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Serie Pape läuft (Folge 3)
Pulsuhr bringt Pape auf Touren

Serie Pape läuft (Folge 3): Pulsuhr bringt Pape auf Touren
Er läuft und läuft und läuft... doch noch ist nicht der Kölner Dom, sondern St. Vincentius in Sicht. Christian Pape bereitet sich zurzeit mit vielen langen Läufen rund um seinen Heimatort Wegberg-Beeck auf den Köln-Marathon (2. Oktober) vor. FOTO: Amelie Pape
Erkelenz. Wie werde ich jetzt zum Marathon-Läufer? Keine Ahnung. Aber RP-Redakteur Michael Heckers, der Mann, der mir den Marathon eingebrockt hat, ließ mir zum Glück das Trainingshandbuch des ehemaligen RP-Marathonteams zukommen. Das Buch ist ein Leitfaden mit Trainingsplänen, die als Grundlage zur individuellen Trainingssteuerung die Herzfrequenzmessung heranziehen. Fazit: Es musste eine Pulsuhr her!

Freunde, das ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Es gibt unzählige Modelle. Und es ist nicht nur mit einer Uhr getan. Im Lieferumfang inbegriffen ist ein Brustgurt, den man sich vor dem Laufen umschnallt. Ich kam mir vor wie im Bestseller-Roman "Shades of Grey".

Und dieser Brustgurt ist wichtig, denn er misst EKG-genau über Sensoren die Herzfrequenz. Außerdem ortet die Uhr per GPS exakt, wo ich lang laufe, informiert mich über meinen Kalorienverbrauch, die gelaufenen Kilometer, meine Schrittlänge, meine Laufgeschwindigkeit und so weiter. Und das alles zeigt mir das Gerät auf meinem Smartphone an. Wahnsinn! Ich bin mir sicher, früher konnten die Leute gar keinen Marathon laufen, weil das Telefonkabel vom Wählscheibentelefon viel zu kurz war. Da ging der Marathon bis zum Ende des Flurs und wieder zurück. Für die jüngeren Leser unter Euch: "Wählscheibe", das war so eine Art Touchscreen, der nur nach rechts funktionierte.

Ich ziehe mir also ganz stolz meine neu erworbene Pulsuhr an und renne direkt drauf los. Die sehr umfangreiche Bedienungsanleitung ignorierte ich beflissen, schließlich erklärt sich eine solche Uhr bestimmt von selbst - dachte ich. Es ging über Felder und Wiesen, über Stock und Stein, über Bäche und Flüsse und nach diesen 350 Metern war ich echt schon ziemlich platt.

Das Dumme war nur, meine tolle Pulsuhr fing während des Laufens permanent an zu bimmeln. Es hörte gar nicht mehr auf. Die Spaziergänger um mich herum schauten sich immer wieder irritiert um und dachten wohl, der Eismann kommt.

Es half nichts. Ich musste mich mit meiner Hightech-Uhr erst einmal ganz in Ruhe auseinandersetzen. Wer sich bei seiner Trainingsintensität an der Herzfrequenz orientiert, kommt nicht umhin, den Wert seines Maximalpulses - seinen HFmax - zu kennen. Ein einfaches Testverfahren ist hierfür der Steigerungslauf. Und der funktioniert wie folgt:

Den ersten Kilometer bin ich mit einem Belastungspuls von 130 Schlägen pro Minute gelaufen. Beim zweiten Kilometer steigerte ich den Belastungspuls auf 140 Schläge. Den dritten Kilometer bemühte ich mich, mit einem Puls von 150 bis 160 Schlägen pro Minute und den vierten Kilometer mit 160 bis 170 Schlägen zu laufen. Ganz ehrlich, zu diesem Zeitpunkt setzte bei mir bereits die "Schnappatmung" ein. An einem Bahnübergang denke ich noch: "Vorsicht, da kommt ein Zug angerauscht." Aber das Pfeifen kam tatsächlich aus meiner Lunge. Ich pfiff sprichwörtlich aus dem letzten Loch.

Doch der Steigerungslauf sieht noch einen fünften Kilometer vor - leider. Den soll man schließlich mit maximal möglichem Tempo laufen. Auch das habe ich gemacht...

Und wie es der Zufall will, genau in dieser Phase kommt mir fröhlich winkend eine Gruppe Radfahrer entgegen: "Hallo Christian, wie geht's! Was machen die Auftritte?" Ich versuche noch wild gestikulierend zu erklären, dass ich nicht stehen bleiben kann, da ich meinen "HFmax" herausfinden muss. Doch vergebens. Während mich vor Erschöpfung der Brechreiz ereilt, höre ich noch, wie die Leute sagen: "Hüür ens, warum is d'r Pape denn so unfreundlich jeworden?". "Ja, und blass isser um de Nase. D'r Jung sollte mal mehr Sport treiben!"

Ob mein Maximalpuls wirklich bei 180 Schlägen pro Minute liegt und wie die sportärztliche Vorsorgeuntersuchung im Hermann-Josef-Krankenhaus Erkelenz sonst noch abläuft, lest ihr in der nächsten Folge von "Pape läuft".

AUTOR CHRISTIAN PAPE (42) IST HUMORIST UND HOBBYLÄUFER. AM 2. OKTOBER 2016 GEHT ER MIT RP-REDAKTEUR MICHAEL HECKERS (42) BEIM KÖLN-MARATHON AN DEN START.

Quelle: RP
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