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Turnen
Tanz der TuS-Mädchen fällt Experten ins Auge

Erkelenzer Land. Turnen: Auch TuS Wegberg, TV Büch-Arsbeck und TV Schwanenberg waren in Berlin beim 43. Deutschen Turnfest dabei. Von Hans Groob

Weit von der Heimat entfernt, so um die 600 Kilometer, kamen sich die Turnvereine aus dem Kreis Heinsberg so nahe, wie das vor der Haustüre nur ganz selten der Fall ist. Möglich gemacht hat dies das 43. Internationale Deutsche Turnfest in Berlin, denn Wochenquartier bezogen hatten unter anderem auch TuS Wegberg, TV Büch-Arsbeck und TV Schwanenberg in der Ikarus-Grundschule in Berlin-Mariendorf. "Da kamen viele interessante Gesprächsrunden zustande, fand ein reger Austausch über das komplexe Vereinsleben statt", war von Ingrid Welfers zu hören, die 14 Jahre lang an der Spitze des TV Büch-Arsbeck stand, und nun in der deutschen Hauptstadt herausgehört hat, "dass jeder Verein irgendwie mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat".

TuS Wegberg: An Berlin werden sich die 19 Kinder des TuS im Alter zwischen zehn und 17 Jahren, die von Susanne Saßen, Ulrike Ringkamp, Elena Lichte und Vera Kirstein betreut wurden, sicher noch lange erinnern. Denn in der Show "Wie bunt ist das denn" (Turnen, Tanzen und Rhythmische Sportgymnastik) fand ihre in mehreren Monaten eingeübte Vorführung in einer Choreographie-Werkstatt das Augenmerk des Dozenten. Plötzlich gehörte der TuS im internationalen Feld zu den 18 Teams, die in der Cubecity sich vor Tausenden Zuschauern noch einmal präsentieren durften. "Damit haben wir nie und nimmer gerechnet", sagt Vera Kirstein. Damit auch das komplette TuS-Team den Cubecity-Beifall erleben konnte, mussten noch für einige Aktive Wege gefunden werden, die zu einem früheren Zeitpunkt geplante Rückreise zu verschieben. Doch Eltern und Schulen zogen mit, und der TV Erkelenz stellte noch freie Plätze im Reisebus zur Verfügung. Abgerundet wurde das TuS-Programm mit Aktivitäten auf Airtrackbahnen, beim Klettern ohne Sicherung, Rhönradturnen oder dem Besuch der Turnfestgala in der Mercedes-Arena. Beim Turnfest in Berlin wurden auch die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Schwimm-Fünfkampf angeboten - drei Wahldisziplinen aus Brust, Kraul, Schmetterling und Rücken sowie zwei Kunstsprünge vom Ein-Meter-Brett-Brett sowie 25 Meter Tauchen. Dr. Karin Frauke Fink-Pistel wurde Deutsche Vizemeisterin. Ihre Schwester Dr. Karin Anke Pistel errang den sechsten Platz. Obwohl die Geschwister in Hamm und Paderborn leben und trainieren, halten sie weiterhin dem TuS Wegberg die Treue, für den sie auch starten. Im Einsatz waren auch ihre Eltern: Mutter Heide Pistel im Kampfgericht und Vater Reiner Pistel leitete an den sechs Tagen die Wettkämpfe, die im Forum Bad im Olympiagelände ausgetragen wurden.

TV Büch-Arsbeck: Drei "echte" Aktive hatte TV-Oberturnwartin Claudia Schaffrath dabei. Den ersten Kraftakt zeigte Kai Kleinheuer als Träger der Vereinsfahne beim großen Turnfestumzug, der unter anderem durchs Brandenburger Tor führte. Nicht nur Beifall von den 16 TV-Mitgliedern gab es für den 14-jährigen Sebastian Jung und den ein Jahr älteren Linus Kamps, die Platz elf und 17 beim Trampolinturnen belegten. TVBA-Übungsleiter frischten ihr Wissen bei einigen Workshops auf, die beim Turnfest bekanntlich immer von hochkarätigen Dozenten geleitet werden. Der Besuch der Stadiongala im Olympiastadion, des Turngerätefinales und des "Rendezvous der Besten" empfanden die Arsbecker "als Leckerbissen".

TV Schwanenberg: Der den Erkelenzer Vereinen von der Hermann-Josef-Stiftung zum 150-jährigen Bestehen übergebene Kleinbus hatte seine Premierenfahrt nach Berlin. "Dafür danken wir der Stiftung herzlichst", sagte TVS-Vorsitzender Helmut Morjan, der auch sportlich etwas zurückgab, er wurde Turnfestsieger im Seniorenturnen der Altersklasse M 60. Im Pflichtdreikampf - Reck, Pauschenpferd, Sprung - setzte er sich bei seinem zwölften Turnfestbesuch trotz Komplikationen mit der Schulter durch. Im Dreikampf der M 65 landete Willi Kamphausen auf dem 15. Rang. Zehnter der M 80 wurde Altmeister Horst Hoof, wobei er Boden, Barren, Reck und Sprung turnte. Der Geneikener erlebte seit 1958 in München bereits sein 15. Deutsches Turnfest, darunter jetzt schon zum vierten Mal in Berlin. Ein wahres Vorbild für die jungen Männer des TV Schwanenberg, die sich in einen Pokal-Kürkampf stürzten. Weil die Konkurrenten in den Schwierigkeitsgraden etwas höher lagen, reichte es für Gerrit und Hendrik Morjan, Nils und Jan Alexander, Tobias Schiekel und Mirko Schöll zu Mittelfeldplatzierungen. Unter mehr als 100 Startern wurde Gerrit Morjan dann noch im Pflichtwettkampf - Boden, Reck, Barren - als 23. notiert. Viel zu erzählen hatten die Schwanenberger auf der Heimfahrt über den Besuch der Deutschen Mehrkampfmeisterschaft, hörten aber auch interessiert zu, als Helmi Morjan und Friedlinde Ullmann von ihrer Teilnahme an den stark frequentierten Jedermann-Wettbewerben und Wanderungen berichteten. Denn auch solche Angebote machen das Deutsche Turnfest aus - viele sagen sogar weltweit einmalig.

Quelle: RP
 
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