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Lokalsport
Immer der Kugel nach

Lokalsport: Immer der Kugel nach
Boßelspieler Sebastian Böing gibt hier - angefeuert von seinen Mitspielern - alles. Obwohl das Turnier später abgebrochen werden musste, hatte Böing was zu feiern: Er wurde Grünkohlkönig. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Beim Boßeln geht es darum, eine Kugel über eine bestimmte Distanz mit möglichst wenigen Würfen zu werfen. Von Daniela Giess

Eine Kugel über eine bestimmte Distanz mit möglichst wenigen Würfen werfen: Vornehmlich im hohen Norden wird der Boßel-Leidenschaft gefrönt. Aber auch bei den Sportfreunden Uevekoven ist man schon vor Jahren auf den Geschmack gekommen - jetzt waren die Boßel-Fans wieder Gastgeber eines Turniers. Das Wetter hatte allerdings überhaupt kein Einsehen mit den Sportlern: Im strömenden Regen gaben die Teilnehmer zwar alles, mussten sich jedoch am frühen Nachmittag nach vier von sechs Spielrunden geschlagen geben, als Sturm, Blitz, Donner, Hagel und Starkregen ihren Tribut forderten. "Eigentlich findet unser Sport ja bei Wind und Wetter statt", erklärte Organisator Jürgen Schmitz, "selbst bei Schnee und Eis haben wir ihn schon ausgeübt - da hat uns eben der Schneepflug geholfen." Dieses Mal seien allerdings alle froh gewesen, wieder im Trockenen zu sein: "Die meisten waren bis auf die Unterhose nass", sagte Schmitz.

"Einfach mega, total schön", findet Kristina Löß das Boßeln. Die Kassiererin der Sportfreunde Uevekoven hält ein Getränk in der Hand, gönnt sich eine kurze Verschnaufpause. Den anhaltenden Regen nimmt die junge Frau mit Humor: "Wir haben heute eben ostfriesisches Wetter." Und dennoch ist die Resonanz enorm: "Wir haben sogar Interessenten absagen müssen." Rund 70 Teilnehmer gaben ihr Bestes. Die weiteste Anreise hatte Wilhelm Daurer hinter sich. Der 51-Jährige lernte Jürgen Schmitz 1990 während des gemeinsamen Studiums in seiner Heimat, dem Allgäu, kennen. Die Freundschaft blieb über die Jahre bestehen. "Eine schöne Mannschaftsleistung" könne beim Boßeln erreicht werden, erläutert Daurer. Aber auch der gesellige Aspekt dürfe nicht zu kurz kommen. Und so wurde in der Schwanenberger Marktschänke bei deftigem Grünkohleintopf mit Mettwurst der Turnierausklang gefeiert und der neue Grünkohlkönig Sebastian Böing mit seiner Grünkohlkönigin Kathrin Ommen ermittelt. Wer am meisten verdrücken konnte und die Mahlzeit auf ganz besondere Weise zelebrierte, hatte dabei die besten Chancen. "Wer Mayonnaise und Cola zum Grünkohl bestellt, hat keine Chance auf den Titel", erklärt Schmitz schmunzelnd. Erstmals gab es aus sportlicher Sicht keinen Titelträger: "Wir haben uns letztlich dazu entschlossen, dass alle zwölf Teams Sieger sind", erklärt Schmitz.

1998 luden die Uevekovener zu ihrem ersten Turnier ein. Seitdem haben sie sich stark weiterentwickelt. Bei der Weltmeisterschaft in Ottobeuren gewannen die Sportfreunde den Titel. "Im Dezember sind wir mit zehn Mann mit dem Zug hingefahren", berichtet Schmitz. Hier schloss man Freundschaft mit dem Darmstädter Thomas Scheidner, der die Einladung nach Uevekoven am Wochenende gerne annahm.

Quelle: RP
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