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Motorsport
Jörg Müller steuert Falken-BMW zum Pemieren-Sieg

HÜckelhoven. Motorsport: Der Hückelhovener teilte sich beim 4. VLN-Rennen auf dem Nürburgring das Erfolgscockpit mit Niederländer Stef Dusseldorp. Von Hans Groob

Jetzt hat auch Falken-Motorsport, die PS-starke Gruppe des japanischen Reifenherstellers Falken, sozusagen die "Nürburgringvolljährigkeit" erreicht. Denn 18 Jahre lang wartete das Team, das 1999 auf Nissan anfing, danach Porsche und jetzt auch BMW fährt, auf den ersten Sieg in der "Grünen Hölle" - erreicht auf einem BMW M6 GT3 beim 4. Lauf zur legendären VLN-Langstreckenserie, der 48. Adenauer ADAC-Rundstrecken-Trophy, durch das internationale Fahrerduo Jörg Müller und Stef Dusseldorp (27; Niederlande).

Es war ein kluger Schachzug von Falken-Motorsport, neben dem bekannten türkisgrün-blauen Porsche 911 GT3 R einen zweiten Renner auf der Asphaltbahn in der Eifel einzusetzen und diesen jetzt auch mit einem BMW-Routinier zu besetzen, immerhin ist Jörg Müller im 21. Jahr Werksfahrer für die Münchener. Der gebürtige Hückelhovener, der auf der schweizer Bodenseeseite in Tägerwilen lebt, übernahm von Startplatz zwei schon in der dritten Runde des Vier-Stunden-Rennens die Führung. Er und sein niederländischer Partner ließen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als nach gut der Hälfte der Renndistanz die Führung verlorenging und sich ein spannendes Duell mit dem Porsche von Frikadelli-Racing entwickelte. Leichtes Spiel hatten die "Falken", als die "schnelle Bulette" aus der Eifel mit einem Kontrahenten kollidierte und vorzeitig in die Reparaturbox gerufen wurde. Nach 28 Runden sahen Müller/Dusseldorp als Sieger die karierte Flagge - 34,519 Sekunden vor dem Manthey-Porsche mit Richard Lietz/Romain Dumas (Österreich/Schweiz). Auf Platz drei kam der BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport mit Krognes/Di Martino/Henkola ins Ziel, den Hauch von 0,286 Sekunden zurückliegend.

Von den mehr als 140 Teams wurde bei hohen Sommertemperaturen auf dem Nürburgring noch höhere Konzentration gefordert und war exzellentes Material wichtig. "Es war zwar enorm heiß im Cockpit, aber das war kein Problem", erklärte der topfitte Müller, der sich natürlich auch bei langen Stints auf die Falken-Tyres verlassen konnte: "Das Team hat wie immer richtig viel Energie in Vorbereitung und Rennen investiert und hier oben nun erstmals verdient gewonnen."

Mit "hier oben" meint der 47-Jährige den Nürburgring, den er so gut kennt, wie nur wenige. Immerhin hat er neben unzähligen Klassensiegen auf der Nordschleife auch zweimal (2004 und 2010) die 24-Stunden gewonnen, den Weltklassiker also. Von noch mehr Testkilometern ganz zu schweigen. Ob er allerdings in dieser VLN-Saison noch einmal auf dem Ring starten kann, das hängt entscheidend von den Einsätzen in der japanische Super-GT-Serie ab. In Asien teilt er sich das Steuer eines M6 GT3 des BMW-Teams-Studie mit dem Japaner Seiji Ara. Dort sind Fortschritte zu erkennen: Okayama Rang 13, Fuji 7 und Autopolis 4. In 14 Tagen steht Sugo auf dem Programm, danach folgen zwei Augustrennen (Fuji und Suzuka), dann geht es nach Thailand und dem Saisonfinale Anfang Oktober in Motegi.

Sollte sich eine Terminlücke im Rennkalender ergeben, dann wird Jörg Müller diesen sicher für einen zusätzlichen Einsatz nutzen. Dafür um die halbe Welt zu reisen, sieht er nicht als Problem, wie zum Beispiel im Februar mal kurz zum Zwölf-Stunden-Rennen nach Bathurst in Australien.

Quelle: RP
 
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