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Lokalsport
Herzog stellt sein Drei-Säulen-Credo vor

Lokalsport: Herzog stellt sein Drei-Säulen-Credo vor
Jana von den Driesch (l.) zeigte gegen Leverkusen eine gute Leistung - am Sonntag ist sie verhindert und wird von Kathrin Marschalk ersetzt. FOTO: UWE MISERIUS
Wegberg. Frauen-Regionalliga: Uevekoven reist am Sonntag zum VfL Bochum. Gespielt wird im Schatten des Ruhrstadions. "Da wollen wir unseren aktuellen Platz eins in der Auswärtstabelle festigen", kündigt Sportfreunde-Coach Marcel Herzog an. Von Mario Emonds

Als Marcel Herzog im Januar 2015 das Traineramt bei den Frauen der Sportfreunde Uevekoven übernahm, gehörte zu seinen ersten Amtshandlungen das Aufstellen eines "Altars" (so nennt er das ein wenig ironisch selbst) in der Kabine der Sportfreunde. In drei Bilderrahmen montiert steht da das Herzogsche Fußball-Credo - und das besteht eben aus drei Säulen, die er unserer Redaktion bereitwillig nun einmal erläuterte.

Der erste Leitspruch ist ein Zitat der Manchester-United-Legende Alex Ferguson: "Noch nie in meinem Leben habe ich für ein Unentschieden gespielt." Herzog: "Exakt so sehe ich das auch. Ich möchte immer gewinnen - auch auf die Gefahr hin, in letzter Minute ein Tor zu kriegen. Die Drei-Punkte-Regel ist doch damals eingeführt worden, um noch mehr auf Sieg zu spielen."

Der zweite Grundsatz stamme vom amerikanischen Footballer Jack Youngblood: "Erfolg ist ein Überbleibsel der Vorbereitung." Herzog: "Das gilt sowohl für die Vorbereitung auf ein Spiel als auch auf eine Saison." Geistiger Urheber des dritten Grundsatzes ist wieder eine Fußball-Ikone: "Fußball ist einfach, aber es ist schwer, einfach zu spielen" - diesen Satz hat der große (und streitbare) Johan Cruyff geprägt.

Diese drei Maximen habe er in den vergangenen 21 Monaten nun auch den Sportfreunde-Mädels eingeimpft. Vorbild sei da ein Trainer aus seiner eigenen Profizeit gewesen: "Der hatte zehn solcher Grundsätze. Nach einiger Zeit wusste man genau, welchen davon er uns zu welcher Gelegenheit in Erinnerung rufen würde. Ich fand das gut."

Seine eigenen Schützlinge müssen nun also nur drei verinnerlichen. In den bislang fünf Spielen in der Regionalliga ist das sehr ordentlich gelungen: Die Grün-Weißen haben daraus acht Punkte gesammelt, stehen auf Rang sechs. Ein wenig trauert Herzog aber einer noch besseren Ausbeute hinterher: "Gegen Moers hätten wir gewinnen müssen, und gegen Aachen wäre ein Remis gerecht gewesen - macht drei Punkte." Andererseits sei das Remis in Leverkusen auch ein wenig glücklich gewesen. "Wir wollen also nicht vermessen werden."

Forsche Töne schlägt Herzog dafür aber an, wenn er nach der unfreiwilligen Pause am vergangenen Wochenende (das Spiel gegen Bocholt wurde in den Dezember verlegt) an den Kick am Sonntag beim VfL Bochum (Anstoß 15 Uhr) denkt: "Da wollen wir unseren aktuellen Platz eins in der Auswärtstabelle festigen", kündigt er auch ein wenig schmunzelnd an - diesen Rang haben sich die Sportfreunde mit sieben Punkten und 9:3 Toren aus drei Spielen erarbeitet. Natürlich habe er vor dem VfL Respekt: "Der wird schließlich als einer der Favoriten gehandelt, gilt als spielstark. Dennoch konzentrieren wir uns auf uns, werden auch da auf Sieg spielen." Eine Änderung gegenüber dem letzten Spiel, dem 4:0 in Hauenhorst, werde es aber zwangsläufig in der Anfangsformation geben: Außenverteidigerin Jana von den Driesch fehlt aus privaten Gründen. "Für sie wird Kathrin Marschalk anfangen", hat sich Herzog festgelegt. Generell freut sich der Coach über den aktuell großen Kader: "Bis auf die Langzeitverletzten sind alle fit. Und alle ziehen auch im Training voll mit. Die Stimmung ist klasse."

Gespielt wird am Sonntag auf einem Nebenplatz des nun wieder Ruhrstadion heißenden VfL-Stadions an der Castroper Straße - freilich mit dem Zusatz Vonovia (so heißt der Sponsor). Was der VfL-Seele aber relativ wurscht ist: "Viele VfL-Fans sind einfach froh, dass die Arena wieder Ruhrstadion heißt", bekräftigt Willi Wernick, beim VfL Koordinator Mädchen- und Frauenfußball.

Nach Platz vier im Vorjahr möchten die Bochumerinnen nun ganz vorne mitspielen. "In dieser Saison dürfte in dieser Liga viel möglich sein", meint Wernick - und schiebt nach: "Dann dürfen wir aber nicht so schlecht spielen wie vergangenen Sonntag beim 2:2 in Leverkusen. Unser Punkt war angesichts von Bayers zehn 100-Prozentigen nicht nur glücklich, sondern sogar unverdient. Auch von daher haben wir nun überhaupt keine Veranlassung, Uevekoven zu unterschätzen."

Immerhin stehen im VfL-Team Spielerinnen mit Zweitliga-Erfahrung - kein Wunder. Denn in der Saison 2014/15 spielte Bochum noch in der 2. Liga Nord, wurde dort am Ende Siebter - und musste dann doch absteigen. Grund: Weil der VfL kräftig an allen Ecken und Enden sparen musste, zog er aus wirtschaftlichen Gründen sein Frauenteam aus der 2. Liga zurück.

Quelle: RP
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