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Schwimmen
Pool-Nudeln statt Taschenrechner

Schwimmen: Pool-Nudeln statt Taschenrechner
Die bunten Pool-Nudeln aus Polyethylenschaum sind in der Schwimmausbildung ein beliebtes Utensil. Auch im Grenzlandringbad kamen sie beim Schwimmprojekt "Mathe schützt nicht vor Ertrinken" zum Einsatz. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wegberg. Es ist ein Erfolgsprojekt, dem jetzt ein neues Kapitel hinzugefügt wurde. Im Wegberger Grenzlandringbad nahmen erstmals mehr als 260 Zweitklässler aller Wegberger Grundschulen am Projekt "Mathe schützt nicht vor Ertrinken" teil. Von Hendrike Gierth

Es waren erschreckende Zahlen, die Annette Sielschott zum Projektauftakt 2015 im Gepäck hatte: Eine Umfrage zeigte, dass an jeder fünften Schule im Kreis Heinsberg ein Drittel der Schüler in der vierten Klasse nicht schwimmen kann, der Nichtschwimmeranteil in den fünften Klassen rund zehn Prozent beträgt und die Wartezeiten auf einen Platz in einem Schwimmkursus bis zu zwei Jahre betragen kann. Für die Mitarbeiterin des Regionalen Bildungsbüros des Kreises Heinsberg waren das unhaltbare Zustände. Und so rief sie gemeinsam mit dem Kreissportbund Heinsberg das Projekt "Mathe schützt nicht vor Ertrinken" ins Leben, bei dem Grundschüler in einem zweiwöchigen Kompaktkursus Schwimmunterricht von der Wassergewöhnung, über die Wasserbewältigung bis zur Abnahme von Prüfungen verschiedener Abzeichen bekommen, mit dem großen Ziel, die Nichtschwimmerquote im Kreis Heinsberg zu reduzieren.

Und dieses Modellprojekt hat sich längst als Erfolgsgeschichte entpuppt: In Erkelenz, Hückelhoven und Geilenkirchen wurden seit Beginn rund um die Osterferien 2015 mehr als 1500 Erst- bis Viertklässler unterrichtet und überall wurde die Quote der Nichtschwimmer deutlich gesenkt. "Auch unser Ziel ist es, dass es in Wegberg kein Kind mehr gibt, dass nicht schwimmen kann", sagt Bürgermeister Michael Stock. Deshalb war Wegberg jetzt erstmals beim Schwimmprojekt mit im Boot: In Anlehnung an die bisherigen Umsetzungen in den anderen Kommunen nahmen 263 Zweitklässler aller Wegberger Grundschulen - davon 102 Nichtschwimmer - an dem zweiwöchigen intensiven Kompaktkursus vor und nach den Herbstferien teil - und zwar mit Erfolg: Bereits nach der ersten Woche erhielten 26 Zweitklässler das Seepferdchen, 29 Kinder Bronze sowie 26 Schüler Silber. "Und ich bin mir sicher, dass wir diese Zahlen noch toppen werden", sagt Hallenbadchef Dietmar Gisbertz, der das Projekt mit seinem Team ebenso tatkräftig unterstützt wie die DLRG und die Freien Schwimmer Wegberg mit vielen ehrenamtlichen Helfern. "Ich war im Vorfeld schon davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist, den wir mit diesem Projekt einschlagen", sagte Wegbergs Stadtsportverbands-Vorsitzender Bernd Stamms, der das Projekt im Rat vorgestellt hatte, "und im Nachhinein haben es auch alle bestätigt, dass es der richtige Weg ist." Deshalb hoffen nun auch alle Beteiligten darauf, dass "Mathe schützt nicht vor Ertrinken" in Wegberg keine einmalige Aktion bleibt, sondern im kommenden Jahr fortgesetzt wird - schließlich ist das große Ziel noch nicht erreicht.

Quelle: RP
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