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Motorsport
Kenneth Heyer in der "Grün-Weißen Hölle" auf P6

Kreis Heinsberg. Motorsport: 156 Starter bei den legendären 24-Stunden auf dem Nürburgring. Jörg Müllers BMW M6 mit technischem Defekt. Von Hans Groob

Egal wo der Nürburgring Thema ist, ohne die Einstufung "Grüne Hölle" geht es nie. Und genau als solche präsentierte sich das 25,378 Kilometer lange Asphaltband aus Grand-Prix-Kurs und legendärer Nordschleife beim 44. ADAC Zurich 24h-Rennen. Zum größten Motorsportevent der Welt mit 156 Fahrzeugen und mehr als 600 Rennfahrern gab es sogar noch eine Steigerung - "Weiße Hölle".

Ja, am letzten Mai-Wochenende schüttete es aus allen Wolken, wurde die Piste teilweise überflutet. In einigen Streckenabschnitten prasselten große Hagelkörner nieder, verwandelten die Piste in eine Eisbahn, sorgten zwischen Schwedenkreuz und Fuchsröhre im Bereich Aremberg für Crashs. Steuerlos rauschten einige Renner spektakulär in die Leitplanken. Die Folge: Rennleiter Walter Hornung ließ die roten Rennabbruchflaggen schwenken. Genau zum richtigen Zeitpunkt, noch hatte sich niemand verletzt. Von 156 Fahrzeugen hingen aber 69 fest. Fast vier Stunden dauerte die Zwangspause, in der Reparaturen erlaubt waren.

Auch bei Schubert-Motorsport, wo Karosseriearbeiten nötig waren, nachdem der Hückelhovener Jörg Müller den BMW M6 GT3 mit der Startnummer 18 am Aremberg fast verloren hätte. Der Re-Start erfolgte aus drei Einführungsrunden heraus und sah Müller schnell auf P1. Viel Freude daran hatte er aber nicht, Rauchentwicklung im Cockpit zwang ihn zum vorzeitigen Stopp. In der Wertung stand dann DNC (Did not come). Müllers Teamkollegen Augusto Farfus, Jesse Krohn und Marco Wittmann hatten nach Schadensbehebung immerhin noch bis zu 60 Runden gedreht - zu Testzwecken ohne Zielankunft. Teamchef Torsten Schubert: "Auch wenn uns Glück gefehlt hat, haben wir gezeigt, was in dem M6 steckt."

Was im Konkurrenz-Produkt steckt, das hat Mercedes eindrucksvoll gezeigt: Die AMG-GT3 belegten die Plätze eins bis vier und schließlich auf P6 der Mann-Filter AMG GT3 des Teams Zakspeed, an dessen Steuer sich der Wegberger Kenneth Heyer sowie Sebastian Asch (Ammerbuch), Luca Ludwig (Bornheim) und Daniel Keilwitz (Villingen-Schwennigen) austobten. Die Startnummer 75 mit der gelb-grünen Mann-Filter-Lackierung war von P14 ins Rennen gerollt und fand sich nach dem Wetter-Chaos auf 35 wieder. Und dann startete das "Söhne-Auto" die Aufholjagd: nach neun Stunden P24, nach zwölf Stunden P21, nach 15 Stunden P15, nach 20 Stunden auf P8, ehe in der letzten Runde der ABT-Bentley und WRT-Audi überholt wurden bis auf Platz sechs, der beim Mann-Zakspeed-Quartett, für das Kenneth Heyer hauptsächlich in der Nacht-Steuer-Eule wurde, großen Jubel auslöste.

Dazu hatte auch das FK-Performance-Team mit dem Dremmener Alex Lambertz allen Grund. Der 18-Jährige hatte sich mit Team- und Pilotenkollegen Thorsten Wolter (Berlin), Yannick Mettler (Zürich) und Patrick Hinte (Bremen) eine Strategie zurechtgelegt, die unterm Strich drei Boxenstopps einsparte. "So waren wir in der Nacht ähnlich schnell wie die Spitze", bilanzierte das Quartett, das den BMW 235i Racing auf Gesamtrang 37 und Platz vier der Cup 5-Klasse stellte.

Zufriedenheit auch bei Leipert-Motorsport aus Rath-Anhoven, die für Rundum-Boxenbetreuung und Strategie verantwortlich zeichneten. In der Wertungsklasse SP3 kam die Startnummer 123 mit vier Akteuren aus Bangkok auf einem Toyata Corolla Altis aus dem Team Thailand als Gesamt-73. und Zweiter der SP3 ins Ziel (102 Runden). Das Schwesterauto fuhr vier Runden weniger und wurde 83 gesamt und Klassenvierter.

Im internationale Rahmenprogramm der 24-Stunden (u.a. mit Tourenwagen-WM) liefen die 24h-Classics mit 43 Fahrzeugen. Im drei Stunden dauernden Race steuerte der Wegberger Markus Niestrath den Alfa-Romeo GTT-Am zwölfmal um den Ring, wobei er und sein Teamkamerad vom Rheydter Club für Motorsport als Vierte der Klasse F20 in Wertung kamen. Die Rundenbestzeit für die 25,378 Kilometer wurde mit 12:01.905 gestoppt.

Quelle: RP
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