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Motorsport
Nach Inspiration heiße Rennrunden

Hückelhoven. Motorsport: Jörg Müller und Seiji Ara steuern zum Start der japanischen Super GT-Serie den BMW M6 GT3 auf Platz drei. Von Hans Groob

"Das war ein hartes Stück Arbeit", atmete ein zufriedener Jörg Müller tief durch, als er nach knapp einer Stunde das Cockpit im BMW M6 GT3/P63 für die individuell angepasste Sitzschale seines Partners Seiji Ara räumte. Der 46-jährige Wahlschweizer aus Hückelhoven hatte den brandneuen weiß-blauen Renner vom dritten Startplatz auch auf P3 an seinen 41-jährigen japanischen Partner übergeben.

Und der, einer der bekanntesten Langstreckenspezialisten seines Landes, sah schließlich auch die Zielflagge in der Klasse GT 300 des 300-km-Race von Okayama als Dritter und verhinderte damit das reine Mercedes-Benz-Siegertreppchen, denn auch der Viertplazierte trug den Stern im Kühlergrill. Acht der 27 gestarteten Teams der GT 300-Klasse schafften 76 Runden, Müller/Ara lagen nur 26,901 Sekunden hinter der Spitze, nicht ganz 14 hinter den Zweitplatzierten und etwas über 17 vor dem ersten Verfolger. Nach dem "Nuller" im Auftaktrennen 2015 also wieder ein positives Signal für das "BMW-Team Studie", das 2014 den damaligen BMW Z4 sogar auf Rang zwei gesetzt hatte.

Den Grundstock zu "Okayama-Bronze" hatte Seijia Ara im Qualifying mit 1:25,832 Minuten auf dem 3,703 Kilometer langen Asphaltband mit 13 Kurven hingelegt: "Seiji did a brillant job", kommentierte Jörg Müller, sah darin aber auch das Ergebnis mehrerer intensiver Trainingssitzungen, die ihn im März auch mehrmals von Tägerwilen (Schweiz) nach Japan gezogen hatten. Eminent wichtig war natürlich auch, dass ein im Okayama-Training aufgetretener Getriebeschaden vom "Team-Studie" in Rekordzeit folgenlos behoben werden konnte, und das die Yokohama-Reifen entgegen einiger Befürchtungen (Abbau rechts hinten) klasse gehalten haben. Das M6 GT3-Paket scheint für die Super GT-Serie in Japan gut geschnürt zu sein. Das nächste der insgesamt acht Rennen findet am 3./4. Mai beim 500-km-Race auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Fuji statt.

Ob Jörg Müller dann im Vorfeld noch einmal den Fujijama, Japans höchsten Berg, besteigen wird? 2015 war er hellauf begeistert. Fest steht für ihn, dass er die Renntermine mit Kulturellem zu verbinden sucht. So schaute er sich aktuell auch in Yokohama um, wo es ihm die "Hikawa Maru" angetan hatte. Das 1929 vom Stapel gelaufen Schiff ist eines von drei Schwesterschiffen, die nach Shinto-Schreinen benannt wurden. Die "Hikawa Maru", auf der u.a Charlie Chaplin und Kano Jigoro, der Begründer der Kampfsportart Judo, Passagiere waren, ist heute ein Museumsschiff. Die Schwesterschiffe "Heian Maru" und "Hie Maru" wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Unvergessen bleibt sicher auch ein Besuch bei Sward Masamune in Kamakure, eine der berühmtesten Schwert-Manufakturen Japans, die schon im 13. Jahrhundert die besten Samurei-Schwerter geschmiedet hat.

Quelle: RP
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