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Leichtathletik
Silber für Holthuijsen und Hanßen

Leichtathletik: Silber für Holthuijsen und Hanßen
Nach einem Strauchler an Hürde sechs erkämpfte sich Jonas Hanßen über 400 Meter Hürden Rang zwei. FOTO: WOLFGANG BIRKENSTOCK
Erkelenzer Land. Bei der Deutschen Meisterschaft der U 23 präsentiert sich die Delegation aus dem Kreis Heinsberg in glänzender Form. Hürdenläufer Jonas Hanßen und Hammwerferin Sina Mai Holthuijsen werden Zweite. Michelle Döpke holt Bronze. Von Hendrike Gierth

Im vergangenen Jahr musste Jonas Hanßen durch ein tiefes Tal, gestern legte er ein denkwürdiges Rennen auf die Bahn des Leichtathletik-Stadions der Fritz-Jacobi-Sportanlage in Leverkusen: Bei den Deutschen Meisterschaften der U 23 wurde der Holzweiler im Trikot des SC Myhl LA hinter Titelverteidiger Joshua Abuaku vom LAV Oberhausen Zweiter. Beide hatten die Norm für die U23-Europameisterschaft vom 13. bis 16. Juli im polnischen Bydgoszcz schon abgehakt, konnten also in gewissem Sinne entspannt an den Start gehen. Und das war Jonas Hanßen zumindest im Vorlauf, er ließ früh austrudeln und handelte sich nach 52,92 Sekunden somit die Außenbahn im Finale ein. "Die Außenbahn ist natürlich immer ungünstig, weil man keine Anhaltspunkte hat und ein einsames Rennen laufen muss", sagte Hanßens Heimtrainer Harald Eifert.

Dennoch sah es lange Zeit so aus, als könnte der Holzweiler den Titelverteidiger in die Knie zwingen. Doch an Hürde sechs geriet Hanßen ins Straucheln, wäre beinah gestürzt. "Da hatte er einen totalen Blackout", resümierte Eifert, "viele andere wären das Rennen nicht mehr zu Ende gelaufen." Doch Hanßen fand zurück in seinen Rhythmus, lag bis zur zehnten Hürde mit Abuaku gleichauf. Doch der wehrte die Attacke des Holzweilers ab und spurtete als Erster über die Ziellinie. In 50,93 Sekunden blieb der Oberhausener nur sechs Hundertstel über seiner Bestzeit.

Hanßen folgte in 51,06 Sekunden und kann ebenfalls für Bydgoszcz planen. Los geht es am Dienstag, 11. Juli, mit dem Flugzeug ab Frankfurt. "Nach dem Strauchler war am Ende auch ein wenig die Kraft weg. Aber wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause", versichert Hanßens Heimtrainer Harald Eifert, "denn heute haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren."

Sina Mai Holthuijsen wurde nach einer tollen Serie mit Silber belohnt. Ihr weitester Wurf landete bei 62,38 Metern - niederländischer U 23-Rekord. FOTO: Birkenstock Wolfgang

Eiferts zweiter Schützling, Frederik Ruppert, zog als Vorlaufschnellster ins Finale des 800-Meter-Laufes ein, wurde dort am Ende in 1:53,09 Minuten Fünfter. Eine bessere Platzierung verpasste er, weil bei rund 500 Metern ein Loch aufriss, das er trotz eines fulminanten Schlussspurts nicht mehr schließen konnte.

Im Hammerwurf war erwartungsgemäß Sophie Gimmler vom LC Rehlingen die dominante Werferin. Im zweiten Durchgang erzielte die Siebte der U20-Europameisterschaft von 2015 mit 64,89 Metern die Tagesbestweite. Dahinter entwickelte sich ein spannendes Duell zweier junger Damen aus Erkelenz: Sina Mai Holthuijsen und Michelle Döpke machten Silber und Bronze unter sich aus.

Leicht und locker wie nie agierte die Hetzeratherin Sina Mai Holthuijsen von der LAV Bayer Uerdingen/Dormagen und wurde für eine tolle Serie mit Meisterschafts-Silber belohnt. Schneller denn je und technisch sauber steigerte die Vorjahres-Dritte sich von Versuch zu Versuch (58,70 m, 56,63 m, 61,08 m, 61,65 m, 60,36 m) und stellte ganz zum Schluss mit 62,38 Metern nicht nur eine neue persönliche Bestweite auf, sondern auch einen neuen niederländischen U23-Rekord. Bei der Universiade in Taipeh vom 19. bis 30. August und bei der U23-EM in Bydgoszcz wird Holthuijsen das Oranje-Trikot der Niederlande tragen, denn die Marketing-Studentin verfügt über zwei Staatsangehörigkeiten und hat sich auch wegen der niedrigeren Normen entschieden, international für das Heimatland ihres Vaters zu starten.

Michelle Döpke vom TSV Bayer 04 Leverkusen haderte bei der Deutschen Meisterschaft mit ihrer Technik. 60,08 Meter im vierten Versuch brachten der vorjährigen U20-WM-Teilnehmerin aber Bronze. "Der Wettkampf ist nicht ganz so gelaufen wie ich erhofft hatte, aber mit dem dritten Platz bin ich auf jeden Fall zufrieden", sagte die Gerderatherin, "ich habe oben viel zu viel gewollt und habe den Hammer zu sehr gezogen. Wenn die Technik sich wieder bessert, hoffe ich in den kommenden Wochen über 63 Meter zu werfen."

Quelle: RP
 
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