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Boxen
Neue Heimat für junge Box-Talente

Boxen: Neue Heimat für junge Box-Talente
Trainer Ralph "Ralle" Nebrig mit Friedel Cavelius (l.) und dessen Enkel Luca Schweisthal (r.). FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Boxen: Die Faustkämpfer des BC 1931 Hückelhoven haben Konkurrenz bekommen. Ralph Nebrig ist neuer Cheftrainer der Boxschmiede Hückelhoven, Gökhan Ceylan Vorsitzender. Bald sollen "heiße Eisen" in den Ring geschickt werden. Von Hans Groob

Wenn das deutsche Sprichwort, wonach Konkurrenz das Geschäft belebt, nicht nur eine Maxime des Marktes ist, sondern auch auf den Sport zu übertragen ist, dann dürfte es, was das Boxen betrifft, in Hückelhoven bald wieder steil bergauf gehen. Neben dem etablierten, aber in den vergangenen Jahren eher zurückhaltend aufgetretenen Boxclub 1931 Hückelhoven, gibt es mit der Boxschmiede Hückelhoven inzwischen einen zweiten Verein, der sich dem sportlichen Faustkampf verschrieben hat. Und wirft in diesem Zusammenhang gleich die Frage aller Fragen auf: Wer steckt dahinter?

Hier die Antwort: Ende 2013 war es Ralph "Ralle" Nebrig, der nicht mehr beim BC Hückelhoven Mitglied sein wollte: "Die Denkweise beim BCH über den Boxsport war mit der meinigen nicht mehr vereinbar", sagt der ehemalige Spitzenklasseboxer, der unter anderem 1979 und 1981 Halbschwergewichtsmeister der DDR war. Als fairer Sportsmann will er aber "nicht tiefer in die Trennung einsteigen". Als "End-Fuffziger" wollte er gleichzeitig die Boxhandschuhe an den berühmten Nagel hängen. Das wiederum gefiel zahlreichen Freunden des Boxsports nun überhaupt nicht, "haben Ralle breitgeschlagen, irgendwie doch dem Boxen erhalten zu bleiben", weiß auch Ehefrau Gabi, die ergänzt, dass ihrem Ehemann Zuhause "bestimmt die Decke auf dem Kopf gefallen wäre".

So entstand die Idee der Gründung eines neuen Vereins. Der existiert nun schon ein gutes Jahr, gehört inzwischen dem Mittelrhein-Amateur-Boxverband (MABV) an und hat auch die Mitgliedschaft beim Stadtsportverband Hückelhoven beantragt. Die Offiziellen der Boxschmiede Hückelhoven sind der 37-jährige Gökhan Ceylan als Vorsitzender (Sohn des in Hückelhoven ehemals bekannten Boxsportlers Alattin Ceylan), Gökhans Cousin Yildirim Ceylan als 2. Vorsitzender, Schatzmeisterin und Geschäftsführerin Gabi Nebrig, Ralph Nebrig (als Sportwart und Cheftrainer) sowie die Co-Trainer Frank Lubitz und Viktor Raifschneider. Die Zusammenarbeit mit Frank Lubitz ist eine besondere, betreibt er doch in Bergheim das Trainingszentrum "Eisenmeister", wo auch die Hückelhovener einmal in der Woche "in die Lehre" gehen. Ansonsten trainiert die Boxschmiede Hückelhoven (35 aktive Mitglieder im Alter zwischen 14 und 30) montags und freitags von 19 bis 21 Uhr sowie mittwochs von 18 bis 20 Uhr in der Turnhalle an der Förderschule in der Schlee. Vorsitzender Gökhan Ceylan hofft auf weiteren Zulauf, "weil wir die Beiträge günstig halten, um die Kinder von der Straße zu holen".

Proppenvoll war die Trainingshalle bei der letzten Übungseinheit vor den Festtagen. Da hatte die Boxschmiede einen besonderen Gast: Friedel Cavelius (72) kam mit dem Versprechen, spätestens zu den ersten Kämpfen (vermutlich Ende Januar in Düren) Trainingsanzüge für die Aktiven mitzubringen. Diese hat Cavelius' Freund Peter Hanraths spontan per telefonischer Ansage aus Mallorca gestiftet: "Das sind mir die Hückelhovener Boxsportler wert." Hanraths war in jungen Jahren in der ehemaligen Zechenstadt selbst in den Ring gestiegen, war später beim BCH Ligamanager bis zur 2. Bundesliga, ehe er als Manager in das Berufsboxen wechselte beim Sauerland-Boxstall und beim Hamburger Universum-Boxteam von Klaus-Peter Kohl. Hanraths war Förderer von Dariusz Michalczewski (1994 bis 2003 Weltmeister im Halbschwergewicht) und gilt in Fachkreisen als der Entdecker der Klitschko-Brüder.

Dass Friedel Cavelius die Boxschmiede "ebenfalls in irgendeiner Form" unterstützen will, hat Gründe. Da ist erstens sein großer Erfahrungsschatz aus eigener Kämpferzeit (Junioren-Mittelrheinmeister und MABV-Auswahlboxer) und aus Administration: Vorsitzender des BCH von 1984 bis 2001, Geschäftsführer, Ligamanager (Deutscher Oberligameister) und Trainer. Dann ist ihm zweitens "aber auch ganz wichtig" den Werdegang seines Enkelsohns Luca Schweisthal aus Baal hautnah zu verfolgen, denn der 14-Jährige hat Spaß am Faustkampf gefunden. "Es ist kaum zu glauben, als ich Luca zum ersten Mal habe boxen sehen, da hat es mich wieder gepackt. Ich glaube, der hat meine Gene", schwärmt der Opa.

Quelle: RP
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