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Turnen
Müller turnt sich in die Geschichtsbücher

Erkelenz. Turnen: Wiebke Müller vom TV Erkelenz wird beim Landesfinale des Rheinischen Turnerbundes Dritte. Vereinskollegin Romy Winzen landet in den Top-Ten. Abschiedswettkampf für Lucie Vonlanthen. Von Hans Groob

Wieder hat eine junge Turnerin des TV Erkelenz für ein kleines Kapitel in den Geschichtsbüchern des Traditionsvereins gesorgt: Beim Landesfinale des Rheinischen Turnerbundes (RTB) für die P-Stufen, das in der Sporthalle Lehnerstraße in Mülheim vom TV Schwafheim organisiert wurde, schaffte Wiebke Müller (14) im Wettkampf 2.4.15 (Jahrgänge 2003/02) mit 67,35 von 72 möglichen Punkten den Treppchenplatz drei hinter Alena Tran (68,65) und Celina Toussaint (68,00), die beide für den Barmer TV an die vier Geräte Sprung, Barren, Balken und Boden gingen. Wiebke Müller holte beim Sprung mit 17,50 Punkte den zweithöchsten Wert im 39er-Feld, lag auch in der Wertung am Stufenbarren vor den beiden Barmenerinnen, die sie jedoch auf dem Balken nicht halten konnte, da fehlten 1,3 und 1,4 Punkte. Über Wiebke Müllers Bronzemedaille freute sich auch ETV-Abteilungsleiterin Monika Nüßer: "Außergewöhnlich gut für ein Landesfinale". Und auch Trainerin Linnea Schöpfs strahlte, basierend auf eigener Erfahrung aus den 1990er Jahren, als sie für den ETV und für Köln, ja sogar international derartige Platzierungen turnte.

In der gleichen Klasse wie Wiebke Müller reichte es für ihre Vereinskameradin Amelie Pientka zum 22. Rang, denn nach einem Sturz am Balken und einem fehlenden Bodenelement sprangen nur 63,40 Punkte heraus. Vielleicht war ja der 16,90-Topwert am Stufenbarren - immerhin knapp besser als die drei Treppchen-Turnerinnen - ein kleines Trostpflaster.

Mit einem begehrten Top-Ten-Rang beendete Romy Winzen (JG 2004) den WK 2.4.13 als Neunte mit 62,65 Punkten, was immerhin gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung um 14 Ränge bedeutete. Überzeugend turnte die Keyenbergerin auf dem Balken. Mit Rang zwölf (Mia Rotärmel; 60,95) und 14 (Janne Winzen; 60,70) waren die ETVerinnen im WK 2.4.11. (2007/2006) zufrieden, zumal Mia Rotärmel wegen eines Fingerbruchs mit nur zwei Trainingseinheiten in den Wettkampf ging und Janne Winzen zum ersten Mal an allen vier Geräten die höchstmögliche P-Übung turnte, wobei die 1,20 Meter Höhe des Sprungtisches zusätzlichen Mut forderte, ebenso am Stufenbarren der Wechsel an den oberen Holm. Nesthäkchen Emma Lang (Jahrgang 2008) holte unter 40 Aktiven Rang 30, wobei mehr möglich gewesen wäre, hätte sie nicht am Boden gepatzt.

Die Teilnahme am Landesfinale in Mülheim war für die ETVerin Lucie Vonlanten (Jahrgang 1999) etwas Besonderes, geht die Austauschschülerin aus der Schweiz doch nach dem jetzt zu Ende gehenden Schuljahr wieder zurück in ihre Heimat. Kaum zu glauben: Im letzten Sommer stand sie das erste mal auf einem Schwebebalken, kannte den Stufenbarren nur vom Hörensagen und war vorher auch niemals über einen Sprungtisch gesprungen, denn in der Schweiz turnte sie stattdessen an den Ringen, am Reck und auf dem Minitrampolin. Hoch motiviert startete die junge Dame in den Wettkampf, den sie nach zwei Stürzen am Balken mit 57,80 Punkten auf Platz 23 unter 31 beendete. Eine Turnfreundin schmunzelte: "Lucie wurde immerhin beste Schweizerin unter 240 Aktiven aus vier Verbandsgruppen des Rheinlandes."

Quelle: RP
 
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