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Fußball
Gravierende Sorgen hier - Luxussorgen dort

Fußball: Gravierende Sorgen hier - Luxussorgen dort
Mit diesem satten Schuss aus gut 40 Metern erzielt Beecks Kapitän Arian Berkigt (l.) in der 33. Minute das 1:1. Enzo Wirtz (r.) darf sich gleich mitfreuen, Borussias Innenverteidiger Oliver Stang (23) und Tim Knipping (4) sind Zuschauer. FOTO: NIPKO
Wegberg. Regionalliga: Nach Beecks 2:6 gegen Borussias U 23 waren beide Trainer nicht so recht zufrieden - aus sehr unterschiedlichen Gründen. Von Mario Emonds

Ein wenig neidisch auf den Kollegen dürfte Friedel Henßen, Teamchef des FC Wegberg-Beeck, nach dem 2:6 gegen die U 23 Borussia Mönchengladbachs am Freitagabend im Waldstadion in der Pressekonferenz schon geworden sein. Denn da durfte Arie van Lent eine Klage auf ganz hohem Niveau anstimmen: "Klar haben wir verdient gewonnen, doch über die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, bin ich schon ein bisschen enttäuscht. Das wirkte teilweise ein wenig arrogant - und das stört mich", bekannte Borussias überaus sympathischer Ex-Profi.

Beecks sportlich Verantwortlichen plagten dagegen weit handfestere Sorgen. Was zum einen das Personal betrifft: Patrick Ajani sah wegen einer Notbremse Rot und wird damit am Samstag in Velbert ebenso nicht zur Verfügung stehen wie Sebastian Wilms, der in der Nachspielzeit seine fünfte Gelbe Karte sah und damit Beecks erster Spieler ist, der deswegen pausieren muss. Dazu fiel auch noch früh Thomas Lambertz mit einer Oberschenkelzerrung aus - Einsatz am Samstag daher auch mehr als fraglich. Und auf den angeschlagenen Fabio Ribeiro musste Henßen kurzfristig komplett verzichten.

Zum anderen musste Henßen wieder etliche Defizite bei seinen Jungs konstatieren: "Auch wenn wir teilweise ordentlich Fußball gespielt haben, so haben wir doch schlecht verteidigt und wieder viel zu viele Fehler gemacht." So sah Beecks Abwehr beim 0:1 im Anschluss an einen Freistoß kollektiv schlecht aus, patzte beim 1:2 Marko Karamarko, ließ sich beim 1:3 Keeper Patrick Nettekoven von einem Freistoß in die Torwartecke überraschen. "Dabei wussten wir, dass Marlon Ritter seine Freistöße gerne in diese Ecke schießt", monierte Henßen. Exakt das hatte Ritter auch schon im Hinspiel getan - sein Freistoßtor zum 1:0 war da für Borussia der Dosenöffner zum späteren 5:0-Sieg.

Entscheidend waren auch Borussia prompte Antworten auf Beecker Tore: Sechs Minuten nach Arian Berkigts Geniestreich zum 1:1 stand's auch schon 3:1 für den Tabellenführer. Und nachdem Johannes Walbaum Mitte der zweiten Halbzeit mit seinem ersten Saisontor auf 2:3 verkürzt hatte, trat Giuseppe Pisano das zarte Beecker Pflänzchen Hoffnung sechs Minuten später mit Gladbachs viertem Tor auch schon wieder brutal aus. Danach ließen die Kleeblätter die Köpfe hängen, kassierten noch zwei weitere Tore.

Unter dem Strich stand so eine sicherlich zu hohe Niederlage gegen einen Gast, der aus acht nennenswerten Chancen sechs Tore machte. "Beeck hat uns das Leben mit fiesen langen Bällen schon schwer gemacht", bekannte van Lent und wünschte Beeck alles Gute - speziell gegen Borussias direkte Konkurrenten: "Tut uns den Gefallen und schlagt Lotte, Wattenscheid und Oberhausen", merkte Borussias Coach verschmitzt an.

Doch auch dem Tabellenführer hätten die Schwarz-Roten gerne ein Bein gestellt: "Da fehlte bei uns aber auch die letzte Konsequenz", urteilte Henßen. Dabei hatten die Borussen seinen Jungs durchaus einige Räume gelassen - genau das war es wohl auch, was van Lent als "arrogant" kritisierte. Zwar nur indirekt, an Deutlichkeit aber nichts zu wünschen übriglassend fiel Henßens Kritik an der Einstellung seines etatmäßigen Stoßstürmers Sahin Dagistan aus, der 90 Minuten auf der Bank schmorte: "Arian Berkigt und Enzo Wirtz haben vorne angefangen, weil das zwei Spieler sind, die immer gewillt sind, an ihre Leistungsgrenze zu gehen."

Begonnen hatte die Partie mit einer Schweigeminute für Beecks verstorbenen Ehrenvorsitzenden Günter "Pelle" Wirtz. Aus diesem Grund liefen alle Beecker mit Trauerflor auf. Das sahen im Waldstadion auch die Beobachter anderer Vereine. Die kamen zum Teil von weit her. Unter anderem hatten sich Scouts vom SC Freiburg und SV Wehen Wiesbaden akkreditiert - wohl weniger, um Akteure des FC zu beobachten...

Quelle: RP
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