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Lokalsport
Flüchtlingen ein neues Zuhause geben

Heinsberg. Bei "Integration durch Sport" wurden Möglichkeiten vorgestellt, wie Sportvereine zur Integration beitragen können. Von Kathrin Boehme

Gemeinsamer Sport verbindet Menschen so einfach wie wohl sonst nirgendwo, Integration geschieht von ganz allein. Wie können Sportvereine dazu beitragen, Menschen mit Migrationshintergrund zu integrieren? Zur Beantwortung dieser Frage veranstaltete der Kreissportbund Heinsberg in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg eine Auftaktveranstaltung zum Thema "Integration durch den Sport".

Eine Mitgliedschaft in einem Sportverein hat positive Auswirkungen: Durch das gegenseitige Kennenlernen verbessern Migranten nicht nur ihre Deutschkenntnisse, sie erfahren auch Hilfe und Unterstützung zum Beispiel bei ihrer Arbeitssuche. Diese Ergebnisse stellte Professor Dr. Christa Kleindienst- Cachay von der Universität Bielefeld vor, die in einer Studie zur Integration von Migranten im organisierten Sport erforscht wurden. "Diese positiven Auswirkungen entstehen aber nicht von allein, alle Beteiligten müssen etwas dafür tun", betont sie, "Sportvereine sollten Kontakt zu Migranten suchen und sie nicht als Belastung sehen". Ein Sportverein profitiere auch von neuen Mitgliedern und Nachwuchs.

Das Wichtigste sei zunächst die Netzwerkbildung, da es zu viele Organisationen gebe, die nebeneinander herarbeiten. Ihre Empfehlung lautet daher: Kooperationen mit Schulen, dem Kommunalen Integrationszentrum oder anderen Organisationen, die in Kontakt mit Migranten stehen, zu bilden. Außerdem sei es sinnvoll, Angebote des Landessportbundes zu nutzen. "Wir wollen Netzwerke erstellen zwischen dem organisierten Sport und allen anderen Akteuren der Integrationsarbeit, um Migranten zu Sportvereinen zu führen, damit sie dort eine Art neues Zuhause finden können", sagt auch Dieter Bransch, neuer Integrationsbeauftragter des Kreissportbundes Heinsberg.

Ein Beispiel für gelungene Integrationsarbeit stellte der SV Brachelen, der als "Best Practice Verein" geehrt wurde, vor: Bereits seit Herbst 2015 engagiert sich der Verein für die Integration von Flüchtlingen aus Brachelen. Der Fußballklub sprach die Jugendlichen in ihren Unterkünften persönlich an und lud sie zum Training ein, außerdem kooperiert der Verein mit der Grundschule Brachelen und der Fußballschule. Bis heute trainieren einige Flüchtlinge bei den Sportangeboten mit. Auch der TC Arsbeck bietet Migranten aus der Nachbarschaft seit den Herbstferien Sportmöglichkeiten: Acht Jugendliche aus Arsbeck können alle zwei Wochen die Tennishalle der Stadt Wegberg nutzen. "Die Kinder sprechen dabei Deutsch oder dolmetschen selber, wenn sie etwas nicht verstehen", sagt Trainer Manfred Gerads.

Die Auftaktveranstaltung bot eine erste Möglichkeit, die Vernetzung und Zusammenarbeit auszuprobieren.

Quelle: RP
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