| 00.00 Uhr

Motorsport
Können und Glück führen auf Rang drei

Wegberg. Motorsport: Wegberger Kenneth Heyer bewährt sich in der europäischen 24-Stunden-Serie. Von Hans Groob

Keineswegs abgehoben war die eigene Einschätzung des im schweizerischen Aargau ansässigen Hofor-Racing-Teams für die 24 Stunden von Paul-Ricard. Sie war realistisch am bisherigen Geschehen in der europaweit von der niederländischen Creventic BV organisierten 24-Stunden-Rennserie orientiert: "Wir wollen aufs Gesamtpodium", war das Leitmotiv des Fahrerquintetts mit Chantal und Michael Kroll, Roland Eggimann (alle mit schweizer Lizenz unterwegs), dem Niederländer Christiaan Frankenhout und dem Wegberger Langstreckenspezialisten Kenneth Heyer, das sich am Steuer des Mercedes SLS AMG GT3 abwechselte. Das taten sie mit großem Erfolg, denn nach Gesamtrang vier bei den 24 Stunden von Dubai, Platz zwei bei den 12 Stunden von Mugello (Italien) und Rang drei bei den 12 Stunden von Zandvoort/NL sprang bei den 24 Stunden von Paul-Ricard in Südfrankreich wiederum der umjubelte Platz drei heraus. Das ist die richtige Einstimmung auf die 24 Stunden von Barcelona, bei denen die Hofors Anfang September auch wieder zu den vielbeachteten Teams mit großer Vorgeschichte gehören: 2013 Sieger, 2014 Dritter und 2015 Zweiter.

Auf dem 5842 Meter langen Grand-Prix-Kurs im Departement Var, nahe der Cote d'Azur, gebaut auf Initiative des Pastis-Produzenten Paul Ricard, die 1970 eingeweiht wurde, hatte die Mannschaft mit der Startnummer 10 viel Arbeit, ehe nach 577 Runden "Bronze" eingefahren war hinter einem Porsche 991 GT3 R und einem weiteren Mercedes AMG.

Und Stress gab es schon vor dem Start, denn im Training und der Quali sorgten Motorenaussetzer für Unruhe, die erst nach langwierigem Ausschlussverfahren behoben werden konnten. Dabei zeigte das Service-Team von Widberg-Motorsport fachliche Höchstleistung und baute in einer Nacht- und Nebelaktion einen neuen Kabelstrang in die "10" ein. Der dann auch hielt und Frankenhout im Start-Stint von Platz 18 aus schnell Plätze gut machen konnte. Heyer, Chantal Kroll und Eggimann fuhren in die Nacht hinein, in der der Wegberger im Renntempo eine unschöne Begegnung mit einem Fuchs hatte, die für das Tier tödlich endete und für den Mercedes Bremsprobleme nach sich zog. Erst als bei einem Fahrerwechsel der Bremsluftschacht von Kadaverresten befreit war, lief alles wieder normal in eine spannende Schlussphase, in der die Plätze zwei bis acht innerhalb von nur wenigen Runden lagen. Zudem musste Hofor-Racing auf das Amateurreglement achten. Die Klasse A6-Am(ateur) besagt, dass neben den beiden superschnellen Profis (Heyer/Frankenhout) die drei Amateure 50 Prozent am Steuer Dienst zu verrichten haben.

Die Hofor-Box wurde zum Rechenzentrum. Dann hatte Kenneth Heyer einen Top-Moment, denn er sah, dass die Streckenposten die Code-60-Flaggen suchten, und bog gleich in die Box zum Tanken und Wechseln der Bremsklötze. Dieser Zeitgewinn ging dann aber wieder flöten, als Frankenhout eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam. Da mutmaßte sogar "Radio Le Mans", dass das Podium wohl verloren sei. Aber auch die Konkurrenten schwächelten: Audi R8 LMS (Probleme mit der Servolenkung) und Ferrari 458 (Plattfuß). Es wurden lange 20 Schlussminuten, die dann allerdings mit einer Champagnerdusche auf Gesamt-Platz drei und dem Klassen-Sieg endeten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Motorsport: Können und Glück führen auf Rang drei


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.