenbrück ins Waldstadion (Anstoß wie gewohnt 14 Uhr). "Das ist eine robuste, erfahrene und konterstarke Mannschaft, die sich in dieser Liga gut auskennt", merkt Henßen zum morgigen Gegner an. Immerhin spielt der SC bereits seit 2010 in der Regionalliga, nachdem ihm als Meister der Verbandsliga Westfalen 2009 in der darauffolgenden NRW-Liga-Saison der Durchmarsch in die 4. Liga geglückt war.

Maßgeblich dazu bei trug ein Stürmer, der in der Saison 2008/2009 ein Jahr lang auch das Beecker Trikot trug und dann nach Wiedenbrück wechselte: Mit 25 Toren hatte der gebürtige Mönchengladbacher Dominik Jansen erheblichen Anteil am Durchmarsch. 2014 beendete der Vetter von Ex-Profi Marcell Jansen seine Karriere, ist seitdem als Beobachter für den SCW aktiv. "Dominik habe ich noch vor kurzem in Wattenscheid beim Spiel gegen Borussia Dortmund II getroffen", berichtet Henßen über seinen früheren Mitspieler, der in der Saison 2013/2014 beim SC die letzten sieben Spiele auch noch als Spielertrainer einsprang und das taumelnde Team zum Klassenerhalt führte.

Bundesweit bekannt wurde der SCW in dieser Spielzeit aber wegen seines Husarenstücks in der ersten Runde im DFB-Pokal: Im Gütersloher Heidewaldstadion schlugen die Westfalen im August 2013 den Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit mit 1:0. In der zweiten Runde unterlagen sie dann dem SV Sandhausen 1:3.

Die aktuelle Spielzeit ist für das Team von Coach Alfons Beckstedde, seit Juli 2014 im Amt, bislang durchwachsen gelaufen. Mit dem 3:0 im Nachholspiel beim kriselnden SV Rödinghausen kletterte Wiedenbrück aber von einem Abstiegsplatz rauf auf Platz elf - sehr zur Freude des Redakteurs der SCW-Homepage: "Bissig in der Defensive, giftig in den Zweikämpfen und schnell wie eine Kobra konternd", schrieb er begeistert - und taufte das Team folgerichtig flugs in "Kobra-Elf" um. Die will daran nun in Beeck anknüpfen: "Wir sind in einer Phase, in der die Tabellenplätze nicht ganz so wichtig sind. Jetzt zählen nur die Punkte, und da haben wir in diesem Jahr schon noch einiges vor", erklärt Beckstedde. Das hat Beeck umgekehrt aber auch: "Bislang haben wir vier Punkte. Überragend wäre es, wenn wir in den drei bis zur Winterpause verbleibenden Spielen diese Zahl verdoppeln könnten", sagt Henßen, der auch wieder auf die zuletzt verletzt fehlenden Johannes Walbaum, Fabio Ribeiro und Stefan Thelen zurückgreifen kann.

Beecks Teamchef hofft nach den schlappen Auftritten in der Liga in Dortmund (0:6) und im Pokal bei A-Ligist Roetgen (2:0) sehr auf das andere Gesicht seines Teams, das in den vorangegangenen Heimspielen gegen Ahlen (1:1), Schalke (2:3) und Kray (4:2) zu sehen war: "Wir müssen wieder Fußball arbeiten - gerade auf dem zu erwartenden tiefen Boden." Besondere Beachtung verdient beim SCW ein Trio: Kamil Bednarski (sieben Tore), Massih Wassey (sechs) und Tobias Puhl (fünf) haben zusammen 18 der bislang 24 Wiedenbrücker Tore erzielt - exakt drei Viertel also.

Quelle: RP
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