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Triathlon
Hitzeschlacht endet mit zerplatztem Titeltraum

Erkelenzer Land. Triathlon: Auf Cozumel, einer 62 Kilometer langen und 21 Kilometer breiten Insel vor Yucatán, fanden die ITU-Weltmeisterschaften statt.

Mehr als 9000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Erkelenz und Mexiko City - nach Cozumel, einer 62 Kilometer langen und 21 Kilometer breiten Insel vor Yucatán, ist es sogar noch ein wenig weiter. Und so erreichten Ralf Laermann und Steffi Meyers erst nach rund 21 Stunden Anreise per Zug, Flug, Schiff und dem Auto ihren Zielort. "Allein die Anreise in die Karibik war schon ein kleines Abenteuer", stellte Laermann klar, "Flamingos, Leguane und bunte Fische im 29 Grad warmen Meereswasser, sorgen für traumhafte Eindrücke, welche man sonst nur aus dem Fernseher kennt. Dazu kommt dann noch ein Klima mit heißen Temperaturen und enorm hoher Luftfeuchtigkeit." Und so verwundert es auch nicht, dass sich das Duo ein paar Tage Akklimatisierung gönnte, ehe der Saisonhöhepunkt anstatt. Gemeinsam mit über 5000 Athleten aus 71 Ländern nahmen Laermann und Meyers an den ITU-Weltmeisterschaften in mehreren Disziplinen und etlichen Kategorien teil.

Los ging es für die Wegbergerin mit der Aquathlon-WM - ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme. Für die Vize-Europameisterin der W 50 standen 2500 Meter Laufen, 1000 Meter Schwimmen und 2500 Meter Laufen auf dem Plan. Während Steffi Meyers eine hervorragende Laufleistung zeigte, blieb sie im offenen Meer und ohne Neoprenanzug hinter ihren Möglichkeiten, verlor ein paar Plätze, arbeitete sich letztlich beim abschließenden Lauf wieder auf Platz zehn vor.

Noch besser lief es für den Keyenberger Ralf Laermann bei seiner Paradedisziplin, der Sprintdistanz. Gerade noch rechtzeitig in Form gekommen, erwischte er über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen einen guten Tag. Nach 11:32 Minuten kam er aus dem Wasser mit 1:12 Minuten Rückstand zum Führenden. Auf dem Rad begann die Aufholjagd: Auf dem flachen Wendepunkt-Kurs an der Küste entlang schob er sich an die Spitze heran, als Dritter ging Laermann auf die Laufstrecke. Zunächst überholte er den US-Amerikaner Sam Switzer, nach 100 Metern übernahm er die Gesamtführung. Bei 36 Grad im Schatten erhöhte Laermann etwas das Tempo und brachte schnell rund zehn Meter Abstand zwischen sich und dem Mexikaner Jose Conzalez Davilla. Doch der kam wieder näher, angefeuert durch die Rufe seiner Landsleute, ließ er sich nicht abschütteln. So wollte es der 58 Jahre alte Keyenberger auf den Zielspurt ankommen lassen, er führte bis 300 Meter vor dem Ziel, dann zog der Mexikaner mit großen Schritten vorbei. Laermann versuchte, dran zu bleiben: "Mir wurde schwarz vor Augen. Ich dachte mein Kopf platzt. Ich musste rausnehmen", erinnert sich Laermann an den entscheidenden Moment. 13 Sekunden hatte der Ex-Profi aus Mexiko am Ende Vorsprung. Ralf Laermanns Traum von seinem nächsten Weltmeistertitel war zerplatzt. Nach 1:05:33 Stunden finishte er als Vize-Weltmeister der M 55.

Nur drei Tage später nahm Laermann dann die Olympische Distanz (1500 - 40-10) in Angriff - doch dieses Mal lief es nicht nach Wunsch. Mit acht Minuten Rückstand auf den Vierten kam Laermann als 17. aus dem Wasser. Auf dem Rad gab der 58-Jährige noch einmal alles, fuhr auf den vierten Platz vor und war beim Laufen kurzzeitig sogar Dritter. Doch die Freude hielt nicht lange an: Ralf Laermann blieb in 2:18:51 Stunden letztlich nur der undankbare vierte Platz. "Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machten allen zu schaffen", sagte Laermann. Steffi Meyers zeigte über die Olympische Distanz ein ausgeglichenes gutes Rennen kam nach 2:50:52 Stunden auf Rang 31 ins Ziel.

Quelle: RP
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